zwölf Sets Woll Unterwäsche im Test

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Feuchtigkeit in ihren Kern auf, während die Oberfläche Wasser abstößt, also trocken bleibt. Und sie gibt diese Feuchtigkeit deutlich leichter wieder ab als Baumwolle, jedoch langsamer als Kunstfasern. Ihre gute Isolierfähigkeit wiederum bezieht die Wolle aus ihrer Kräuselung: Vom gesamten Volumen eines Hemdes oder einer Hose sind etwa 80 Prozent Luft und nur 20 Prozent tatsächlich Wolle. Diese Luft wird weitgehend an der Bewe­gung gehindert, so dass der Körper sie leicht erwärmen kann. Die Wärme wird also unmittelbar am Körper gehal­ten. Dies funktioniert sogar dann noch, wenn das Klei­dungsstück feucht ist, weil die Eiweißmoleküle, aus denen die Wollfasern bestehen, bei Feuchteeinwirkung Wärme freisetzen. Allerdings hat dieser Prozess auch seine Gren­zen: Leute, die stark schwitzen, sollten sich auf jeden Fall Wechselwäsche mitnehmen.

Neben diesen zwei wichtigsten Eigenschaften erweist sich Wolle auch als sehr geruchsarm, was eben daran liegt, dass sie den Schweiß in ihren Kern aufnimmt. Frischer Schweiß ist zunächst geruchlos. Die auf der Haut lebenden Bakterien bauen jedoch die Fettsäuren, die im Schweiß enthalten sind, unter anderem zu Buttersäure ab, und diese bewirkt den typischen Schweißgeruch. Bei Stoffen aus Kunstfasern haben die Bakterien da auch leichtes Spiel, denn Kunstfasern nehmen so gut wie keine Feuchtigkeit auf. In Kunstfaser-Geweben hält sich der Schweiß zwischen den Fasern, bis er ver­dunstet. Da Wolle die Feuchtigkeit aufnimmt und da sie es den Bakterien zudem durch ihre schuppige Oberflächenstruktur schwer macht, sich auf ihr zu bewegen, haben die Tierchen hier viel weniger Gelegenheit, ihr Werk zu verrichten. Wollwäsche hat also vor allem auf längeren Touren einen deutlichen Vorteil gegenüber Kunstfasern: Lüften reicht oft aus, dass Hemd und Hose wieder wie frisch riechen. Und die Wäsche muss dafür nicht zu 100 Prozent aus Wolle bestehen. Unserer Erfahrung nach reicht schon ein Drittel, damit das Produkt deutlich geruchsärmer ist als ein reines Kunststoff-Pro­dukt, selbst wenn letzteres geruchshemmend ausgerüstet wurde.

Das Kratzen von Wolle auf der Haut schließlich ist kaum mehr ein Thema. Der Durchmesser der Wollfasern von Merino­wolle ist so gering, dass ihnen die „Kraft” fehlt, die Haut zu irritieren. Allerdings ist der Kuschel-Faktor der hier vorgestellten Produkte schon spürbar unterschiedlich: Die Wäsche von Bergans, Devoid und Merinopo­wer erschien uns noch weicher als die von Icebreaker, Millet, Ortovox und Smartwool, obwohl alle genannten Produkte zu 100 Pro­zent aus Wolle bestehen (Merinopower zu 96 Prozent). Und in der Praxis fiel auf, dass ein leicht kratziges Gefühl – wenn über­haupt -, eher bei hohen Temperaturen, bei hoher Luftfeuchtigkeit und bei schlechter Laune oder Tagesverfassung auftritt.

WOLLMIX

Neben der reinen Wollwäsche bieten manche Hersteller auch Wäsche an, die aus einer Kombination von Wolle und Kunstfasern bestehen. (Für unseren Woll-Test verlangten wir einen Woll-Anteil von mindestens 50% Prozent; aber es gibt natürlich auch Unterwäsche, deren Kunstfaser-Anteil größer ist als der Woll-Anteil.) Der Einsatz von Polyamid und Polypropylen kann einen deutlichen Beitrag zum ange­nehmen Tragegefühl leisten, wie die Wäsche von Vaude und Löffler beweist. Darüber hinaus verkürzt sich bei der Kombination die Trocknungszeit – die aber natürlich auch von der Dicke des Materials abhängt. Löffler baut seine Wäsche zweischichtig auf, so dass das stark Wasser absto­ßende Polypropylen am Körper liegt und die etwas Wasser speichernde Wolle die zweite Schicht bildet. In der Praxis war für uns aber in Sachen Feuchtigkeitstransport kein Un­terschied zur einschichtigen Misch-Wäsche oder zur reinen Wollwäsche spürbar.

Einige Hersteller setzen auch Elastan ein, das mit 500 bis 700 Prozent Dehnfähigkeit extrem elastisch ist. Im Ver­gleich zur Wäsche ohne Elastan scheint dieser Einsatz al­lerdings überflüssig, denn vor allem die Produkte von Bergans, Devoid, Millet, Löffler und Woolpower machen ebenso problemlos jede Bewegung mit.

STRUKTUR

Die meisten Hersteller stricken ihre Wollwäsche so, dass die linken Maschen, die eine feine Struktur ergeben, innen liegen und die glatten rechten Maschen nach außen gekehrt sind. Dieser Aufbau der Produkte hat den Vorteil, dass die strukturierte Innenfläche noch ein wenig mehr zur Isolati­on beiträgt. Mit der glatten Seite innen würde das Klei­dungsstück eher kühlen, was man durchaus einmal aus­probieren kann, wenn einem die „falsche” Optik egal ist.

Andere Hersteller geben sich damit noch nicht zufrie­den und bauen verschiedene Stoffstrukturen und -zonen in ihre Produkte ein, die die Dampfdurchlässigkeit und die Isolierung verbessern sollen. In der Praxis ist es jedoch

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