Die richtige Kreuzung – 12 Multifunktionsschuhe im Test

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Adidas) oder schmalere Füße (zum Beispiel Lowa) unterscheiden. Gene­rell lassen Multifunktionsschuhe von der Ferse bis zum Mittelfuß kaum Spiel, so dass der Fuß stabilisiert ist und die Ferse nicht verrutscht.

Sohlenhärte und Dämpfung

Fast alle Sohlen der leichten Multifunk­tionsschuhe sind von der Ferse bis zum Mittelfuß aus mehr oder weniger steifem Kunststoff gefertigt. Dieser stützt den Fuß und erhöht die Torsionssteifigkeit. Im Vor­derfuß sind sie weicher und rollen gleich­mäßig ab (eher Lauftyp wie La Sportiva) oder besitzen eine Knickstelle unterm Ballen (eher Gelände- oder Felstyp wie Adidas und Aku). Bei weicheren Sohlen können gröbere Steine und auf befestigten Wegen das ei­gene Profil spürbar sein (Ultraleichtschuhe Salomon, Merell, Mammut MTR und The North Face). Dafür hat man in diesen Schuhen ein besseres Gespür für den Boden (Aku und Salewa).

Die Dämpfung der Zwischensohle aus EVA (Ethylenvinylacetat) ist weicher als bei Wanderschuhen. Das macht sich besonders im Abstieg positiv bemerkbar. Der Effekt des Dämpfungskeils wird bei vielen Schu­hen durch den Sohlengummi verstärkt, welches meist weicher ist, als im Bergbe­reich üblich (häufig Eigenmarken) oder zu­sätzlich durch seine Struktur dämpft.

Multifunktionsschuhe 05Griffiger geht’s nimmer: Profil

Das typische positive (aufgesetzte) Multi­funktionsschuh-Profil ist sehr griffig — vor allem dank kantiger Querbalken (Vaude rutscht seitlich), Spezialnoppen (Adidas) oder Häkchen (The North Face) mit drei, besser vier Millimetern Tiefe. Es entfaltet maximale Griffigkeit auf erdigen oder wurzeligen Pfaden oder im mäßig geneigten Gelände und besitzt nur teilweise einen Absatz, der im Abstieg Sicherheit gegen Ab­rutschen gibt (vor allem Adidas und Meindl). Ausgeprägte Absätze können allerdings leichter verdrecken.

Eher für felsige Aufstiege konstruierte Pro­file sind mehr auf exakte Schuhplatzierung zugeschnitten und besitzen ein abriebre­sistentes, aber weniger griffiges, negatives (eingeschnittenes) Profil (Aku, teils Salewa). Beide Profiltypen zeichnen sich durch hohe Dreckabweisung aus. Eine Riffelung vorn und hinten (Lowa und Meindl) soll verhin­dern, dass man im steilen Auf- bzw. Abstieg abrutscht.

So bewertet der BERGSTEIGER

EINSATZBEREICH

Befestigter Weg: Der Schuh sollte eine sehr gute Fußbett-Dämpfung und ein nicht zu griffiges Profil (schnelle Abnutzung, evtl. Durch­drücken des Profils) besitzen sowie harmonisch über den gesamten Fuß abrollen.

Erdiger Fußpfad: Ein griffiges, dreckabweisendes Profil ist ideal für typische Voralpentouren, eine gewisse Robustheit des gesamten Schuhs für schotterige Pfade. Weiche Fersendämpfung und ein (Profil-)Absatz erleichtern den Abstieg.

Steig/Gelände: Das Profil mit Absatz sollte sehr griffig und dreckabweisend sein sowie ein Gefühl für den Untergrund ohne Durchdrücken (Geröll) vermitteln, während der Schuh guten (Seiten-) Halt bieten sollte.

Felsig/Fels: Das Profil sollte Rei­bungsflächen oder eine blockige Struktur von den Zehen bis zum Innenballen besitzen, der Schuh sehr guten Fußhalt und Seitenhalt bieten und etwas robuster sein. Auch Schuhe mit niedrigem nega­tivem Profil können sich für felsige Steige oder Klettersteige eignen.

KONSTRUKTION

Zum besseren Vergleich erfolgten alle Tests mit zwei unterschiedlichen Schuhmodellen an den Füßen.

Die Schnürung variierte je nach Einsatzbereich: Für enges Anliegen war Nachziehen erforderlich, für Komfort eine leichtgängige Schnell­schnürung und für sportliche Mo­delle eine effiziente Zugschnürung. Sie wurde daher nicht bewertet.

Der Seitenhalt wurde zwar durch Stehen auf einem Balken und beim Gehen geprüft. Aber letztlich waren Fußhalt und Profilgriff entscheidend für die Geländegängigkeit. Ein Ein­kanten der Sohlen war kaum möglich (am ehesten Salewa und Aku).

Der Profilgriff wurde durch Gehen auf matschiger Erde, auf steiler Wiese und beim Fahrwegsabstieg ermittelt. Herausragend griffig waren Adidas und Mammut MTR, nur mäßig griffig Aku und Salewa (können v. a. bei Nässe rutschen).

Die Dreckabweisung war im Vergleich zu normalen Bergschuhen phänomenal. Am ehesten blieb Dreck beim Abstieg unter der Ferse hängen. Salomon, Vaude, Merrell und Aku ragten hier heraus.

Beim Abrollen wurde sowohl die ergonomische Bewegung des Vor­derfußes über den Ballen und die Aufbiegung der Zehen als auch das Rollen über die Ferse bewertet. La Sportiva, Mammut MTR und Merrell waren praktisch widerstandsfrei und rollten auch beim Abstieg gut über die Ferse ab.

Die Umschließung des Fußes mit­tels Vorformung (v. a. Adidas) plus die Anpassung mittels Schnürung ergibt den Fußhalt. Bewertet wurde ein möglichst geringes Verrutschen des Fußes von der Ferse bis zum Zehenbereich. Selbst bei vorn breiteren Fußbetten verschoben sich die Füße bei Hangquerungen kaum im Schuh (außer Mammut MTR, Merrell und Vaude; Meindl für breitere Füße).

Die Sohlendämpfung wurde im Ab­stieg über einen guten Schottenweg geprüft. Die weichsten Dämpfungen erhielten die besten Bewertun­gen (Salomon und Merrell), sind aber für lange Abstiege oder mit schwererem Gepäck weniger gut als mittlere (Aku, Lowa und Mammut Claw).

Tipp 1 Für die nötige Stabilität im Schuh sorgen eine optimale Passform im Mittel- und Vorfußbereich, umfassender Fersenhalt und eine Schnürung, die den Fuß gut umschließt. Des Weiteren ist der Grip entscheidend: Nur ein optimaler Sohlenaufbau mit entsprechen­der Dämpfung, gutem Abrollverhalten und robustem Sohlenprofil gewährleisten Trittfestigkeit und damit sicheres Vorankommen am Berg. Ein sportlicher Multifunktionsschuh sollte sich optimal an das Terrain anpassen und direkten Bodenkontakt ermöglichen, was durch eine flexible Zwischensohle erreicht wird. Grip und Widerstandfähigkeit ist von der Außensohle abhängig: Diese sollte so aufgebaut sein, dass sie eine optimale Balance zwischen einer härteren Gummimi­schung für Langlebigkeit und einer weicheren Mischung für Grip und Vortrieb gewährleistet.

Tipp 2  Frauenmodelle sind optimal an die weibliche Anatomie angepasst. Das beginnt beim Leisten, der bei Frauen im Ballenbereich in der Regel schmaler ist, bis hin zur Passform im Mittel- und Vorfuß. Der Fersenbereich ist etwas schlanker. Bei Frauenmodellen wird besonders auf Halt und Stabilität im Fußgewölbe geachtet.

Tipp 3 Ob der Schuh wasserdicht-atmungs­aktiv oder membranfrei sein sollte, kommt ganz auf den Einsatzbereich an. Jemand, der bei höheren Temperaturen unterwegs ist, wird sicher einen Mesh-Schuh vorziehen. Ein Schuh mit Membran ist vor allem dann ratsam, wenn er das ganze Jahr hindurch bei unterschied­lichsten Witterungen getragen werden soll.

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