11 KLEINE TREKKING RUCKSÄCKE im Test

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DAS RÜCKENSYSTEM

Ein Tragesystem braucht man ab einem Last-Gewicht von etwa acht Kilogramm. Je schwerer die Last, umso wichtiger wird die Konstruktion des Rucksack-Rückens. Der Rücken muss steif genug sein, um möglichst viel Gewicht auf den Hüftgurt und damit auf die Hüften zu verlagern, denn sie und nicht die Schultern sollen die Hauptlast tragen. Ande­rerseits muss der Rucksack-Rücken flexibel genug sein, um die Bewegungen des Körpers nicht zu behindern.

Um dies zu erreichen, setzen die Hersteller auf ver­schiedene Konstruktionen: x- v- oder u-förmige Rahmen, Helix-artig verdrehte Rahmen, Kunststoffplatten alleine oder in Kombination mit Rahmen, zentrale Schienen. In der Praxis, mit einer Zuladung von zwölf Kilogramm, konnten wir diesbezüglich allerdings keine Unterschiede spüren. Weder fühlten wir uns durch eine bestimmte Rücken-Kon­struktion behindert, noch besonders in unseren Bewe­gungen unterstützt. Entscheidend scheint uns hingegen zu sein, dass die Rücken-Konstruktion mit dem Hüftgurt ver­bunden ist, um die Last auf ihn zu verlagern. Dies ist ein­zig beim Kestrel 48 von Osprey nicht der Fall: Der Alu-Rah­men verläuft unabhängig vom Hüftgurt; nur die recht weiche Schaumstoffplatte ist mit ihm verbunden. Bei wenig Gewicht im Rucksack trägt sich der Osprey daher beson­ders bequem, mit schwererer Zuladung aber werden die Schultern gefordert.

DIE POLSTERUNG

Neben der Gewichtsübertragung auf den Hüftgurt hängt es von der Polsterung des Rucksack-Rückens ab, wie gut der Rucksack sich tragen lässt. Zu dick sollte sie nicht sein, weil der Schwerpunkt des Sacks sonst unnötig weit nach hinten verlegt wird; je näher die Hauptlast zur Körpermitte gebracht wird, umso leichter und stabiler ist sie zu tragen. Die Polsterung des Matrix 50 von Haglöfs könnte daher durchaus etwas dünner sein. Relativ hart fühlt sich die Rücken-Polsterung des Epic 45 von Black Diamond an, was man aber durchaus als angenehm empfinden kann. Auch der Falketind Pack 45 von Norröna und der Mountaineer 46 von Jack Wolfskin haben eher harte Rü­cken, während die anderen deutlich weicher sind. Wie hart oder weich es sein soll, ist letztlich Geschmackssache. Be­sonders auffällig war in unserem Test jedenfalls der Guide 45+ von Deuter, der so weich und angenehm an unser bei­der Rücken auflag wie kein anderer.

Schließlich bestimmt die Polsterung auch, wie großflä­chig der Rucksack am Rücken aufliegt und wie viel Lüftung er zulässt.

DIE TRÄGER UND RIEMEN

Schulmäßig sollte der Ansatzpunkt der Schultergurte zwi­schen den Schulterblättern liegen. Da die Rückenlängen von Menschen sehr unterschiedlich sind – sogar gleich große Menschen können verschieden lange Rücken haben -, bieten viele Hersteller mehrere Größen eines Modells oder Modelle mit verstellbarer Rückenlänge an. Für Frauen sind zudem eigene Damenmodelle auf dem Markt, die neben kürzeren Rücken auch schmaler geschnittene Träger und konisch geformte Hüftflossen haben.

Um die Zugpunkte der Schulter-Trimmriemen optimal einstellen zu können, sollten deren Ansatzpunkte nach vor­ne und hinten verstellbar sein. Dies ist bei den Modellen von Haglöfs, Deuter, Black Diamond und Bergans möglich. Alle anderen haben fixe Ansatzpunkte.

Die Kompressionsriemen an den Seiten des Packsacks ermöglichen ein Minimieren des Kraftarms des Gewichts. Alle hier vorgestellten Rucksäcke sind mit Kompressionsrie­men ausgestattet. Bei den Rucksäcken von Mammut, Norrö­na, Haglöfs, Millet, Bergans und Deuter lassen sich diese Riemen sogar quer über die Front auf die andere Seite spannen, was bei einem relativ leeren Rucksack noch mehr Kompression bringt.

DER HÜFTGURT

Natürlich müssen ab einem bestimmten Gewicht des Ruck­sacks auch die Schultern ihren Beitrag leisten; die tragende Rolle aber spielt der Hüftgurt. Er muss die Hüfte fest um­schließen, ohne Druckstellen zu verursachen, und tief ge­nug sitzen, um die Bauchatmung nicht zu stören.

Wie bei der Rückenlänge und beim Ansatzpunkt der Träger unterscheiden sich mitunter auch bei der Form und Polsterung des Hüftgurts Damen-und Herren-Rucksäcke: Die Gurte der Herrenmodelle des Bioflex Light 50 von Berghaus und des Matrix 50 von Haglöfs beispielsweise lagen im Praxistest an den männlichen Hüf­ten ausgezeichnet an, während sie von den weiblichen Hüften A-förmig beziehungsweise V-förmig abstan­den. Mit dem Herrenmodell des Guide 45+ von Deuter hingegen waren auch die weiblichen Hüften sehr zufrieden. Auch hier gilt es also, beim Kauf viel auszuprobieren.

Alle Hersteller bemühen sich bei der Konstruktion der Rucksäcke darum, der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Hüften beim Gehen schwingen, während der Rücken eher gerade bleibt. Alle Hüftgurte lassen den Hüften daher mehr oder weniger große Bewegungsfreiheit, entweder, in­dem sie Sack und Gurt an einem fixen Drehpunkt verbin­den, oder, indem sie an der Aufhängung etwas Spiel lassen, oder, indem der Ansatz des Hüftgurts relativ weich gehalten wird. Bei den Modellen von Millet und Black Diamond wird man selbst mit dem wildesten Hüftschwung an keine Grenzen stoßen. Bergans tut noch ein Übriges und lagert auch den Ansatz der Trä­ger beweglich, da die Schultern beim Gehen eine ge­genläufige Bewegung zu den Hüften ausführen.

Beim Gehen ist es tatsächlich sehr angenehm und Kraft sparend, wenn der Körper sich relativ un­abhängig vom Rucksack bewegen kann. Beim Steigen oder leichten Klettern und steil bergab kann es hinge­gen vorteilhafter sein, den Mechanismus mit Riemen zu blockieren, was bei allen Modellen möglich ist.

FAZIT

Der Top Tipp geht diesmal eindeutig an den Guide 45+ von Deuter: Sein Packsack bietet alles, was man für ein Hüttentrekking im Sommer oder im Winter brauchen kann, und vom Tragegefühl waren das ge­samte Testteam begeistert.

Den Preis Tipp erhält der günstigste Rucksack im Test, der Escapator 40+ 10 von Vaude. Wem er von der Rückenlänge her passt, der hat an ihm einen besonders kletteraffinen Lastenträger.

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