8 Klettergurte im Text – Welcher Klettergurt eignet sich wofür?

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Klettersteig: Der Gurt benötigt nur ein bis zwei Karabinerschlaufen zum Verstauen der Si­cherungsäste des Klettersteigsets. Verstellbare Beinschlaufen für dickere Hosen oder Schuhe auf Hochgebirgssteigen sind sinnvoll.

Gletscher/leichte Hochtour: Gurt- und Beinschlaufen sollten sich leicht öffnen und schließen lassen. Der Gurt kann einfach gehal­ten sein, und sollte für Fels- oder Eispassagen eine zweite Materialschlaufe besitzen.

Alpinklettern/Hochgebirge: Vier Schlaufen und evtl. zusätzliche Fixierungen inkl. Haul Loop ermöglichen eine übersichtliche Materialvertei­lung; verstellbare Beinschlaufen erleichtern die Anpassung an die Oberschenkelweite. Gute und luftige Polsterung ist empfehlenswert.

Klettergarten/Halle: Vor allem fürs Hängen sollte der Gurt komfortabel sein und bis zu sechs Größen und narrensichere Verschlüsse aufweisen. In der Halle reichen zwei Karabiner­schlaufen für die Expressschlingen. Verstärkungen sind-wegen der Wechselbelastung sinnvoll. Beinschlaufenverstellung ist nicht erforderlich.

Letztlich geht es bei allen Klettergurte darum, dass sie einen Sturz halten. Je nach Einsatzschwerpunkt unterscheidet sich die Konstruktion dennoch

8 Klettergurte im Text 01Wenn man drin hängt, merkt man es sofort: ist der Hüft­gurt gut gepolstert? Das sollte er; und zudem am Rü­cken etwas breiter. Hohen

Tragkomfort verschaffen Schweiß absorbie­rende oder besser durchlässige Materialien wie Meshpolster (Stubai), luftiges Netz-Mesh (Singing Rock) odergelochter Schaumstoff mit Netzlüftung (Edelrid). Verstellen lässt sich der Umfang des Hüftgurts an dem tragenden Band mit einer Sicherheitsschnalle (Slide-lock; Black Diamond zwei Zentrierungsschnal­len; außer LACD), die sich nicht unbeabsich­tigt lösen kann. Die meisten vorgestellten Gurte lassen sich übrigens relativ leicht in­klusive Beinschlaufen komplett öffnen, so dass man sie anlegen kann, ohne von oben einsteigen zu müssen.

Verschluss

Die Verschlüsse funktionierten alle zuver­lässig, nur der für eine Komplettöffnung vorgesehene LACD kann sich bei Entlastung lockern. Die meisten Schnallen waren mehr oder weniger hakelig zu öffnen (v. a. Singing Rock und Black Diamond; außer Stubai). Bei Edelrid dagegen flutschte das Gurtband leicht­gängig durch die Hüftgurt-Schnalle. Als ein­zige ließ sie sich nicht komplett öffnen.

Zentrierung

Eine gute Zentrierung des Gurts erhöht den Komfort beim Hängen und ermöglicht einen optimalen Zugriff auf die Materialschlaufen. Dies war nur bei Black Diamond mit Doppel­schnalle und LACD mit einseitiger Material­schlaufe und breitem Hüftband der Fall. Die anderen Modelle ließen sich allenfalls zufäl­lig (Stubai) oder bei feiner Größenabstufung (Edelrid und Mammut) gut zentrieren.

8 Klettergurte im Text 06Tragekomfort

Alle Gurte passten sich beim Gehen oder Klettern dem Körper an, außer Stubai (schrä­ge Hüftgurt-Aufhängung) und Edelrid (etwas starre, schmalere Beinschlaufen). Entschei­dend für die Bewertung waren aber Polste­rung und v. a. Schweißableitung. Hier punk­tete Singing Rock und Edelrid.

Aufhängungen und Verstärkungen Herzstück des Hüftgurts ist der Textil-Ring, der Hüftteil und Beinteile lose verbindet.

Wegen der Reibung der beweglichen Teile aneinander und am Seil, sollten die bei­den Aufhängungen Verstärkungen besit­zen und der Zentralring aus zwei, besser drei Bandlagen bestehen. Der Ring wird an Klettersteig (Klettersteigset) und Glet­scher (Seilkarabiner) sowie zum Sichern verwendet. Beim direkten Einbinden ins Seil hingegen sollte man die Aufhängun­gen verbinden, anstatt den Zentralring zu verwenden. So bleibt er von Seilreibung

verschont. Für diesen Zweck besitzen die besonders robusten Mammut und Edelrid eine kunststoffverstärkte Aufhängung am Beinteil. Dagegen werden bei fest verbun­denen, einteiligen Sitzgurten (Petzl und LACD) Seil und Sicherung in die verstärkte Anseilschlaufe gehängt. Sie sind einfacher konstruiert und günstiger als Hüftgurte.

Beinschlaufen I: Komfort und Verstellung Obwohl sie nur je die Hälfte des Hüftgurts aushalten müssen, sind die Beinschlaufen wesentlich für den »Hängkomfort« eines Klettergurts. Sie sollten daher gut ausgestattet sein — sprich um den hinteren Oberschenkel ausreichend breit und so gut gepolstert wie der Hüftgurt. Da man je nach Wetter unterschiedlich dicke Hosen verwendet, empfiehlt sich im Gebirge eine Weitenverstellung mit Schnallen wie am Hüftgurt (fast alle Modelle). Black Diamond hat dagegen einen »Schiebereg­ler«, der sich ohne zu drücken elastisch dem Oberschenkelumfang anpassen lässt. Die fi­xen 8 Klettergurte im Text 05Beinschlaufen von Edelrid sind dehnbar, passen sich also bedingt an die Hose an.

Hängen

Ohne Schmerzen an den Beinen zu bekom­men, lässt sich am längsten mit Petzl und Stubai (zudem Oberkörper ganz aufrecht) und Mammut hängen. Edelrid schneidet trotz Komfortkonstruktion an den Schenkelinnen­seiten ein, bei Black Diamond kann man sich ohne Festhalten am Seil nicht aufrecht halten.

Beinschlaufen II: Elastische Straffung

Um die Beinschlaufen oben zu halten, be­sitzen alle Klettergurte hinten dünne elas­tische Riemen, die sich verstellen lassen (Mammut leichtgängig, LACD kompliziert, Black Diamond praktisch nicht, Edelrid keine Verstellung). Sie sind gebündelt aufgehängt und abhäng- oder abschnallbar. Parallele Aufhängungen wie bei SingingRock erlauben eine exakte Einzelverstellung.

Mit abschnallbaren Riemen lassen sich zu­dem beim Packen und Transport verdrehte Beinschlaufen vor dem Anlegen des Gurts leichter entwirren. Gleiches gilt für die rela­tiv steifen Beinschlaufen von Edelrid und die Sitzgurte (Petzl sogar mit »Right«-Etikett).

Ein Aushängen der Riemen kann die Entwir­rung erleichtern.

8 Klettergurte im Text 02Materialschlaufen und Extras

Standardmäßig haben Hüftgurte vier Ma­terialschlaufen. Zum leichteren Einhängen ergonomisch geformt sind nach außen auf­gebogene (Black Diamond) oder hinten höhe­re (Mammut; Edelrid beides) Schlaufen. Petzl braucht für Klettersteig und Gletscher nur zwei Materialschlaufen (sehr gut einzuhän­gen), LACD nur eine.

Jeder Klettergurt sollte neben Beutel mit Netz eine ausführliche Anleitung besitzen. Bei Petzl und Black Diamond befinden sich Anlei­tungsskizzen am Gurt. Hinten sollte sich eine kleine Schlaufe für den Magnesiabeutel oder eine robuste Haul Loop für Schuhe, Trinkfla­sche oder Seil befinden. Die überstehenden Bändel von Hüftgurt und Beinschlaufen lassen sich mit je zwei Schlaufen am bes­ten fixieren (Mammut, Black Diamond, Singing Rock; LACD mitlaufende Schlaufen). Mammut besitzt einen Schad-Indikator (rote Fasern bei Aufrieb) und ist Fair-Wear-zertifiziert.

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