30 Liter Rucksäcke im Test

No Comments

Rucksäcke mit einem Volumen von 30 Litern sind optimal für größere Tages-sowie kleine Hochtouren. Das optimale Einsatzgebiet eines Rucksacks hängt aber darüber hinaus von diversen anderen Faktoren ab.

Keine Tour ohne Rucksack

(Berg-)Wandern: Leicht konkav gekrümmte Rücken mit 3D-Mesh oder lüftende Netzrücken bzw. schweißsaugende, luftige (innen Fasern) oder durchbrochene Gurte sollen verhindern, dass man schwitzt und das Material durch­feuchtet. Kompressionsriemen sind nicht nötig, stattdessen Stöckehalter

Alpin(-Bergsteigen): Um bei Drehbewegung kaum Fliehkraft zu entfalten, sollte der Ruck­sack am teillüftenden Rückenpolster anliegen. Die Schultergurte können Riemen zum Variieren der Lastposition und des Anpressdrucks besit­zen. Kompressionsriemen und Stock-/Pickel-/ Beil-Halter erhöhen die Variabilität.

Klettern/Klettersteig: Der seitenstabi­le, eng anliegende Rucksack sollte schlank geschnitten, robust und schlicht sein (keine seitlichen Riemen). Der Traggurt ist wegen schwererer Zustiegslast oder Schwerpunkt auf den Schultern komfortabel und der gepolsterte Hüftgurt abnehmbar oder durch einen Riemen ersetzt.

30 Liter Rucksaecke01Bike&Hike: Flexibles Anliegen, ein sehr guter Seitenhalt und Schulterfreiheit, effektive Kompression und ein geringes Gewicht zeichnen den Rucksack aus. Ein einigermaßen lüftender Rücken und luftige Gurte sind angenehm. Schlaufen sollten es ermöglichen, einen Helm oder Stöcke anzubringen.

Die vielseitigen Tagesrucksäcke für Bergsteiger besitzen ein Volumen um 30 Liter (1). Die Mindestmenge, die Packsack samt Taschen und Fächer fassen sollte, liegt bei 25 Litern; bei Mehrtagetouren oder Winter­touren mit voluminöser Ausrüstung sogar 30 Liter. Für Hochtouren sollten Rucksäcke mindestens 35 Liter Volumen haben und einen variablen Deckelverschluss (Ortovox und Mammut). Die Volumenangaben der Hersteller sind aber nicht immer korrekt, da es Modelle mit mehreren Längen (z. B. Osprey) oder variablem Volumen (z. B. ausziehbarer Mammut) und verschiedene Messverfah­ren (Lowe Alpine ohne offene Fächer) gibt. Tatonka wurde vom Hersteller schlichtweg zu großzügig, Berghaus vor Aufspannen des Netzes gemessen.

Dieser Mini-Trekkingrucksack von Berg­haus ist der schwerste (1,4 kg) der ansonsten durchwegs relativ leichten Modelle, von de­nen Mammut und Ortovox (1,3 kg) für hoch-tourentaugliche Rucksäcke sehr leicht und Jack Wolfskin sowie Tatonka (0,6 bzw. 0,8 kg) ultraleicht sind. Neben Uni- und Herren­rucksäcken werden in dieser Kaufberatung auch Damenrucksäcke vorgestellt.

Rucksacktyp und Kompression

30 Liter Rucksaecke03Der klassische Deckelverschluss mit ein oder zwei Schnallenfixierungen ist wieder im Vormarsch, selbst bei reinen Wanderrucksä­cken oder Bike&Hike-Modellen (außer Black Diamond mit Rundbogen-RV). Nur Ortovox hat als Seiteneingriff in den Packsack (auch bei Deuter, Lowe Alpine) oder zum Packen ei­nen genialen Koffer-RV.

30 Liter Rucksaecke02Der »Toploader« ist aus mehreren Gründen von Vorteil: er ist weniger defektanfällig als der RV (zudem sind die Schnallen austausch­bar); schützt effektiver vor Nässe durch den Deckel, zudem lässt sich das Volumen erwei­tern, indem man Kleidung oder Kletterseil unter den Deckel legt.

Daher besitzen Deckelrucksäcke mit (Eis-) Kletteranspruch einen »Top-Kompressions«­Schnallenriemen, mit dem sich Ausrüstung unter dem Deckel fixieren oder ein voller Rucksack auch oben komprimieren lässt. Die häufig schlank und länglich geformten Rucksäcke dieser Kaufberatung besitzen teils gar keine seitlichen Kompressionsrie­men (Black Diamond Frontnetz) — was den Packsack unten eher zum Wackeln bringt (v. a. Ortovox und Lowe Alpine), dafür aber 3 vermeidet, dass man beim Klettern seitlich verhakt. Andererseits können die üblichen zwei Paar Kompressionsriemen (oben meist Schnallenriemen) als zusätzliches Fixie­rungsmittel fungieren.

Fixierungen

30 Liter Rucksaecke04Typischerweise haben die Rucksäcke eine ex­terne Fixierungsmöglichkeit für Pickel (nur Lowe Alpine, Black Diamond und Jack Wolfskin), bei Rucksäcken mit extremerem Anspruch existieren darüber hinaus zwei Beilhalte­rungen (bei schlichten Modellen wie Haglöfs versenkt). Diese lassen sich notfalls als Stock­halter verwenden, während Lowe Alpine, Deu­ter und Berghaus die funktionelleren, reinen Stöcke- oder einzelne Stockhalter besitzen. Osprey besitzt eine ausgeklügelte Stöckefixierung, bei der der Rucksack nicht abgenommen werden muss.

Beliebt sind multifunktionelle Front- oder Deckelschlaufen für Befestigungsriemen oder Gumminetze (z. B. für Steigeisen bzw. Helm). Für Gletscher und Klettersteig sind Karabinerschlaufen gedacht; Rücklicht-Fixie­rungen fürs Mountainbiken. Bedingt skitou­rentauglich sind Tatonka, Mammut (Skischlau­fen) sowie Jack Wolfskin mit großem Trink-/ Schaufelfach und Stiel-/Sondenhülle innen, aber ohne Skibefestigung.

Tragsystem

Das Tragsystem besteht aus Hüftgurt und durch einen Brustriemen verbundene Schul­tergurte. Diese sollten bei voluminöseren Rucksäcken Schulterriemen besitzen. Da­durch lässt sich variieren, wie die Last positi­oniert wird 30 Liter Rucksaecke05(Mammut top): soll der Rucksack vom Rücken abstehen oder besser anliegen, um nicht zu wackeln? Kleinere Tagesrucksä­cke brauchen keine dick, sondern luftig ge­polsterte Schultergurte, um Schweißdampf abzuleiten. Statt dem üblichen, festeren Mesh mit Schaumstoffkern ist hier das luft­durchlässige Airmesh (z. B. Black Diamond) ideal, besonders in Kombination mit ge­lochtem Schaumstoff (z. B. Deuter). Die gibt es auch am Hüftgurt. Die dort verwendete Polsterung entspricht in der Regel jener bei den Schulterträgern.

Tagesrucksäcke mit extremerem Anspruch besitzen teils ungepolsterte, wenn auch meist breitere Hüftriemen (z. B. Arc’teryx und Hag­löfs), um nicht den Klettergurt zu behindern und um besser radeln zu können. Dampf lei­ten am besten reine Netzflossen (Jack Wolfskin) ab, Polsterungen mit Schlitz am Beckenkamm (Ortovox, Osprey) passen sich hingegen am kom­fortabelsten an. Bei größeren oder extremeren Rucksäcken (Klettern, Bike&Hike) erhöht ein Hebelzug (Riemen nach innen statt außen ziehen; Mammut und Black Diamond) die Effek­tivität der Anpassung des Gurts.

Rückensystem

Bei Tagesrucksäcken lässt sich so viel Ge­wicht zuladen, dass ein Gestell sinnvoll ist — sei es eine festere Platte mit Formstrebe (z. B. Arc’teryx optimal S-förmig) oder eine flexib­lere Formplatte (z. B. Osprey lüftend-konkav). Ulraleicht-Rucksäcke besitzen nur eine ge­rade Schaumstoffmatte im Rücken, die sich jeder Bewegung anpasst oder sogar zusam­mengefaltet in einem Mehrtagerucksack verstauen lässt (Jack Wolfskin und Tatonka). Die Polsterungen reichen vom 3D-Hartschaum mit Textil- oder Meshbezug für schwerere Lasten (kann unten im Kreuz drücken) über weicheres Mesh oder Airmesh mit zentra­lem Lüftungskanal bis zu netzbezogenem Schaumstoff. Für einen stabileren Seitenhalt sollten diese am Rücken anliegen, sich aber nicht anpressen. Lüftungskanäle, konkave Formung und v. a. für Luftzirkulation auf­gespannte Netze (leichter Zug nach hinten) sorgen für Lüftung bei Sommeraktivitäten. Eine längenverstellbare Rückenanpassung (genauer: Traggurtaufhängung) besitzen in dieser Kaufberatung nur Berghaus (Haken) und Osprey (Kleff), die beide einfach, aber etwas mühsam funktionieren.

So bewertet der BERGSTEIGER

Groß und deutlich stehen die Volumenangaben auf den meisten Rucksäcken. Doch nicht immer sind sie richtig. Wir haben sie daher mit Kügelchen-Säcken »ausgelitert«, und zwar inklusive aller (Volumen-)Taschen und un­verschlossenen (Stretch-)Fächer.

Tragkomfort Die Rucksäcke wurden mit sechs Kilo Zuladung geprüft. Das Tragsystem sollte eher luftig als hart gepolstert sein – es sei denn, man trägt schwere Kletter-/Hochtourenaus­rüstung (Ortovox, Arc’teryx; teils Hag­löfs, Black Diamond und Mammut). Bei Tatonka, Haglöfs und Jack Wolf­skin musste man Komfortabstriche für Leichtkonstruktion eintauschen.

30 Liter Rucksaecke06Halt: Um seine Tauglichkeit für Gleichgewicht erfordernde Berg­aktivitäten zu prüfen, schwenkten die Testpersonen den gut fixierten Rucksack seitwärts. Es gab nur gut bis sehr gut sitzende Modelle (aber Berghaus hohe Fliehkraft), bei de­nen allenfalls der untere Packsack etwas schwabbelte (Leichtruck­säcke Jack Wolfskin und Haglöfs). Mammut saß wie angegossen.

Lüftung: Die Qualität der Lüftung lässt sich beim Tragen besser erken­nen als dem Anschein nach, denn ein dünnes 3D-Polster funktioniert kaum. Das Spektrum reichte von aufgespannten Netzrücken mit Luftzirkulation (Wanderrucksäcke Berghaus und Deuter) über 3D-Mesh mit funktionierenden Lüftungskanälen (v. a. genialer Mammut; Jack Wolfskin) bis zu ungelüftet anliegenden Modellen (Arc’teryx und Tatonka).

Ausstattung: Hier wurde letztlich die Vielseitigkeit des Rucksacks bewertet. Die umfangreichste Ausstattung besaßen naturgemäß die hochtourentauglichen Modelle (Mammut und Ortovox), die übliche umfasste mindestens Pickel- und Stöckefixierungen, die reine Wander­ausstattung zwei Stockhalter (Berg­haus mit Rückenlängenanpassung, Deuter mit großem Fronteingriff)

Tipp 1 Als Polsterung werden Schaumstoffe eingesetzt, bei hochwertigen Produkten im Lagenaufbau: Das formstabile EVA absorbiert den Druck, das PU sorgt für eine weiche Auflage, Entscheidend für den Tragkomfort ist aber, dass Träger, Rücken und Flossen analog der menschlichen Anatomie vorgeformt sind. Damit werden Druckstellen und Fehlbelastun­gen verhindert. Die höchste Dampfdurchlässig­keit an den Gurten erreicht man mit dem porösen Mesh-Textil: Je grobmaschiger es ist, desto luftdurchlässiger ist es, desto eher spürt man es auf der Haut. Weiter hilft der Einsatz von perforierten Polsterungen.

Tipp 1 Für die Lastverteilung gilt bei einem Tagesrucksack das gleiche wie bei einem großen: Schwere Gegenstände sollten nahe am Körper platziert sein, damit der Rucksack nicht nach hinten zieht und man mehr Kraft braucht. Bei über 30 Liter Volumen erfolgt die Verteilung überwiegend über den Lendenbereich und den Hüftgurt, bei einem kleineren Rucksack mehr über die Schulterträger.

Tipp 3 Ein Wanderrucksack hat ein eher starres Rückensystem, da hier die Belüftung im Vordergrund steht. Für aktive Sportarten wie Bergsteigen,Trail Running oder beim Klettern ist der nahe Sitz am Körper wichtiger. Der Rücken sollte hier flexibel sein und die Bewegungsfreiheit nicht einschränken. Bei einem Rucksack mit Rahmen sollte dieser entsprechend der S-Form der Wirbelsäule vorgeformt sein.

Den richtigen Rucksack finden

* Es existieren viele unterschiedliche Fixierungen und Extras, Komforteigenschaf­ten und Tragsysteme. Daher sollte man am besten vor dem Gang zum Händler die gewünschten Optionen festlegen.

* Zum Anprobieren beim Händler ein voluminöses Gewicht (z. B. zwei Bergseile) in den Rucksack stecken und wie bei den Bewertungen dieser Kaufberatung verfahren.

* Beim Anlegen des Rucksacks alle Gurte lockern, den Hüftgurt mittig auf dem Beckenkamm auflegen und schließen, dann die Traggurte anziehen (locker zum Wandern, fester für intensive Aktivitäten).

* Relativ dünne Pickelhalterschlaufen eig­nen sich gut als Stockhalter, wenn man sie zu einer schmalen Öse für die Stockspitze verdrillt.

* Zu breite oder zu harte Schultergurte können die Beweglichkeit im Schulterbe­reich beim Klettern oder Mountainbiken beeinträchtigen.

Kategorien

Wetter

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

like!hanfsamenräuchermischungensensiseedsweedseedshopgorilla seed bank

More from our blog

See all posts
No Comments