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Ungefähr zehn Jahre ist es her, dass Softshells auf den Markt kamen und euphorisch als Ende der klas­sischen Drei-Schichten-Lehre im Bergsteigen gefeiert wurden: Aus drei mach zwei, über der Funktionsunterwäsche sollte fortan statt Fleece und Regenjacke eine einzige Schicht für Isolation und Wetterschutz sorgen und dabei auch noch den Tragekomfort deut­lich verbessern.

Im alpinen Normalfall haben sich Softshells tatsächlich als Allzweckwaffe gegen Wind und Wetter etabliert. Denn sie bieten mehr Bewe­gungsfreiheit sowie Trage- und Klimakomfort als Hardshells und sind deutlich robuster und vielfältiger einsetzbar als leichte Isolationsja­cken. Softshells sind die Arbeitstiere unter den Outdoor-Textilien — gleichermaßen perfekt für schweißtreibende Seillängen in rauem Granit, kühle, windige Standplätze und Abseilmanö­ver im Nieselregen. Und sehen dabei auch noch gut aus.

KLEINE SOFTSHELLKUNDE

14 Kapuzen Softshells im Alpintauglichkeits TEST 05Es gibt zwei Arten von Softshells: gewebte und laminierte. Bei ersteren sorgt eine dicht ge­webte Außenseite für mehr oder weniger Schutz vor Wind, eine Imprägnierung soll Regen abhalten. Laminat-Softshells bestehen aus zwei oder drei flächig miteinander verklebten Schichten, eine Membran oder Beschichtung sorgt für Schutz vor Wind und Wetter. Selbst bei einer wasserdichten Membran kommt der Imprägnierung aber große Bedeutung zu, denn eine vollgesaugte Außenschicht redu-

ziert die Atmungsaktivität drastisch. Auch nach mehreren Maschinenwäschen sollte zu­mindest leichter Regen noch abperlen. Schwachstellen sind dabei Nähte, Reißver­schlüsse und aufgestickte Logos, weshalb diese ebenfalls gut imprägniert und bei einer als „wasserdichte Softshell” angepriesenen Jacke auch mit Tape unterlegt sein sollten.

Unter den 14 Jacken im Test sind sechs gewebte Softshells, sieben Laminatmodelle und von Norrona eine Hybridjacke, die Lami­natpartien mit gewebten Teilen kombiniert. In Sachen Wetterschutz reicht das Spektrum von 80-prozentiger Windabweisung beim Vaude Sardona Jacket bis zum wasser- und winddich­ten Trinity Jacket von Mountain Hardwear.

FREI VON SPANNUNGEN

Die Klettereignung einer Softshell hängt ne­ben einer abriebfesten Außenschicht vor allem vom Schnitt, der Elastizität des Textils und der Anordnung der Nähte ab. Beim Klettern sollte der Saum nicht oder möglichst wenig nach oben rutschen respektive die Jacke mit Kletter­gurt darüber nicht an den Schultern spannen. Für den Schnitt gilt: Möglichst körpernah, um beim Klettern nicht aufzutragen und im Weg zu sein, aber auch nicht zu eng, damit die Be­wegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird und auch noch eine wärmende Schicht darunter passt. Ein paar Jacken sind im Schulterbereich sehr knapp geschnitten, bei ausgeprägter Schultermuskulatur und starkem Latissimus wird’s hier selbst mit einer dünnen Schicht da­runter schon eng. Dies gilt besonders für viele Frauenmodelle. Dass heutzutage auch Kletterinnen breite Schultern haben können, scheint noch nicht bei allen Produktmanagern ange­kommen zu sein.

Die Stretcheigenschaften der meisten Soft­shell-Textilien sind inzwischen mehr als be­achtlich. Um diese voll zur Entfaltung zu bringen, dürfen sie aber nicht durch unnötig viele beziehungsweise ungünstig platziert Nähte konterkariert werden.

PRIMA KLIMA

In Sachen Klimakomfort gilt nach wie vor die Faustregel: je windabweisender, desto weniger atmungsaktiv. Dementsprechend sorgen ge­webte Softshells meist für ein besseres Innen­klima als Laminate. Bei letzteren wiederum haben nicht komplett winddichte Vertreter wie Polartec Power Shield gegenüber 100 Pro­zent winddichten Laminaten wie Gore Wind­stopper beim Klima die Nase vorn. Schon ein oder zwei Prozent Winddurchlässigkeit bewir­ken eine Luftzirkulation und damit ein besse­res Innenklima. Aber auch die komplett wind­dichten Laminate wurden im Bereich der Atmungsaktivität in den letzten Jahren deut­lich verbessert. Die heutigen Gore-Windstop­per-Materialien beispielsweise übertreffen ihre Vorgänger um Welten.

Für zusätzliche Luftzirkulation am Körper sorgen Ventilations-Reißverschlüsse von der Seite über die Achseln bis zum Oberarm, soge­nannte Pitzips. Aber auch mit Netzfutter verse­hene Taschen und weite Ärmelbündchen ver­schaffen bei Bedarf Frischluftzufuhr.

FAZIT UND EMPFEHLUNGEN

Die Erwartungen an eine Softshell sind ein Stück weit Geschmacksache. Manche lieben es eher luftig, manche wünschen absoluten Windschutz. Gleiches gilt für die Frage, ob der Helm unter oder über der Kapuze getragen wird. Absolutes Muss für eine alpintaugliche Softshell ist aber, dass sie die Bewegungsfrei­heit nicht einschränkt und bei leichtem Regen eine Zeit lang schützt. Darüber hinaus haben wir die Modelle vorrangig hinsichtlich ihrer von den Herstellern versprochenen Qualitäten bewertet und sie insgesamt auf ihre Stimmig­keit untersucht. Dementsprechend gehen un­sere Empfehlungen und der Preistipp an fünf sehr unterschiedliche Jacken, die besonderes leisten — für jeden Geschmack.

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