8 LVS GERÄTE IM TEST

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Welches LVS-Gerät eignet sich wofür?

Mehrfachverschüttung: Das Gerät verfügt über eine Markierungsfunktion, die drei Verschüttete markieren kann. Unzuverlässige Markierungen oder Geräte nur mit Anzeige einer Mehrfachverschüttung erforden die zeitaufwän­dige Dreikreismethode.

Einzelverschättung: Das Gerät führt den Suchenden (Empfänger = Search,-Modus) möglichst schnell zum nächsten Verschütteten (Sender).

Lawine absuchen: Das Suchgerät verfügt über eine möglichst große Reichweite, wobei für die Suchstreifenbreite die ungünstigste Koppellage entscheidend ist (Sender des Verschütteten aufrecht).

Besser ein einfaches Gerät als gar keins: Wer nur selten im Winter auf Tour geht, für den lohnt sich ein teures Lawinenverschütteten-Suchgerät nicht unbedingt. Für diese Fälle gibt es Geräte mit weniger Funktionen. Doch nicht mit allen ist man gut beraten.8 LVS-GERaeTE IM TEST 01

Verschüttete schneller zu fin­den, heißt, ihre Überlebens­chancen zu erhöhen. Genau das ist Sinn und Zweck digitaler Dreiantennen-Geräte. Allerdings sind die Top-Geräte sehr teuer, nicht zuletzt da sie über Optionen verfügen, die in erster Linie für Experten gedacht sind. Der normale Skitouren- oder Schneeschuhgeher benötigt sie in der Regel nicht. Für sie bie­ten die Hersteller vereinfachte Geräte ohne Zusatzoptionen an. Trotz eingeschränkter Funktion befinden sie sich meist auf dem Stand der Technik — und verfügen zum Teil sogar über eine Markierungsfunktion.

Tragsystem

Alle getesteten LVS-Geräte stecken in Hols­tern (Einschubtaschen) mit Reißverschluss oder einem schnelleren Schnallenverschluss (BCA perfekt). Das dehnbare Holster des Axis hat eine mühsam zu bedienende Lycra-Öff­nung, das Evo3 + hat kein Holster. Dieses und Mammut sowie BCA können beim Tragen am Körper stören. Die Schultergurte bestehen bei Pieps, Mammut und Evo3+ aus bequemem, schweißdurchlässigem Mesh, ansonsten wie die Hüftriemen aus Nylon. Evo3+ und Ortovox funtionieren leider nur mit Tragsystem, alle anderen Modelle auch ohne. Stattdessen ha­ben sie eine Handschlaufe.

Display im Sendeund Empfangsmodus

Alle Displays zeigen nach dem Anschalten Anzeigefunktionen an (meist mit Selbsttest) und im normalen Sendemodus Taktungs­diode oder Pfeil und evtl. den Batteriestand 8 LVS-GERaeTE IM TEST 04(Pieps, 3+). Bei Mammut und BCA lässt sich nur an der Schalterstellung erkennen, ob das Gerät an ist, beim Axis im Tageslicht praktisch gar nicht (Diode schwach).

Alle Geräte zeigen im Search-Modus (Emp­fang) die Entfernung des verschütteten Senders an (entlang der Feldlinien länger) sowie die Richtung, in der er sich befindet — in der Regel mit LCD-Anzeige (Axis weniger deutlich). Besser und auch bei Dunkel­heit erkennbar sind die Leuchtdioden von BCA und Ortovox Zoom; DSP Tour ist beleuch­tet. Nur die Anzeige des Einantennengeräts Freeride war schwierig zu interpretieren.

Das Problem mit der Reichweite

Obwohl das Erstsignal bei der Verschütte­tensuche in günstiger Koppellage meist frü­her auftauchte, ergaben die sprunghaften Entfernungsangaben bei den leistungsfä­higsten Geräten erst ab etwa 35 Metern (Mammut, DSP Tour und BCA) eine kohärente Abnahme der Entfernungsanzeige. Ortovox (ca. 30 m) undArva (ca. 27 m) erzielten noch gute Reichweiten. Die angegebenen Werte reduzieren sich abhängig von der Verschüttungstiefesles Senders (hier Analoggerät). Liegt dieser aufrecht im Schnee, entsteht eine ungünstige Koppellage, welche die Such-Reichweite auf bestenfalls 25 Meter reduziert. Dies würde eine Suchstreifen-breite bis zum Erstsignal von 40 Metern ermöglichen. Eine sichere Reserve bieten Ortovox und Arva (20 m), wenn man die vom Alpenverein empfohlene Suchstreifenbrei­te von 20 Metern anwendet, während Free-ride hier kaum ausreicht (15 m).

Grobsuche

8 LVS-GERaeTE IM TESTIm Test zeigte sich, dass man sich dem ver­schütteten Sender am schnellsten mit dem BCA nähert, dicht gefolgt von DSP Tour, Mammut und Zoom. Irritationen traten be­sonders bei Arva (Entfernungssprünge/Umkehrpfeil) sowie Ortovox 3+ (kurzes Pfeil­springen) auf.

Feinsuche (Punktortung)

Obwohl sich der im Schnee liegende Sen­der von allen Geräten inklusive den etwas abfallenden Arva zügig (BCA und 3+ am schnellsten) und mit nur minimalen Ab­weichungen (top DSP Tour) orten ließ, tra­ten auch hier Irritationen auf: Zoom kurzes Pfeilspringen, Mammut gerader Pfeil, DSP Tour wenig intuitiv. Beim Freeride war eine zuverlässige Punktortung fast unmöglich. Der Clou: Die Geräte gaben nur ein Signal­maximum an. Die eingängigsten Tonabfol­gen am Übergang von der Grob- zur Fein­suche und innerhalb der Feinsuche boten Ortovox und, gewöhnungsbedürftiger, Mam­mut, Axis sowie DSP Tour.

Bedienung der Ein- und Umschalter

Bei den Ein-/Ausschaltern und den Umschal­tern von Senden auf Empfang hat jedes Modell sein eigenes System. Beim Schalter für alle drei Zustände ist Mammut gewöh­nungsbedürftig und mit Handschuhen teils schwer zu bedienen (Search, Off); DSP Tour ist am übersichtlichsten, die Bedienung mit Handschuhen ist aber auch hier schwie­rig. Drehschalter auf der Rückseite der Ge­räte sind eindeutig und lassen sich auch mit Handschuhen bedienen (Zoom; BCA in Holster gut sichtbar). Gleiches gilt für die Umschalter von Zoom; das 3+ hingegen lässt sich mit Handschuhen nicht ein-lausschal­ten (wird geändert). Einen sicheren und handschuhtauglichen Auszieh-Umschalter besitzen BCA und Evo3+. Im Gegensatz dazu lässt sich der An-/Aus-Knopf des Axis, auch mit bloßen Händen nur schwer betätigen. Der gut funktionierende Drehschalter des Freerider wird durch einen erklärungsbe­dürftigen Searchknopf ergänzt (An/Aus dreimal bzw. drei Sekunden drücken).

Markierung

Von den Geräten mit Markierung und Sig­nalunterdrückung der Sender bei Mehr­fachverschüttung funktionierte Evo3 + so unzuverlässig (Aufhebung der Unterdrü­ckung; maximal zwei Sender gefunden), dass man sich die Markierung sparen kann. DSP Tour konnte einmal den dritten Sender nicht markieren (aber zu allen hinführen), und die Unterdrückung ließ wie beim

schnelleren Axis sporadisch Signale durch. Während Mammut locker alle drei Sender »abhakte«, verlangsamte sich die ebenfalls zuverlässige Markierung von Ortovox etwas. BCA hat einen Filtermodus für Experten, und Zoom blinkt bei einem nahen weiteren Verschütteten. Alles Übrige muss durch die Dreikreismethode erledigt werden.

Bei Wartezeichen stehen bleiben!

° LVS-Geräte lassen sich nicht nur lehr­buchgemäß unter der Jacke an Schultergurt und Hüftriemen im Holster tragen, sondern auch in einer Hose mit geschlossenem Reißverschluss (Risiko: offener RV).

° Grundsätzlich sollte jedes Drei-Antennen­Gerät mit oder ohne Markierfunktion direkt (also in einer Ellipse) zum nächsten (also stärksten) Sender führen. Plötzliche Abwei­chungen können dabei Hinweise auf weitere Sender sein.

° Bei Wartezeichen auf dem Display wie Stoppschild, Sanduhr oder Hand unbe­dingt stehenbleiben, damit das Gerät sich neu orientieren kann. Verschwindet oder schwankt die Richtungsanzeige, nur lang­sam weitergehen.

° Führt der Richtungspfeil geradeaus, steigt aber beim Gehen die Entfernung, muss man das Gerät um 180 Grad drehen und in entgegengesetzter Richtung weitergehen (v. a. zu Beginn der Grobsuche; je nach Gerät evtl. U-Turn-Anzeige).

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