14 Trekkingstiefel im Test

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Seegehen durch dick und dünn, trotzen den Elementen und bieten jede Menge Halt. Doch welcher ist der beste Stiefel? 14Modelle auf dem Prüfstand.

Touren fernab der Zivilisation stellen Schuhe auf eine harte Probe. Der holprige Bo­den walkt die Sohle und den Schaft durch, Geröll und Wurzeln scheuern am Material; in Bächen, Schlammlöchern oder bei Dauerregen zeigt sich, wie es um die Wasserdichtigkeit steht. Hitze und Kälte – mit beidem müssen die Schuhe fertig werden, und das bei möglichst gutem Fußklima, auch auf langen Tages­etappen. Die Sohle muss griffig und verwin­dungsfest sein, der Schaft Stabilität bieten. Denn mit der kompletten Zeltausrüstung inklusive Verpflegung für mehrere Tage bringt der Rucksack schnell 20, 25 Kilo oder mehr auf die Waage. »Da braucht der Knö­chel einen bombensicheren Halt«, rät Out­door-Fachverkäufer Christoph Haas, der selbst mit monströsen Rucksäcken loszieht.

Klassische Wanderstiefel überfordert diese Aufgabe. Hier schlägt die Stunde der sogenannten Trekkingstiefel. Wirklich gute Modelle herzustellen ist allerdings eine Kunst, schließlich sollen sie trotz ihrer dicken, festen Obermaterialien und der sta­bilen Sohlen noch komfortabel sein. Kein Wunder, dass sich vor allem alteingesessene, traditionelle Schuhfirmen wie Meindl, Hanwag oder Lowa mit ihrem jahrzehntelangen Know-how dieser Herausforderung stellen – und sechs der acht Tes14 Trekkingstiefel im Test 01tkandidaten von diesen drei Herstellern stammen.

Die Preise der Trekkingstiefel liegen zwi­schen 240 und 280 Euro. Ihre Obermateri­alien bestehen größtenteils aus dickem, zähem Leder, ein wasserdichtes, atmungs­aktives Gore-Tex-Futter verspricht Nässe­schutz und angenehmes Klima.

KLASSIKER ODER NEWCOMER?

Mit im Test sind bewährte Klassiker, die dank regelmäßiger Weiterentwicklung seit Jahren Maßstäbe setzen wie der Hanwag Alaska, der Lowa Tibet oder der Meindl Island. Nicht umsonst gewannen alle drei schon den outdoor Editor’s Choice Award, die wertvollste Auszeichnung der Redak­tion. Ob ihnen neuere Modelle den Rang streitig machen können? Das klärt sich unter anderem auf Touren in Skandinavien, den Alpen und in den heimischen Gefilden. Doch nicht nur in der Praxis geht es den acht Kandidaten ans Leder – auch im Labor der Firma W. L. Gore werden sie in die Mangel genommen: Die Stiefel legen im Gehsimu­lator rund 500 Kilometer im knöcheltiefen Wasser zurück, um ihre Dichtigkeit unter Beweis zu stellen. »Da zeigen sich Kons­truktions- und Verarbeitungsmängel schnell«, sagt Gore-Mann Jürgen Kurapkat.

Doch die Hersteller haben ihre Hausauf­gaben gemacht: Alle acht meistern den Was­serbad-Marathon. Auch im Praxiseinsatz kommt die Testcrew selbst bei Dauerregen trockenen Fußes ans Ziel. Trotzdem ragen beim Thema Nässeschutz zwei Modelle heraus: Der Meindl Taiga und der Hanwag Tatra Top besitzen einen besonders hohen Schaft, der eine Extraportion Schutz bietet.

Allerdings kommt nicht jeder damit klar: »Ich fühle mich an den Waden etwas einge­zwängt,« beschreibt outdoor-Tester Ralf Wildermuth seine Erfahrungen. Im Ganzen bekommt das Feld in puncto Tragekomfort aber gute bis hervorragende Noten – vor­ausgesetzt, man nimmt sich einige Tage Zeit zum Einlaufen der Schuhe. »Die dicken Materialien brauchen eine Weile, bis sie weicher werden«, erklärt Ausrüstungsre­dakteur Boris Gnielka. Am geschmeidigsten trägt sich einer der Newcomer, der Lowa Ticam. »Fühlt sich so angenehm an wie ein

leichterer Wanderstiefel«, ist sich die Test­crew einig. Außerdem rollt er geschmeidig ab und dämpft ordentlich – ein Vorteil auf felsigem Untergrund. Doch die drei Klassi­ker (Meindl Island, Hanwag Alaska, Lowa Tibet) schneiden fast genauso gut ab.

STARKE TYPEN MIT GUTEM KLIMA

In Sachen Knöchelhalt geben sich die Test­modelle keine Blöße. Am stabilsten sind unter anderem die drei Klassiker. Zwei von ihnen, der Hanwag Alaska und der Lowa Tibet, haben zudem die verwindungsfestes­ten Sohlen – ideal für Treks mit schwerstem Gepäck. Auch der Klimakomfort im Feld stimmt – was die Messungen im Gore-Labor bestätigen. Stundenlang dampfen dort künstliche Schwitzfüße in den Stiefeln, um das Schuhklima zu ermitteln.

»Ob Newcomer oder Klassiker, viele Modelle im Feld bieten eine überragende Leistung«, fasst Boris Gnielka die Ergebnisse zusammen. Den Alleskönner gibt es zwar nicht, aber jedes Modell hat an­dere Stärken. Für mehrwöchige Wildnis-treks mit über 25 Kilo Gepäck auf dem Rü­cken führt kein Weg an den beiden Arbeits­tieren vorbei: Der Hanwag Alaska und der Lowa Tibet bringen Stabilität, Komfort und Nässeschutz unter einen Hut. Wer häufig im Sumpf unterwegs ist oder kurz nach der Schneeschmelze durchs Fjäll zieht, sollte eines der beiden höheren Modelle (Meindl Taiga oder Hanwag Tatra Top) probieren.

Am vielseitigsten sind aber der Lowa Ticam und der Meindl Island: Stabil genug für Trekkingtouren bis 25 Kilo, machen die zwei auch auf leichteren Wanderungen Spaß, weil sie sich noch etwas angenehmer tragen als der Rest des Feldes.

Wer von Hütte zu Hütte wandert oder mit leichtem Gepäck zu einer Zelttour am Wochenende aufbricht, braucht keinen extrem stabilen Trekkingstiefel. Für diesen Einsatzbereich eignen sich Leichttrek­kingstiefel oder feste Wanderschuhe besser. Sechs der besten finden Sie hier – echte Top-Produkte, die sich in outdoor-Tests gegen eine starke Konkurrenz durchgesetzt haben.

LEICHT, KOMFORTABEL UND AUSREICHEND STABIL

Sie wiegen im Schnitt nur 1,5 Kilo pro Paar, fast ein halbes Kilo weni­ger als die acht Modelle aus dem Trekkingstiefeltest. Das spart Kraft, weil jedes eingesparte Gramm am Fuß dem Fünffachen im Rucksack entspricht. Ihr Schaft bietet zwar nicht ganz so viel Halt wie die Trekkingstiefel, aber sie tragen sich noch geschmeidiger, und für Touren mit einem 15 bis 18 Kilo schweren Rucksack eig­nen sie sich problemlos. Außerdem besitzen alle sechs ein wasser­dichtes, atmungsaktives Futter aus Gore-Tex. Die Modelle von Adi­das und Eco spielen ihre Stärken auf klassischen Bergpfaden und Wanderwegen aus. Dort glänzen sie mit traumhaft leichtfüßigem Trageverhalten. Stehen Klettersteige auf dem Programm, entschei­det man sich für die Schuhe von Aku oder Meindl. Sie punkten mit mehr Trittpräzision, die Sohle bietet eine höhere Kanten- und Tor­sionsstabilität – wichtig, wenn man auf kleinen Felsleisten stehen muss. Auch die Bergstiefel von Hanwag und The North Face füh­len sich in diesem Einsatzbereich wohl. Durch ihre Steigeisenauf­nahme an der Ferse sind sie aber auch für Gletscherquerungen oder schwierigere Hochtouren eine sehr gute Wahl.

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