12 Zustiegsschuhe im Test – Approach-Schuhe

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Zustiegsschuhe sind echte Allrounder im Reigen der leichten Bergschuhe. Ob in der City oder bis an den Gletscherrand, die Schuhe machen viel mit.  Wir haben zwölf Modelle in der Praxis getestet.

Approach-Schuhe klingt wahnsinnig  technisch. Das müssen Schuhe für eine Randzielgruppe sein. Weit gefehlt. Genau das Gegenteil ist der Fall. Approach-Schuhe sind tolle Allrounder, wahre Alleskönner. Das fängt beim Approach, zu deutsch Zustieg, an. Da haben sie ihren Ursprung. Kletterer wollten Schuhe haben, mit denen man auch in schwierigem Terrain unterwegs sein kann, um an den Wandfuß zu gelangen. Die durften nicht schwer und sollten vor allem bequem sein. Schnell wurde deutlich, dass diese Anforderungen nicht nur Schuhe für Kletterer hervorbringen würden. Denn solch ein Approach-Schuh in etwas abgesofteter Form (man könnte auch sagen fester Turnschuh oder leichter Trekkingschuh) ist in der City genauso gut aufgehoben wie im Alltag oder auf einer leichten Wanderung. Je nach Aus­führung sind die Schuhe auch für Kletter­steige wie geschaffen.

12 Zustiegsschuhe im Test 01Wir wollten uns im vorliegenden Test genau diese Allrounder vorknöpfen, die nicht ganz so technischen Zustiegsschuhe, die auch im Alltag gut eingesetzt werden können, die über eine gute Dämpfung verfügen und nebenbei auch bequem sind.

Was macht einen guten Approach-Schuh aus? Natürlich sollte er in der ursprünglichen Ver­wendung gut funktionieren, also beim Zustieg auf felsigem Untergrund und in weglosem Gelände. Hier sind vor allem Halt und Rutschfestigkeit gefragt. Auf (leichten) Wan­derwegen müssen die Schuhe genügend Dämpfung haben und bequem sein. In der City oder im Alltagsgebrauch sind eine gute Passform und eine alltagstaugliche Optik von Nöten. All diese Features in einen Schuh zu pressen ist nicht ganz so einfach. Aber es gibt Hersteller, die das mit Bravour schaffen. Wobei die alltagstaugliche Optik natürlich in hohem Maße Geschmacksache ist. Nicht zuletzt will sich der Träger solcher Schuhe im Alltag auch als Berg-Junkie zeigen.

Die Schnürung der meisten Approach-Schuhe reicht weit nach vorne in den Zehenbereich. So kann man, wenn es dann gefragt ist, den Schuh perfekt am Fuß fixieren. Ein flacher Verlauf der Schnürsenkel, also viele Osen, unterstützt diesen Effekt. Ein extremes Bei­spiel hierfür ist der Cragmaster von Patago­nia. Neun Mal kreuzen sich die Schnürsenkel zwischen Zehenkappe und Rist. Aber auch Scarpa (Vitamin), Garmont (Dragontail) oder La Sportiva (Xplorer) haben solche Schnü­rungen. Eigenartig bei der Schnürung ist der Hanwag Escalator. Zwei Osen am oberen Ende sind zugenäht und dienen nur der Optik. Dadurch ist die Schnürung aber so steil (und wenig effektiv), dass der Schuh keinen besonders guten Fersenhalt hat. Wo wir gerade bei der Schnürung sind: Was sich da an Schnürsenkeln in den Schuhen tummelt, ist schon erstaunlich. Offensichtlich versuchen einige Hersteller, hierüber ein Alleinstellungsmerkmal zu erlangen. Die Schuhbänder im Vaude Dibona sind sehr steif und halten deswegen vielleicht eine halbe Ewigkeit, lösen sich aber durch die Steifigkeit und die Tatsache, dass sie komplett rund und glatt sind, sehr schnell. Ohne Doppelschleife sollte man nicht vor die Türe gehen. lm Mammut Redburn sind so filigrane Schuh­bänder eingefädelt, dass sie beim festen Schnüren schon fast schmerzhaft in den Fin­ger einschneiden.

12 Zustiegsschuhe im Test 05Mit der Schnürung in direktem Zusammen­hang steht die Passform. Ein Schuh passt dann, wenn man ihn nicht besonders fest schnüren muss. Und hier sind die Unter­schiede groß. Eine tolle Passform, mit der viele Anwender zurechtkommen werden, haben der Scarpa Vitamin und der La Sporti­va Xplorer. Der Patagonia Cragmaster klebt wie eine Socke am Fuß und hinterlässt eher den Eindruck eines Kletterschuhs. Viele der anderen Testmodelle haben eine gute Pass­form, sie müssen schlussendlich probiert werden. Auffällig breit ist der Dibona von Vaude. Wer keine ausgeprägten „Quadratlat­schen“ mit breiter Ferse hat, wird sich schwer tun, hier ordentlich Halt zu finden. Und auch die Hanwag-Ferse ist ungewöhn­lich breit. Das erstaunt, weil der große Bru­der des Escalator, der Approach GTX, ja bekannt für seine gute Passform und Per­formance ist.

Einmal am Fuß und im Gelände sollen die Approach-Schuhe ja vor allem sicheren Halt vermitteln. Da ist in der Hauptsache die Soh­le gefragt. Hier ist die Bandbreite sehr groß.

Von der grobstolligen Outdoor-Sohle (Keen Bryce) bis zur Fast-Klettersohle (Patagonia Cragmaster) ist ein weiter Weg. Der Keen ist daher auch eher ein Leichtwander-, Reise­oder Alltagsschuh, der Patagonia eher ein Fels-Spezialist. Auf etwas feucht-matschigen Untergrund im Wald sollte man sich mit dem Patagonia nicht begeben.

Das Gros der Schuhe hat eine Vibram-Sohle mit Climbing Zone an den Zehen, also mit einem kleinen, profillosen Stück Sohle, das bei Verwendung am Fels für besseren Tritt sorgen soll. Wichtig ist dann aber natürlich auch die Form der Zehenkappe. Eine rund­klobige Kappe wie beim Keen erlaubt keiner­lei Präzision. Ein Garmont Dragontail oder ein Scarpa Vitamin sehen da schon anders aus. Um wie auf Wolken zu schweben, ist natür­lich eine gute Dämpfung wichtig. Dies ist insofern schwierig, als eine weiche Dämpfung den Attributen Felseignung und Geländegän­gigkeit entgegensteht. Darum verwundert es dann auch nicht, dass der Keen Bryce einer der weichsten Schuhe im Testfeld ist — und der Garmont Dragontail einer der härtesten. Der eine ist sehr bequem, der andere tech­nisch und super am Fels.

SO HABEN WIR GETESTET

12 Zustiegsschuhe im Test 06Wie testet man Schuhe, die für leichte Wanderungen, Zustiege und den Alltag geeignet sein sollen? Indem man sie trägt, vor allem im Alltag. Wir haben die Approach-Schuhe in drei verschiedenen Größen von verschiedenen Leuten über einen Zeitraum von mehreren Wochen tragen lassen. Dabei haben die erfahrenen Tester ihre Eindrücke auf einem Fragebogen festgehalten. Um die Griffigkeit und den Halt zu bewerten, mussten alle Modelle über eine schiefe Ebene aus Stein. Zur Erhebung des Gewichts haben wir die Schuhe in der Größe 42,5 (UK 8,5, so vorhanden) auf einer geeichten Waage nachgewogen.

FAZIT

Wer einen leichten, bequemen und komfortablen Schuh sucht, hat eine große Aus­wahl. Wichtig ist neben einer attraktiven Optik (niemand kauft einen Schuh, der ihm nicht gefällt) natürlich die Passform. Vorausgesetzt, dass die stimmt, ist der Scar­pa Vitamin unser Testsieger. Ein Schuh, der vielen Leuten passen wird und der alles mitmacht. Fast gleich auf ist der La Sportiva Xplorer. Ein leichter, bequemer und den­noch technischer Schuh, der überraschend robust ist. Der adidas Terrex Solo bekommt unseren Gewichtstipp: Nicht nur, weil er der leichteste Schuh im Test ist, sondern weil er für sein geringes Gewicht eine tolle Perfor­mance hat. Mit einem Preis von gerade mal 100 Euro ist der Dragontail von Garmont der ganz klare Preistipp. Viel Schuh und gute Performance.

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