11 DREI JAHRESZEITEN KUNSTFASERSCHLAFSÄCKE im TEST

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Faserschmeichler

Am Berg oder sogar am Gipfel übernachten? Mit Kunstfaser-Schlafsäcken kein Problem, da sie sehr viel Feuchtigkeit tolerieren. Aber Füllung ist nicht gleich Füllung und die Details entscheiden über die Schlafqualität.

Bei Sonne und blauem Himmel unterwegs zu sein, ist eine Sache, aber schön wird es draußen erst dann so richtig, wenn sich das Licht zu verändern beginnt, wenn der Tag der Nacht weicht oder die Nacht dem Tag. Um das Draußen-Sein zu Zeiten, zu denen die meisten Wanderer längst wieder drinnen sind, angenehmer zu gestalten, eignen sich Schlafsäcke her­vorragend, die kein Problem haben mit Tau, hoher Luftfeuchtigkeit und Kon­denswasser im Zelt oder im Biwaksack. Mit Kunstfasern gefüllte Schlafsäcke sind hier die erste Wahl, denn Kunst­fasern trocknen schneller als Daunen und isolieren auch dann noch, wenn sie feucht sind. Ihre Nachteile sind ein höheres Gewicht, höhere Steifigkeit und ein größeres Packvolumen als bei vergleichbaren Daunenschlafsäcken. Preislich wiederum unterbieten Kunst­fasern die Daunen. Und um ein mög­lichst breites Einsatz-Spektrum abzu­decken, fertigen die Hersteller Drei-Jahreszeiten-Schlafsäcke, die von Frühjahr bis Herbst ihren Dienst tun, auch wenn die Temperaturen einmal unter null Grad rutschen.11 DREI-JAHRESZEITEN-KUNSTFASERSCHLAFSaeCKE 01

DIE FASERN

Die Beschaffenheit der Fasern, die die Hersteller in den hier vorgestellten Kunstfaser-Schlafsäcken als Füllung benutzen, ist recht unterschiedlich. Vaude und The North Face beispiels­weise benutzen Endlosfasern, während Therm-a-rest auf besonders kurze Fasern setzt. Fjällräven und Deuter kombinieren Hohlfasern mit Vollfa­sern, während Carinthia das Vlies nur aus Hohlfasern bildet. Mammut kom­biniert gleich drei verschiedene Faser­typen, Northland zwei. Bei Mountain Equipment kommen dünne, lange Hohlfasern zum Einsatz. Alle Varian­ten zielen darauf ab, eine möglichst hohe Isolierleistung bei geringem Ge­wicht und ein gutes Rückformvermö­gen bei hoher Komprimierbarkeit zu erreichen.

Damit sich die Füllung wieder voll aufbauscht, wenn der Schlafsack aus dem engen Packsack gezogen wird, sind die Fasern mit Silikon beschichtet. Das Silikon gewährleistet eine leichte Verschiebbarkeit der Fasern gegeneinander. Reibung und Waschen schaben aber das Silikon auf Dauer ab, weshalb man den Schlafsack möglichst selten wa­schen und unbedingt locker lagern sollte. Therm-a-rest und The North Face liefern zu diesem Zweck einen großen Aufbewahrungssack mit.

Carinthia und Salewa beschichten ihre Fasern zusätzlich mit Silber. Ca­rinthia tut dies für die Wärmerück­strahlung, Salewa für die Geruchsre­duktion. Beide Effekte konnten wir nicht testen, denn in Sachen Rück­strahlung hätten wir einen Kontroll­sack ohne Silber gebraucht, in Sachen Geruchsreduktion eine sehr viel län­gere Gebrauchszeit.

DIE KONSTRUKTION

Ein gut konstruierter Schlafsack hat keine Kältebrücken, also Stellen, an denen die Dicke der Isolierschicht(en) verringert ist. Derartige Kältebrücken entstehen in der Regel durch Nähte, die Innenstoff, Isolierung und Außen­stoff an einer Stelle verbinden. Verhin­dern lässt sich dies auf unterschied­liche Weise: Die Schlafsäcke von Vaude, Mountain Equipment und Deu­ter sind schindelförmig konstruiert, das heißt, das isolierende Kunstfaser-Vlies ist so zugeschnitten, dass die einzelnen Teile sich mindestens doppelt überlappen. Deuter gibt sogar eine dreifache Überlappung an. So wird jede Naht von ein bis zwei vollen La­gen des Vlieses überdeckt.

11 DREI-JAHRESZEITEN-KUNSTFASERSCHLAFSaeCKE 02The North Face kombiniert eine Schicht Schindeln mit einer Schicht aus durchgängigem Vlies. Carinthia, Fjällräven und Salewa legen mehrere Schichten ihres Isoliermaterials so übereinander, dass die Nähte, die die Vliesschichten in Position halten, versetzt zu liegen kommen. Auch Helsport und Mammut arbeiten mit zwei Schichten, die als Box-Konstruktion ausgeführt sind: Die Schlafsackober- und -unterseiten bekommen hier quasi noch zwei seitliche Wände. Ein Übriges tun Mammut und Deuter, indem sie den Fußbereich stärker isolieren als den Rest des Schlafsacks. Das erhöht die Chancen auf warme Füße!

Eine sehr eigenwillige Kon­struktion hat der Saros von Therm-a-rest. Zwar ist seine Fül­lung auch schindelförmig aufge­baut, jedoch hat er nur auf der Oberseite eine Isolierungs-Stärke, die den anderen Schlafsäcken vergleichbar ist. Die Unterseite ist an den Rändern deutlich schwä­cher isoliert und der Bereich un­ter dem Rücken und den Rücksei­ten der Beine gar nicht! Hier gibt es nur das dünne Augenmaterial.

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