9 steigeisenfeste Bergschuhe im TEST

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Gute Bergschuhe bilden die Basis jeder Bergtour und zählen zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen. Während schlecht sitzende Schuhe aus der Tour „ledig­lich“eine Tortour mit schmerzhaften Blasen und Druck­stellen machen, können zu leichte Treter mit weicher Sohle im Hochgebirge eine echte Katastrophe auslösen. Jeder kennt die gruseligen Geschichten von Steigeisen, die sich vom Schuh gelöst haben und eine Abkürzung ins Tal nahmen …

9 steigeisenfeste Bergschuhe im TEST 04Für unseren Test haben wir ausschließlich steigeisen­taugliche Schuhmodelle für Hochtouren ausgewählt. Das Anforderungsprofil stellte sich folgendermaßen zusam­men: Entweder absolut steigeisenfest, d. h., die Schuhe verfügen über ausgeprägte Stege am vorderen und hinte­ren Sohlenrand, sodass sogenannte Kipphebel-Steigeisen montiert werden können. Oder als zweite Möglichkeit: Modelle, die mit Kombi-Steigeisen für Gletscher und Mixed-Touren aufgerüstet werden können. Diese Schuhe haben nur an der Ferse einen ausgeprägten Steg. Hier findet der Hebel festen Sitz, an der Schuhspitze wird das Kombi-Steigeisen mittels Kunststoff Riemen oder Körbchen festgezurrt. Weiter sollten alle Testkandidaten über eine stark verwindungsarme Sohle verfügen, bei dennoch akzeptablen Abrollbewegungen das Gewicht gering, der Gehkomfort hoch sein. Ein weiterer Punkt auf der Schuhagenda: die Sohlenbeschaffenheit hinsicht­lich Isolierunggegen Kälte von unten sowie die gesamte Materialbeschaffenheit des Schuhs tirol foto.

Grundsätzlich waren wir mit den Ergebnissen mehr als zufrieden. Die Schuhe sind leicht geworden, isolieren perfekt gegen Kälte und lassen sich trotz steifer Sohle sehr gut abrollen. Bei den absolut steigeisenfesten Schuhen haben die italienischen Modelle ihre Nase ganz weit vorn. Besonders hervorgestochen und mit einem Kauftipp gekrönt: der Jorasses Pro GTX von Scarpa. Dicht gefolgt von den Modellen Nepal Evo von La Sportiva und Pro Guide von Salewa. Aber auch nördlich des Brennerpasses versteht man sich auf die Fertigung von technischen und dennoch komfortablen Bergschuhen. Den Beweis erbrachten der Eclipse II GTX von Hanwag und der Piz Palü GTX von Meindl. Auch Lowa hat seine Haus­aufgaben bei den steigeisenfesten Schuhen mit Stern absolviert. Der Mountain Expert hält, was der Name verspricht Ein Amerikaner beendet die Runde der absolut steigeisentauglichen: das Modell 56K Glacier GTX von The North Face. Wer nicht ganz so hoch hinaus möchte und keine Eiskletterambitionen hat, ist mit den bedingt steigeisenfesten Schuhen gut beraten. Hier haben die Modelle Monolith GTX von Mammut und Tower GTX von Garmont unsere Tester überzeugt Digitaldruck Tirol.

KURZINTERVIEW mit dem Profi

Einer der sich auskennt in der Bergschuh-welt: Luis Stitzinger, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer (IVBV) und Expediti­onsbergsteiger aus Leidenschaft.

AllMountain: Luis, wie sehen deine perfekten steigeisenfesten Bergschu­he aus?

Luis Stitzinger. Das kann man heu­te schon fast nicht mehr pauschal beantworten, da die Spezialisie­rung der Ausrüstung auch vor den Bergschuhen nicht haltgemacht hat. So gibt es heute besonders leichte, besonders warme, besonders techni­sche etc. steigeisenfeste Bergschuhe, für jeden Verwendungszweck spe­ziell. Wer sich nicht drei verschie­dene Paar Schuhe zum Bergsteigen anschaffen möchte, sollte eher auf einen Allrounder setzen, der vieles gut aber nichts speziell kann. Ge­nerell sollten die Schuhe möglichst wasserfest, leicht, etwas gefüttert, flexibel und bequem sein.

AllMountain: Worauf ist beim Kauf zu achten?

Luis Stitzinger: Wie bei jedem Schuh gilt, die Passform ist entscheidend und jeder Hersteller fertigt auf un­terschiedlichem Leisten. Also ruhig verschiedene Modelle und Herstel­ler durchprobieren, bis man „seinen Schuh“ gefunden hat. Wenn einem ein Schuh passt und gefällt, wird man ihn bei entsprechender Pfle­ge viele Jahre nutzen können. Ein günstiger Schuh, der dem nicht entspricht, wird schnell wieder ersetzt. Also lieber auf Qualität und Pass­form setzen, als auf das ultimative Schnäppchen.

AllMountain: Thema Blasen: Hast du Tipps für unsere Leserinnen und Leser, damit das Einlaufen nicht zur Qual wird?

Luis Stitzinger: Bei guter Passform sollte sich dieses Problem von Haus aus in Grenzen halten, die Zeiten wochenlangen schmerzhaften Ein­laufens der „Zwiegenähten“ gehören hoffentlich der Vergangenheit an. Dennoch kann man noch Blasen bekommen, wenn man an den Fü­ßen schwitzt und die Socken feucht sind, der Fuß darüber hinaus viel Spiel im Schuh hat. Abhilfe schaffen Polypropylen-Unterziehsocken un­ter den Bergstrümpfen. Diese ziehen die Feuchtigkeit vom Fuß weg und sorgen für ein trockenes Tragegefühl – die Haut ist weniger anfällig für Blasenbildung. Die Unterziehsocken sollte man natürlich beim Schuh­kauf berücksichtigen, damit der Schuh nicht zu eng ausfällt. Vor dem Abstieg nützt es auch, die Schuhe nochmals etwas fester zu schnüren, um übermäßiges Hin- und Herrut­schen des Fußes im Schuh zu un­terbinden. Im Aufstieg hingegen sollte man die Schuhe nicht zu fest schnüren, um die Zirkulation nicht einzuschränken. Für den Notfall Bla­senpflaster (Compeed o. ä.) mitfüh­ren und rechtzeitig aufkleben.

AllMountain: Welcher Schuh für wel­chen Einsatz? Wem empfiehlst du ab­solutsteigeisenfeste Bergschuhe und wo genügen bedingt steigeisenfeste Modelle?

Luis Stitzinger: Wer regelmäßig Hochtouren gehen möchte, auch anspruchsvoller, kommt um einen wirklich steigeisenfesten Schuh nicht herum. Wer nur gelegentlich mal auf einer Hochtour unterwegs ist und hauptsächlich Bergsteigen geht, wird mit einem bedingt steig-eisenfesten Modell klarkommen.

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