7 Grödel im Test

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Nach Quintus Septimus Florens* (*um 150 n.Chr.), „Künstlername“Tertullian, sollen sie von Spionen erfun­den worden sein, um sich in schwierigem Gelände sicher bewegen zu können. In der Gegenwart nutzen vor allem Waldarbeiter, Jäger und Almbauern Grödel zur Absiche­rung bei Arbeiten im steilen Gelände. Es wundert nicht, dass Hartwaren-Hersteller mit alpennahem Headquarter voller Stolz ihr oft reichhaltiges Angebot an Steighilfen präsentieren. Aber auch in der Freizeit sind die zacki­gen Freunde nicht wegzudenken. Bei vielen Wanderern gehören Grödel ganzjährig zur Basisausrüstung mit Stammplatz im Rucksack. Sogenannte Spikes sind auf schneeglatten Geh- und Forstwegen ein wahrer Segen. Und so manches Mal wünschte man sich Ketten an den Füßen beim Versuch, die winterliche Rodelbahn mit Kind und Kegel sicher nach oben zu gelangen. Gründe genug, sich auf dem Markt umzusehen. Im Visier: Austrialpin, Edelrid, Salewa und Snowline. Nachdem jedes Modell seine Liebhaber hat und bei richtigem Einsatz seine Wirkung voll entfalten kann, verzichten wir hier auf einen klassischen Test. Vielmehr wollen wir Ihnen die einzelnen „Typen“ etwas näher vorstellen und Unter­schiede wie Handhabung und perfektes Einsatzgebiet herausarbeiten. Denn gut sind sie alle, wenn sie denn im geeigneten Rahmen zum Einsatz kommen dürfen.

Welches Grödel für Sie das Richtige ist, definiert sich über den Einsatzbereich, plus bevorzugtes Schuhwerk, Fußlänge und Absatzhöhe. Haken gesetzt? Dann sehen wir uns die vierzackigen Modelle etwas genauer an: Sie werden meist vor den Absatz in der Schuhmitte positio­niert und lassen sich in der Weite anpassen (passendes Werkzeug wird nicht von allen Herstellern gleich mit­geliefert). Packmaß und Gewicht sind hier sensationell und bieten sich als Ganzjahresbegleiter für alle Fälle an. Weiterer Vorteil: Der Schuh kann trotzdem gut abrollen, anders als bei 6-Zack-Grödel, die mit einem Körbchen auf den hinteren Schuhbereich/Absatz festgebunden werden.

Zurück zu den „Vierzackern“. Wichtig bei diesem Grödel­typ: Länge und Anbringung der Zacken. Die Zackenlän­ge ist unbedingt an die Absatzhöhe anzupassen. Ist der Absatz zu hoch, greifen die Dornen zu spät, die Sicherheit geht flöten. Auch die Schuhgröße spielt beim Kauf eine Rolle. Bei sehr großen Füßen dauert es einfach länger, bis beim normalen Abrollen das Grödel greifen kann. Hier gilt: Längere Zacken wählen, sie bieten mehr Halt, was sich im steileren Gelände bemerkbar macht. Zweiter Punkt: die Anbringung. Quer stehend bieten sie vor allem guten Halt bei Auf- und Abstieg, längs punkten sie bei Querungen im steilen Gelände. Stehen die Zacken diagonal, sichern sie so ziemlich alle Richtungen gut ab. Insgesamt ideal für moderates Gelände in den Alpen und im Mittelgebirge.

Sie zählen sich mehr zu den ambitionierten Wanderern? Sie kommen schon mal mit leichten geneigten Gletschern in Berührung und müssen, hin und wieder, harte Alt­schneefelder queren? Dann ist der Griff zum „Sechs­zacker“ richtig. Mehr Zacken geben einfach mehr Halt. Allerdings sind die Stahldornen immer nur so gut wie das Verschlusssystem, mit dem sie am Schuh montiert werden. Gängig und gut: Der Schnellverschluss, bei dem das Band durch zwei Ringe gefädelt und durch einen Ring wieder zurückgefädelt wird und sich verklemmt. Dadurch kann in eine Richtung festgezurrt und fixiert werden. Die meisten Modelle sind mit diesem System ausstaffiert – ähnlich den klassischen Steigeisen. Aber Achtung: Grödel können auf keinen Fall Steigeisen mit

zehn oder 12 Zacken und Frontalzacken ersetzen. Diese sind für Hochtouren im Sommer und Winter unerlässlich. Kommen wir noch zu den sogenannten Sonderformen, die aber besser als Gehhilfen einzustufen sind. Hier gibt es zum Beispiel die Rutschketten. Sie sind für eisige, schneeglatte Straßen, Forst- und Spazierwe­ge konzipiert worden und leisten hier wertvolle Dienste. Die Spikes oder Rutschketten werden mit ei­nem Gummiband einfach über Schuhspitze, Ferse oder beides gezogen. Der nächste Winter kann kommen – bleiben Sie auf Zack.

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