No Comments

Kochen wie Jack London

Sind Hobo-Kocher, also mit Holz als Brennstoff betriebene Outdoor-Kocher, nicht ein Schritt zurück in die Steinzeit? Nicht unbedingt, wie die Ergebnisse eines ausgiebigen Praxistests zeigen.

GESCHICHTE DER HOBOS Von der Mitte des 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert zogen Wanderarbeiter durch die USA und Kanada. Sie trugen das für die Farmarbeit wichtigste Werkzeug, eine Haue (engl. hoe) mit sich und wurden deshalb zuerst hoe-boys, später einfach Hobos genannt. Ein später sehr berühmt gewordener Hobo war der Schriftsteller Jack Lon­don. Um immer dort zu sein, wo es gerade Arbeit gab, legten sie große Strecken quer über den amerika­nischen Kontinent zurück. Die Hobos versorgten sich natürlich selbst und entwickelten aus leeren Konservendo­sen einen einfachen, aber effektiven Holzkocher, indem sie am unteren Rand der Dose Löcher einstanzten und auch am oberen Ende Öffnungen an­brachten. Der dadurch entstehende Ka­minzug sorgt für eine sehr effektive Verbrennung und ermöglicht auch die Verwendung von etwas feuchtem Holz. Bis heute wurden und werden die Ko­cher immer weiter verbessert und fin­den immer mehr Anhänger.

HOBO-KOCHER 01PRO UND CONTRA

Der größte Vorteil von Hobo-Kochern liegt in der Tatsache, dass man in fast allen Gebieten der Erde ausreichend Brennstoff (auch Kamel-Dung oder ähnliches ist möglich) findet und sich somit das Gewicht dafür spart. So wird aus einem im Vergleich zu einem kleinen Gaskocher schweren Hobo-Kocher ein leichtes Kochsystem.

Auch fallen keine leeren Gaskartu­schen an, die bei Flügen Schwierig­keiten bereiten könnten. Außerdem entstehen nach dem Kauf des Kochers keine weiteren Kosten, womit die An­schaffung auf Dauer gesehen günstig ist. Nicht zuletzt ist das Kochen mit Holz umweltfreundlich und praktisch CO2-neutral.

Natürlich muss man beachten, dass Hobo-Kocher als offenes Feuer angesehen werden können und somit bei Waldbrandgefahr der Betrieb ge­fährlich bzw. verboten sein kann.

Das oft geäußerte Argument, das Kochen mit Holz verschmutze die ver­wendeten Töpfe sehr stark mit Ruß, stimmt zwar; ein kleiner Trick schafft hier aber leicht Abhilfe:

Der Topf wird vor der Benutzung außen mit einigen Tropfen Geschirrspülmittel eingerieben und schon lässt sich der Ruß nach dem Kochen sehr leicht wieder abwaschen. Ansonsten wirkt ein klei­ner Drahttopfreiniger bei der Reini­gung Wunder.

Was nun, wenn es regnet? Die Angst, man würde nicht ausreichend Brennmaterial finden oder der Kocher würde bei Regen nicht funktionieren, ist unbegründet. Selbst wenn der Bo­den nass ist, findet man in jedem Wald oder an vielen Sträuchern relativ tro­ckenes Totholz an den Pflanzen selbst; der Holzverbrauch der meisten Kocher ist zudem erstaunlich gering. Hat man dann noch etwas trockenes Anzünd­material bei sich, so steht dem Kochen bei Regen nichts im Weg.

Als Backup für Tage, an denen man wirklich kein brauchbares Holz findet, oder für Orte, an denen ein of­fenes Feuer verboten ist, bietet sich die Möglichkeit an, in die Hobo-Kocher Spiritus-Brenner (z. B. Trangia-Bren­ner) zu stellen. Somit ist man für prak­tisch alle Fälle gerüstet. Die Option Spiritus-Kocher ist bei allen getesteten Kochern mit Ausnahme des BioLite möglich, bei manchen sogar explizit vorgesehen.

HOBO-KOCHER 02Die Bedienung eines Hobo-Kochers erfordert natürlich etwas mehr Aufwand als die eines Gaskochers und ein Outdoor-Gourmet wird ein Problem mit der schwierigen Regulierbarkeit haben. Dem steht aber die Einfachheit der meisten Konstruktionen und die Tatsache gegenüber, dass bei einem Hobo-Kocher eigentlich nichts kaputt werden kann.

Es lohnt sich auch, ihn anzuzün­den, wenn man gerade nicht kochen will: Bei wenig Holzbedarf bringt er ein angenehmes „Lagerfeuer-Gefühl“!

Im Test überzeugte der Kuenzi Magic Flame im Vergleich zum outreq: Er ist der ausgefeiltere, vielseitigere und bes­ser verarbeitete Kocher, bringt eine sehr hohe Heizleistung und seine Einzelteile sind miteinander verbunden, sodass nichts verloren werden kann. Aller­dings ist der WK 15 von outreq preis­lich günstiger und für den seltenen Ein­satz auch durchaus brauchbar.

Im Test hat der Evernew mehr über­zeugt als der Vargo. Letzterer „zieht“ relativ schlecht, was wohl am Fehlen von Zuluftlöchern in den Seitenwän­den liegt. Der Evernew ist vor allem in Kombination mit dem als Set angebo­tenen 0,5 1-Topf und dem Spiritusbren­ner als Backup ein Spitzenkocher für alle, die mit leichtem Gepäck unter­wegs sein wollen. Allerdings ist der Preis dafür relativ hoch.

Eine besondere Lösung der Luftzufuhr bietet der BioLite: Er produziert mit Hilfe eines thermoelektrischen Genera­tors aus der Hitze des Feuers Strom, den er

Kategorien

Wetter

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

like!hanfsamenräuchermischungensensiseedsweedseedshopgorilla seed bank

More from our blog

See all posts
No Comments