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Softshells gelten als Alleskönner, die vor Kälte, Nieselregen und Wind schütźen, sich dabei aber so kuschelig tragen wie ein Fleecepulli. Zehn Modelle im Test.

Geschwungene Weiden, ein wilder Mischwald und 30 Meter hohe Kalkfelsen, von denen der Blick auf eine weite Tiefebe­ne schweift: Die Schwäbische Alb zählt zu den besten Wanderregionen Deutschlands. Erst recht im Herbst, wenn Millionen Laubbäume förmlich in Flammen stehen, Wiesen im morgendlichen Raureif glitzern und frischer Wind immer wieder Hochne¬belfelder über die Landschaft treibt. Blau­er Himmel, Nebel und Nieselregen wechseln dann im Viertelstundentakt, Wanderer im gleichen Rhythmus ihre Regenjacke ge­gen Fleecepulli oder Windbreaker.

Die 10 Besten Winter Softshells im Test 02Nur eine kleine Gruppe nimmt die Wet­terkapriolen gelassen: die Tester des out­door-Magazins. Beladen mit Rucksack, Zelt und den neuesten Softshelljacken, wollen sie zwei Tage über die Hochfläche trekken. Ihr Auftrag: Die Leistungsfähigkeit der neuen Modelle prüfen. Besseres Wetter können sie sich nicht wünschen, denn Softshells sind genau für solch wechselhaftes WDie 10 Besten Winter Softshells im Test 01etter geschaffen. Funktionieren sie, wie sie sollen, halten sie Wind, Kälte und Näs­se gleichermaßen ab und tragen sich dabei so komfortabel wie ein Fleecepulli.

BUNTE VIELFALT

»Das ist ja mal eine richtig bunte Aus­wahl«, staunt Tester Felix Wiedmann, als er die vielen Softshells sieht, die vor dem Abmarsch auf die Rucksäcke zu verteilen sind. Doch nicht nur in der Farbe unterscheiden sich die neuen Modelle stark, auch im Material und Griff.

Zwei fallen besonders auf: die extrem weiche Mountain Equipment Pulsar mit ihrem langfaserigen Kuschelfleecefutter und die vergleichsweise steife Mountain Hardwear Trinity. Während die Pulsar ­nicht ganz winddicht ist, besitzt die Tri­nity sogar einen komplett wasserdicht verklebten Außenstoff aus Dry.Q Core.

Die 10 Besten Winter Softshells im Test 00Die restlichen acht Modelle bestehen zu­meist aus herkömmlichen Windstopper-stoffen. Preislich liegen sie zwischen 190 und 300 Euro, eine Kapuze gegen Zugluft und Nässe haben alle Probanden.

DEM KOMFORT AUF DER SPUR

Die erste Etappe führt die Tester zur Burg­ruine Hohenurach. Noch scheint die Sonne kräftig vom Himmel, weswegen das Team zuerst das Jackenhandling untersucht. Den Rucksack geschultert, prüfen sie die Leicht­gängigkeit der Reißverschlüsse, den Taschenstauraum und die Bedienung der Kordelstopper an Saum, Kragen und Kapu­ze. Kritik erntet vor allem die Mountain Hardwear Trinity. »Die Reißverschlüsse las­sen sich hier kaum bewegen, außerdem wer­den die Taschen vom Rucksack-Hüftgurt verdeckt, so dass sie auf Tour nicht zugäng­lich sind«, fasst Tester Felix Wiedmann die Eindrücke der Crew zusammen. Besonders positiv fällt hingegen das Adidas Windstop­per Hooded auf, an dem in puncto Handling und Ausstattung alles stimmt.

Von der Burgruine Hohenurach geht es ins Tal und von dort wieder steil hinauf zum Albtrauf. Eine gute Gelegenheit, den Klima­komfort unter die Lupe zu nehmen. Zur bes­seren Vergleichbarkeit schließen die Tester dazu die Frontzipper der Jacken und wech­seln die Modelle immer wieder durch.

Die 10 Besten Winter Softshells im Test 04»Ärmelbündchen und die Ventilations­öffnungen unter den Achseln dürft ihr ruhig öffnen, das wäre ja auch im Regen problem­los möglich«, rät Testredakteur Frank Wa­cker. Das lassen sich die Tester nicht zwei­mal sagen, denn bei Temperaturen von milden zehn Grad ist das Material vieler Modelle mit dem Klimamanagement flott überfordert. Die Achselbelüftungen (Pitzips) der Mountain Hardwear Trinity reißen die Tester besonders früh auf, auch in der Jack Wolfskin und Marmot Elementalist wird ih­nen rasch zu warm, was hier vor allem an feh­lenden Achselreißverschlüssen liegt.

Dass auch die Mountain Equipment Pul­sar keine erfrischende Pitzips besitzt, stört hingegen nicht, bei ihr halten der luftige Futterstoff, dünne, ungefütterte Einsätze unter den Achseln sowie der leicht wind­durchlässige Außenstoff das Klima im Lot. Ähnlich gut schneiden sonst nur die Test­modelle von Adidas und Haglöfs ab.

Wie komfortabel sich eine Jacke trägt, hängt auch von Jackensitz und Bewegungs­freiheit ab. Das testet die Crew am nahen Rossfels. Bei bodennahen Kraxeleien spüren die Tester rasch, ob es an Ellbogen oder Schultern spannt, Ärmel und Jackensaum hochrutschen oder die Kapuze ins Gesicht zieht. Wieder einmal beweisen Adidas, Hag­löfs und Mountain Equipment ihren hohen Komfortanspruch – und erhöhen damit ihre Chancen auf einen Testsieg.

Die 10 Besten Winter Softshells im Test 03GEGEN NÄSSE GEWAPPNET

Doch wie sieht’s bei Wind und Nässe aus? Welche der zehn Softshells hier überzeugt, soll erst der nächste Tag zeigen, für den der Wetterbericht eine Kaltfront mit unbestän­dig-kaltem Schauerwetter prognostiziert – und Recht behält. Schon in der Nacht rüttelt ein starker Wind an den Zelten, und erste Schauer trommeln auf die Nylonhäute.

Zum gemeinsamen Frühstück vorm Zelt bleibt es zwar trocken, doch der kalte Wind lässt nicht nach – und offenbart erste Schwächen im Wetterschutz der Test-Shells. Die Testerinnen im Team – beide verfroren – merken sofort, wo’s kalt wird: »Bei der Jack Wolfskin zieht’s kalt an die Ohren«, klagt Katleen Richter. Auch Sina Choma hat die falsche Jacke für steife Bri­sen erwischt und versucht vergeblich, die Kapuze der Schöffel Windchill Hoody so an ihr Gesicht anzupassen, dass es nicht eisig hineinweht. Grund sind die dürftigen Ein­stellmöglichkeiten der Kapuzen – die auch im Regen nicht richtig überzeugen konn­ten, wie schon der vorangegangene Test mit der outdoor- Sprühregendusche gezeigt hat.

Als wahrer Wetterschutzbunker ent­puppt sich hingegen die Mountain Hardwear Trinity. Auch die Modelle von Adidas, Moun­tain Equipment und The North Face schüt­zen Die 10 Besten Winter Softshells im Test 05super vor Nässe: bei kräftigem Nieselre­gen immerhin mindestens 20 Minuten lang.

VIER MODELLE ÜBERZEUGEN

Am späten Nachmittag sitzt das Testteam in der überheizten Stube des Sankt-Johann­Gasthofs und diskutiert abschließend die Ergebnisse. Nicht alle fallen gut aus. Test-Redakteur Frank Wacker fasst zusammen: »Wirklich empfehlen kann man nur vier der Testkandidaten«, nämlich die Adidas Wind­stopper Hoody, Haglöfs Fin Hood, Moun­tain Equipment Pulsar und The North Face Valkyrie Jacket. Sie alle sind sehr gute Mul­titalente – gravierende Schwächen leistet sich keines der Modelle.

Unterschiede bestehen allenfalls beim Tragekomfort: Wer eine extrem kuschelige Jacke mit plüschigen Schubtaschen sucht, wird bei der Pulsar fündig. Wer auf top Kli­makomfort und Bewegungsfreiheit steht, sollte sich die Windstopper Hoody und die Fin Hood ansehen, und wer Ausgewogenheit schätzt, greift zum Valkyrie Jacket.

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