10 Gaskocher im Test

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Ob ein schneller Kaffee für zwischendurch, die heiße Suppe zur Mittagsrast oder ein kreatives Frischluft-Menü zum Sonnenuntergang – mit einem guten Outdoor-Kocher gelingt das alles im Handumdrehen. Gaskocher sind hier erste Wahl, denn sie brennen, ohne zu stinken, wiegen wenig, lassen sich klitzeklein ver­packen, kosten nicht die Welt und sind kinderleicht bedienbar: an die Kartusche docken, aufdrehen, anzünden – fertig. Doch vor dem Brutzelspaß muss man sich entscheiden: Welcher Gasherd soll es sein? Ein extrem leichter Kompaktbrenner, der direkt auf die Kar­tusche geschraubt wird, oder ein standfestes Modell, das über eine flexible Leitung an den Gastank dockt und auch große Suppen­töpfe sicher trägt? outdoor hat sechs Kompakt- und vier Standkocher auf Verbrauch, Leistung, Stabilität und Einsatzbreite getestet und klärt, welcher der richtige für Sie ist.

10 Gaskocher im Test 00WAHRE KRAFTPAKETE: KOMPAKTKOCHER ZUM AUFSCHRAUBEN

Kompaktkocher gelten als Einstiegsdroge in die Welt der mobilen Outdoor-Küche. Das liegt zum einen am günstigen Preis – ab 35 Euro beginnt das Kochvergnügen. Zum anderen am kleinen Packmaß und Gewicht: Zwischen 69 und 112 Gramm wiegen die sechs Modelle im Test, sie alle passen zusammengeklappt in eine Tasse, fallen also selbst im Tagesrucksack kaum auf. Der Optimus Crux ver­schwindet sogar im konkav gewölbten Kartuschenboden – ein klapp­barer Brennerkopf und ein Klemmtäschchen machen`s möglich.

Diesen Minimalismus können sich die Kocher nur leisten, weil sie die Kartusche als Standfuß nutzen. Das führt jedoch zu einem hohen Schwerpunkt und fordert eine ruhige Hand beim Rühren im Topf, will man seine Suppe nicht von der Wiese schlürfen. Aufpassen muss man vor allem bei den instabilen Topfauflagen des Optimus Crux und MSR Micro Rocket, die schon mit 2-Liter-Töpfen bedrohlich wackeln. Anders Coleman Fl Spirit und Edelrid Kiro Ti, die im Test selbst 3­Liter-Pötte souverän tragen. Der Edelrid punktet zudem mit einem angenehm langen Flammenregler und exakter Regulierung.

10 Gaskocher im Test 01MIT THERMOMETER UND STOPPUHR

Die wahre Größe eines Kochers zeigt sich erst bei Brennleistung und Gasverbrauch. Um beides zu ermitteln, mussten die Kocher einen Li­ter Wasser von 14 °C zum Kochen bringen. Und zwar sowohl mit vol­ler, warmer, als auch mit halbleerer, -18 °C kalter Kartusche. Letzte­res simuliert nicht nur den Wintereinsatz, sondern auch lange Kochsessions: Im Betrieb kühlen Gaskartuschen ab, was zu geringem Gasdruck und somit reduzierter Brennleistung führt. Während die meisten Testmodelle mit Eiskartusche fast doppelt so lange brau­chen wie mit warmer (statt 4 bis 5 Minuten 9 bis 10), bleibt der Soto Micro Regular davon fast unbeeindruckt und braucht statt 4,5 gut 6 Minuten. Auch beim Verbrauch liegt er vorne, kostet aber auch 95 Euro. Wem das zu viel ist, der greift zum Edelrid – für 45 Euro.

BLEIBEN AM BODEN: GASKOCHER MIT EXTERNER KARTUSCHE

Wer auf Grammzählerei pfeift und lieber einen stabil stehen­den Brenner für komfortable Kochsessions sucht, liegt bei einem Gaskocher mit Standfüßen richtig. Im Vergleich 10 Gaskocher im Test 02zu Multifu­el- oder Benzinbrennern wiegen sie immer noch wenig: zwischen 170 und 200 Gramm im Testfeld. Auch kosten sie mit 50 bis 105 Euro nur ein Viertel bis die Hälfte der Allesfresser (s. Kasten) – und kaum mehr als kompakte Gaskocher. Die vier standfesten Testmodelle erfreuen aber nicht nur mit tragfähigen Auflagen für bis zu fünf Liter große Töpfe, sie punkten auch mit exakter Regulierung – mit Ausnahme des Optimus Vega, dessen Regler unangenehm »nachfedert«.

Ein weiterer Vorteil dieser Komfortkocher ist die frei stehende Kartusche. Sie lässt sich auf den Kopf stellen, was verhindert, dass die Kartusche im Dauerbetrieb auskühlt und die Kocherleistung – wie bei den Kompaktkochern – nachlässt. MSR und Optimus er­klären den Kopfstand sogar zum Normalfall und liefern Standfüße für den Kartuschenkopf mit. Bei Edelrid Opilio und Primus Express Spider kann man den Gastank auch ohne Vorrichtung umdrehen, allerdings liegt dann auch der Flammenregler auf dem Boden …

10 Gaskocher im Test 03NICHT ALLE ÜBERZEUGEN

Und wie sieht’s bei Leistung und Verbrauch aus? outdoor ermittelt auch hier zwei Werte: mit voller, warmer und mit halbleerer, -18 °C kalter Kartusche. Obwohl der Kartuschenkopfstand die Brenner be­flügeln müsste, gehen zwei der vier Testmodelle eher gemütlich ans Werk – und verbrauchen zudem nicht gerade wenig: Edelrid Opilio und Optimus Vega. Wirklich Fast-Food-tauglich ist nur der MSR Windpro. Er bringt den Liter 14 °C kaltes Wasser in 4:40 bzw. 8:10 Minuten zum Sprudeln – und sichert sich damit den Testsieg in der Komfortklasse. Der Primus braucht zwar etwas länger (6:10 und 9:40 min), geht aber knause­rig mit Gas um – und kostet nur die Hälfte des MSR: 50 Euro.

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