10 Doppeljacken im Test

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Doppeljacken-Test: Das Konzept überzeugt. Aber sind Doppeljacken wirklich das Allroundwunder, von dem Outdoorer träumen? Zehn Modelle im Check.

Wen es das ganze Jahr über raus in die Natur lockt, der braucht eine Jacke, die bei jeder Witte­rung Schutz und Komfort bietet: warm im Winter, luftig im Sommer, wasserdicht bei Regen. Ein einziges Modell kann das kaum leisten. Oder vielleicht doch? Doppeljacken scheinen das Unmögliche möglich zu machen. Sie bestehen aus einer wasserdich­ten, atmungsaktiven Außenjacke, in die bei Bedarf per Reißverschluss und Druckknöpfe eine warme Innenjacke eingehängt wird. Auf Touren vom späten Frühjahr bis Anfang Herbst dient die Außenjacke als Wind- und Regenschutz, während die Innenjacke beim Wandern im Rucksack steckt. An eisigen Frühjahrs- und Herbsttagen sowie beim Winterwandern nutzt man die Doppeljacke zusammengezippt als Thermojacke.

10 Doppeljacken im Test 00Das Konzept kommt an: Seit Jahren zäh­len Doppeljacken in der Winterzeit zu den unangefochtenen Verkaufsschlagern – was auch am vergleichsweise günstigen Preis liegt. Die zehn Doppeljacken im Testfeld kosten im Schnitt 325 Euro – und liegen damit knapp 150 Euro unter dem Durch­schnittspreis im letzten outdoor-Funk­tionsjackentest in der November-Ausgabe. Und selbst die teuersten Testkandidaten (430 Euro) sind fast 50 Euro billiger.

IM KOMMEN: KUNSTFASERMODELLE

Bestanden früher die Innenjacken immer aus Fleece, kommen heute verstärkt solche mit Kunstfaserfüllungen zum Einsatz. Immerhin sechs Modelle im Feld sind damit ausgestattet – eine gute Wahl, so die Erkenntnis des Tests. »Ob alleine oder in Kombination mit der Außenjacke, sie tragen sich geschmeidig, ihre glatten Stoffe gleiten wie von selbst über andere Kleidungs­schichten«, fasst Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka die Praxisergebnisse zusam­men. Außerdem liefern die Synthetikjacken im outdoor-Labor eine gute Wärme­leistung und sind winddicht – klasse, sobald man sie solo trägt. Auch Gewicht und Pack­maß überzeugen: Die leichtesten Innen­jacken bringen unter 400 Gramm auf die Waage und lassen sich sehr klein verpacken.

10 Doppeljacken im Test 01DIE KLASSIKER: FLEECE-INNENJACKEN

Bei drei Modellen setzen die Hersteller auf klassisches Fleece. »Auch keine schlechte Lösung, denn Fleece ist unerreicht kusche­lig«, findet Testerin Susanne Wacker. Außer­dem hält das Material ewig. Ein großes Plus, falls man die Doppeljacke im Winter auch im Alltag trägt – der Alltagsgebrauch beansprucht Ausrüstung über die Jahre hinweg ähnlich stark wie die harschesten Expedi­tionen. Die Isolationswerte liegen fast auf Kunstfaser-Niveau. Allerdings pfeift Wind durchs Material, sobald man die Fleece­jacken ohne Außenhülle nutzt, das Packmaß ist größer als bei den Synthetikmodellen.

Eine einzige Doppeljacke im Test besitzt eine Softshell als Innenjacke. Sie trägt sich einzeln und in Kombination angenehm, iso­liert aber weniger gut als die Konkurrenz – ideal für Hitzköpfe. Vor allem ohne Außen­schicht überzeugt die windabweisende Softshell mit einem top Klima. »Perfekt für sonnige Herbst- und Frühjahrstage, an denen ein kalter Wind weht«, sagt Tester Ralf Wildermuth, ein echter Heißsporn.

DER KLIMA- UND REGENSCHUTZCHECK

10 Doppeljacken im Test 02Für richtig anstrengende Touren eignet sich aber nur die Hälfte des Felds. Limitierender Faktor: die Außenjacken. Entweder mangelt es an Belüftungsöffnungen wie etwa Reiß­verschlüssen in den Achseln (Pitzips), oder die – im outdoor-Labor ermittelte – Atmungs­aktivität des Materials lässt zu wünschen übrig. Topnoten bekommt die Jack-Wolf­skin-Außenjacke. Sie vereint eine sehr hohe Atmungsaktivität mit einer effektiven Belüftung über lange Achselzipper und weit zu öffnende Bündchen. Dicht auf den Fer­sen folgen die beiden Mammut-Modelle.

Auch beim Wetterschutz hat das Cascade Mountain Jacket von Jack Wolfskin die Nase vorn. Es übersteht die outdoor-Power­beregnung ohne Blessuren, die einen mehr­stündigen, sturmgepeitschten Wolkenbruch simuliert, und blockt dank ihres riesigen, steifen Kapuzenschilds und des mächtigen, bis zur Nasenspitze reichenden Kragens eisigen Wind ab. Sehr gut schneiden zudem die Mammut-Damenjacke ab und das Her­renmodell von Marmot. Bei den anderen Testkandidaten dringt beim Beregnungs­test über unzureichend abgedeckte Front­oder Taschenreißverschlüsse Nässe 10 Gaskocher im Test 05ins Innere. »Kein Problem im Winter, bei Niesel oder einer zwei- bis dreistündigen Regenwanderung«, relativiert Boris Gnielka das Ergebnis. Bei stundenlangen Wolken­brüchen wird man aufgrund von Saugeffek­ten aber recht großflächig nass.

10 Gaskocher im Test 04NUR DREI MODELLE SIND ALLROUN DER

Fazit: Als Winterwanderjacken lassen sich alle zehn Testkandidaten nutzen, und auch im Alltag machen die meisten eine gute Figur. Den Anspruch einer möglichst viel­seitigen Ganzjahresjacke für ambitionier­tere Touren erfüllen aber nur drei Modelle im Feld rundum zufriedenstellend. Allen voran das Jack Wolfskin Cascade Mountain Jacket für 350 Euro. Es bietet die mit Abstand beste Außenjacke und eine solide Kunstfaserinnenjacke. Neben klassischen Wanderungen macht es auch Trekkingtouren mit. Das 4 Gorge Component Jacket von Marmot (350 Euro) ist eben­falls sehr empfehlenswert. Es eignet sich zum Beispiel bes­tens zum Skifahren. Die Mam­mut-Damenjacke Ayaka 4S wiederum verbindet eine ausgefeilte Außenjacke mit einer kuscheligen, schicken Kunstfaserinnenjacke. Sie liegt preislich allerdings am oberen Ende des Felds.

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