6 LVS Lawinen Verschütteten Suchgeräte im Test

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Ein Lawinen-Verschütteten-Suchgerät sollte jeder Skitourengeher dabei haben. Die preiswerten Geräte für 200 bis 300 Euro haben alle wichtigen Features und sind einfach zu bedienen. Wir haben alle Modelle dieser Klasse getestet.

Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte (kurz LVS­Geräte) sorgen für Diskussionen, seit sie eingeführt wurden. Am Anfang gab es in den Alpen zwei verschiedene Frequenzen, eine Ostalpen- und eine Westalpenfre­quenz. Anfang der 80er-Jahre hat man sich dann auf die einheit­liche Frequenz 457 kHz geeinigt. Die ersten Geräte funktionierten rein analog.

lvs 00 lvs 06Seit über zehn Jahren gibt es jetzt LVS-Geräte, die digital arbei­ten. Dazu bedurfte es einer zwei­ten Antenne im Gerät. Inzwischen haben zeitgemäße LVS-Geräte drei Antennen. Die exakte Suche nach Verschütteten geht damit viel schneller und viel genauer. Und jeder, der sich intensiver mit dem Thema beschäftigt, weiß, wie wichtig im Falle einer Ver­schüttung die ersten 15 Minuten bei der Bergung sind.

Alle Hersteller, die auf dem LVS-Markt eine Rolle spielen, haben spätestens zu dieser Saison neben ihren Top-Geräten ein abgespecktes, etwas günstigeres Gerät auf den Markt gebracht. Wie die Praxis der letzten Jahre gezeigt hat, haben die aller­wenigsten Anwender die Zusatz­funktionen genutzt, die in den teuren Top-Geräten eingebaut sind. Die meisten können sich demnach die Mehrkosten für die Zusatzfunktionen sparen und ein etwas günstigeres Gerät erstehen. Alle getesteten Basisgeräte ver­fügen über drei Antennen. Ihre Grundfunktionen im Bereich „Senden — Suchen“ sind nicht schlechter als die der teureren Modelle des jeweiligen Herstel­lers. Man kann beruhigt ein Gerät der 300-Euro-Klasse kaufen, wenn man sicher ist, dass man keinen Kompass oder Höhenmes­ser braucht und auf den analogen Modus verzichten kann (der allen­falls sinnvoll ist für Spezialanwen­der wie bei der Bergwacht). Aber wie gut sind die LVS-Geräte der Saison? Wo haben sie ihre Stärken und Schwächen? Wir haben mit den sechs Testmodel­len zahllose Testdurchläufe gemacht und dabei vor allem die messbaren Größen wie Reichwei­ten, Zeiten etc. ermittelt. Außer­dem haben wir in festgelegten Szenarien alle Geräte vom Erst­empfang bis zur Punktortung getestet und ihre Eigenschaften festgehalten.

Unterschiede gibt es schon beim Einschalten. Neben einem selbst­erklärenden Drehschalter (Tracker 2, Zoom) gibt es verschiedene Schieb-, Dreh- oder Drückschal­ter. Mit Handschuhen ist der Drehschalter des Tracker 2 am besten zu bedienen, weil er pro­minent vorsteht. Mit dickeren Handschuhen fast nicht zu bedie­nen sind die Schalter vom Orto-vox 3+ und Arva Axis. Auch beim Mammut Barryvox Element tut man sich schwer. ->

lvs 00 SELBSTERKLÄREND? Einmal eingeschaltet, ist es sinn­voll, schnell und einfach zu erkennen, ob das Gerät auch wirklich an ist. Natürlich kann (und soll) man einen Gruppen­check machen, aber trotzdem ist es hilfreich, beim ersten Blick zu erkennen, ob das Gerät sendet. Dazu dienen blinkende Leucht­dioden oder Displayzeichen. Vor­bildlich sind hier das Ortovox 3+ und das Pieps DSP Tour. Das Dis­play zeigt im Sendemodus immer an, dass gesendet wird. Auch die Leuchtdiode am Ortovox Zoom erkennt man gut, weil sie direkt neben dem Display ist. Schwie­riger wird es beim Mammut Ele­ment, das aber auch eine mecha­nische Kontrolle des Sende­zustandes hat (Schieber, ebenso das Pieps DSP Tour). Die Leucht­diode am Tracker muss man suchen. Ganz schwer wird es aber beim Arva Axis. Bei Tageslicht ist die grüne Leuchtdiode im Display gar nicht zu erkennen und es gibt auch keinen Schalter, an dem man erkennen könnte, ob das Gerät an oder aus ist.

Beim Umschalten vom Sende-in den Suchmodus muss man immer bedenken, dass in dieser Situation Panik eine Rolle spielt. Daher ist eine intuitive Bedienung hier besonders wichtig. Am besten hat uns hier die Lösung des bca Tracker 2 gefallen. Auch Pieps und Mammut haben eine relativ einleuchtende Umschal­tung. An das Ortovox-System mit den zwei Schiebern muss man sich gewöhnen. Wer sein Gerät kennt, sollte damit aber klar kom­men. Und auch Arva hat mit einem Schieber inklusive Druck­knopf eine Bedienung, die ein­leuchtend ist.

Beim Suchen zählt vor allem ein stabiler Empfang. Denn alle Geräte haben im Bereich des Erstemp­fangs ihre Probleme. Eine große Reichweite ist deshalb hilfreich, weil dann auch früher ein stabiler Empfang erreicht wird. Hier zeigten beide Modelle von Ortovox deutliche Schwächen. Sie liegen bei der Reichweite in allen Lagen und Szenarien unter den Werten der anderen Hersteller. Man könnte nun meinen, dass die Ortovox Modelle dafür ab dem Erstempfang eine stabile Führung aufweisen. Aber auch das ist nicht der Fall. Die besten Reich­weiten erreichten die Modelle von Mammut und Pieps. Auch Arva und bca schlagen sich gut. Entscheidend ist dann aber, wie ein Gerät vom Erstempfang bis zum stabilen Einloggen eines Senders arbeitet. Hier geht die meiste Zeit bei der Suche verloren, daher ist dieser Wert sehr wich­tig. Sehr gut ist hier das Modell von Pieps und mit geringen Ein­schränkungen auch das Mammut. Auch das Tracker 2 kann diesen Bereich der Grobsuche sehr gut abdecken. Enttäuscht waren wir vom Arva Axis. War das Gerät bei der Reichweite noch ganz vorne mit dabei, schafft es erst sehr spät ein stabiles Einloggen und eine zweifelsfreie Nutzerführung.

SO HABEN WIR GETESTET

lvs 01Wir haben für alle Geräte eine Reichweitenmessung von Gerät zu Gerät und von Gerät zu Fremdgerät gemacht, und zwar jeweils in vier Koppellagen. Bei der Messung zur Mehrfachverschüttung haben wir mit den gleichen Sendern drei Koppellagen aufgebaut und uns mit den Test­geräten genähert.

Das Verhalten und die Leistung der Geräte bei der Suche wurde in zwei Teile unterteilt: die Suche mit offenliegenden Geräten am grünen Rasen, um zu erkennen, in welcher Situ­ation das Suchgerät was anzeigt und den Suchenden wie leitet. Danach folgte eine „blinde“ Suche im Schnee, bei der die Tester nicht wussten, wo die Sender liegen.

Auf den ersten zehn bis 20 Metern zwischen Erstempfang und stabiler Nutzerführung ist es für den Suchenden sehr schwie­rig, zielstrebig zu arbeiten. Mit­unter schickt das Axis den Suchenden in die Gegenrichtung, obwohl man auf dem richtigen Weg ist.

Auch die beiden Ortovox-Modelle tun sich hier eher schwer. Man muss schon recht nahe am Sen­der dran sein, um eine klare Führung zu erhalten. Interessan­terweise ist hier das preiswerte (und neue) Zoom sogar etwas besser als das 3+. Allerdings hat das Zoom bei der Suche von Zoom (Sender) zu Zoom (Emp­fänger) im schlechtesten Fall eine sehr geringe Reichweite, die je nach Position der Geräte zuei­nander gerade mal zehn Meter beträgt (im nichtverschütteten Zustand!). Da kann ein Zoom-Besitzer, der verschüttet wird, nur hoffen, dass die Suchenden nicht auch ein Zoom haben. Mit stärkeren Sendern (Arva Axis, Pieps DSP Tour) schafft es das Zoom auf eine deutlich höhere Reichweite.

lvs 02-> SCHWIERIG FÜR ALLE Mehrfachverschüttungen sind für alle LVS-Geräte eine Herausforde­rung. Mehrere Signale gleichzeitig zu empfangen und zu verarbeiten ist eine komplexe Angelegenheit. Allerdings muss man bei dem Thema auch bedenken: Wer eine Mehrfachverschüttung verschuldet, hat im Vorfeld schon viel falsch gemacht. Daher lag unser Schwer­punkt auch auf dem sauberen und einfachen Auflösen einer Einfachverschüttung. Nichts­destoweniger müssen moderne LVS-Geräte eine Mehrfachverschüttung auflösen können. Drei Größen spielen dabei eine Rolle: Die Signaltrennung im Bereich der Grobsuche, das Erkennen und Anzeigen der Mehrfachverschüt­tung und die Möglichkeit, ein gefundenes Gerät auszublenden, um einen anderen Verschütteten zu suchen.

Die Signaltrennung können alle Geräte recht gut, Mammut und Pieps haben hier die Nase vorne. Am besten ist hier eindeutig das Pieps. Es loggt sich schnell auf den stärksten Sender ein und führt den Suchenden zielstrebig zum ersten Verschütteten. Auch sehr gut sind Mammut und bca. Schwierigkeiten hat auch hier das Arva, genau wie bei einer Ein­fachverschüttung. Ein Ortovox 3+ hat sich bei der Konstellation der Mehrfachverschüttung zweimal „aufgehängt“, so dass man das Gerät ausschalten und wieder einschalten musste. Das Ortovox Zoom sowie das bca Tracker zei­gen lediglich an, dass es sich um eine Mehrfachverschüttung han­delt. Ob es zwei oder mehrere Verschüttete sind, kann man nicht erkennen. Die anderen Geräte zeigen bei bis zu vier Ver­schütteten die tatsächliche Anzahl der Opfer an. Das Markie­ren eines Senders funktioniert bei Arva, Mammut und Ortovox 3+ sehr gut. Das Pieps DSP Tour tut sich hier etwas schwerer. Es kann sein, dass man einige Sekunden die Markierungstaste gedrückt halten muss, bis das Gerät den Befehl annimmt und ausführt. Ortovox Zoom und bca Tracker bieten keine Möglichkeit der Markierung.

FAZIT

Das optimale LVS-Gerät gibt es noch nicht, etwa diese Kombi: der schnelle Prozes­sor des Tracker 2 mit dem Grobsuchemodus des Pieps und der Markierfunktion des Mammut Element, gepaart mit der Größe und dem Preis des Ortovox Zoom.

Da uns vor allem die unmissverständliche Benut­zerführung bei einer Ein­fachverschüttung wichtig war, hat am Ende das Pieps DSP Tour die Nase vorne. Ihm dicht auf den Fersen ist das Mammut Barryvox Ele­ment, das im Bereich der Grobsuche nicht ganz so überzeugen konnte, dafür aber bei der Punktortung und beim Markieren im Falle einer Mehrfachver­schüttung Vorteile hat. Der schnelle Prozessor des Tracker 2 von bca hat uns sehr gefreut, weil man mit diesem Gerät schnell arbei­ten kann.

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