Fünf LVS Geräte im Test

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FÜNF LVS-GERÄTE

Vom Suchen und Finden

18 Minuten hat man Zeit, um einen Verschütteten mit hoher Wahr­scheinlichkeit lebend aus einer Lawine zu bergen. Das ist nur mit LVS-Geräten zu schaffen, die es dem Suchenden möglichst leicht machen.

lvs geraete 01Lawinenverschütteten-Suchgeräte, kurz LVS-Geräte, schützen nicht davor, in eine Lawine zu geraten. Sie helfen lediglich dabei, einen Ver­schütteten so schnell zu finden, dass dieser eine deutlich bessere Chance zum Überleben hat. LVS-Geräte kom­men also dann zum Einsatz, wenn “es” bereits passiert ist, wenn mindestens eine Person vollständig verschüttet wurde. Diese Person muss ein einge­schaltetes LVS-Gerät am Körper tragen, und mindestens eine zweite Person mit LVS-Gerät muss unverschüttet ge­blieben sein. Nur dann ist eine LVS-Su­che nötig und möglich.

Die Chance, die ein Ganzverschüt­teter durch die LVS-Suche bekommt, lässt sich in Zahlen ausdrücken (aus bergundsteigen 1/08 S. 38ff): Wird er während der ersten 18 Minuten nach der Verschüttung ausgegraben, ist er mit einer Wahrscheinlichkeit von 91% noch am Leben. Nur zu 9% stirbt er schon in dieser ersten Zeit, meist an Verletzungen. Dann aber, zwischen der 18. und der 35. Minute, erstickt er mit 60% Wahrscheinlichkeit. Falls er eine Atemhöhle hat, kann er länger überleben, doch ab der 35. Minute be­ginnt die Kombination von Unterküh­lung, Sauerstoffmangel und Kohlendio­xid-Anreicherung im Blut sein Leben zu gefährden.

Daraus wird deutlich, dass es um die ersten 18 Minuten geht, und dass im freien Gelände die schnelle Rettung nur durch Kameraden möglich ist; die organisierte Rettung kann diese kurzen Zeiten nicht schaffen. Die LVS-Suche findet also unter erheblichem Zeitdruck satt, umso mehr, als die Or­tung nur ein Teil des Weges bis zur tatsächlichen Rettung ist: Statistisch gesehen gut doppelt so lange dauert das Ausgraben.

MITTELKLASSE

Das wichtigste Kriterium für LVS-Ge­räte ist die einfache Bedienbarkeit, um dem Suchenden nicht zusätzliche Hin­dernisse in den Weg zu legen. Aller­dings zeigen Versuche auch ganz klar: Jedes Gerät kann sein Potential nur dann ausspielen, wenn der Anwender damit umzugehen weiß. Das heißt, mit jedem Gerät muss man immer wieder üben; keines sucht und findet alleine. Für welches Gerät auch immer man sich entscheidet, man muss es erst zu seinem Werkzeug machen.

lvs geraete 02Die meisten Hersteller bieten meh­rere Geräte mit einer unterschiedlichen Anzahl von Funktionen und in mehre­ren Preisklassen an. Die billigste Grup­pe umfasst überwiegend Geräte mit ein oder zwei Antennen, die deutlich mehr Erfahrung bei der Suche voraus­setzen als 3-Antennen-Geräte. Die Pro­fi-Geräte wiederum sind mit so vielen Funktionen ausgestattet, dass sie von einem durchschnittlichen Tourengeher mit vielleicht zehn bis zwanzig Touren pro Saison im Verhältnis sehr viel Übungszeit verlangen würden. Darum werden in diesem Artikel Geräte der Mittelklasse vorgestellt, die sich auf die wichtigsten Funktionen beschrän­ken und mit drei Antennen ausgestat­tet sind, um die Suche so einfach wie möglich machen.

ANTENNEN

Durch die drei Antennen erhält das Gerät im Suchmodus mehr Informati­onen über den Ort des Senders, als es mit zwei oder gar nur einer Antenne bekäme. Ein Prozessor verarbeitet diese Informationen und gibt sie in einer klaren Richtungsanzeige an den An­wender weiter. Im Send-Modus spielt die Anzahl der Antennen meist keine Rolle, da die Geräte nur mit einer be­stimmten Antenne senden. Die Aus­nahme unter den hier vorgestellten Ge­räten ist das 3+ von Ortovox, das im Fall der Verschüttung die Antenne mit der günstigsten Lage zum Senden ver­wendet.

STÖRFAKTOREN

Während der Suche sind alle LVS-Ge­räte sehr empfindlich gegenüber elek­tronischen Geräten und massiven Me­tallteilen. Daher müssen Mobiltelefone, Funkgeräte, Herzfrequenzmesser, etc. ausgeschaltet sein und in möglichst großer Distanz vom LVS-Gerät unter­gebracht werden, ebenso wie Stirn­lampen, Taschenmesser, Magnet­knöpfe und ähnliche Dinge. Die Angaben der Distanz sind unter­schiedlich und gehen von mindestens 30 Zentimetern bei bca bis zu 1,5 Me­tern bei Pieps. Aber auch im Send-Mo­dus muss ein gewisser Abstand einge­halten werden. Hier gibt bca beispielsweise 2,5 Zentimeter an, Pieps 15 Zentimeter.

Weitere Störfaktoren sind Gewitter, Hochspannungsmasten, Liftanlagen, die sich nicht so leicht entfernen las­sen, aber mitbedacht sein müssen.

BATTERIEN

Die LVS-Geräte werden mit – je nach Hersteller – ein bis vier Alkaline-Batte­rien betrieben, die man während einem längeren Nicht-Gebrauch entfer­nen sollte. Am

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