5 Outdoorgerichte im Test

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TISCHLEIN DECK DICH

Ob im skandinavischen Fjäll oder zwischen patagonischen Gletschern – Trekking macht hungrig. Dehydrierte Nahrungsmittel sind bei Wildnistouren ohne Supermarkt am Wegesrand oft die einzige Möglichkeit, um bei geringem Gewicht und mit wenig Brennstoff ausreichend Kalorien zu tanken. Michael Hennemann hat sich das Angebot an Trekkingnahrung angeschaut und wünscht »Guten Appetit!«.

Wer fernab der Zivilisation und nicht gerade im Survival-Stil eines Rüdiger Nehbergs unterwegs ist, kommt nicht umhin, ausreichend Proviant für mehrere Tage oder sogar Wochen im Rucksack mitzuschleppen. Eine Trekkingtour mit vollgepacktem Rucksack auf dem Buckel ist Schwerstarbeit und die körperliche Anstrengung lässt den Energiebedarf ansteigen. Das gilt erst recht in anspruchsvollem Gelände mit starken Steigungen oder unwirtlicher Umgebung, z.B. bei Wintertouren in extremer Killte.

Die Anforderungen an die ideale Verpflegung für eine Trekkingtour sind daher klar umrissen: Haltbar sollte sie sein, nährstoffreich Lind leicht. Ein möglichst geringer Brennstoffbedarf bei der Zubereitung spart weiteres Gewicht, und da wohl nur die wenigstens von uns am Abend nach an- strengender Tour noch große Lust empfinden, lange mit dem Kochlöffel im  Trangia herumzurühren, schadet es nicht, wenn das »Kochen« möglichst einfach von der Hand geht. Last but not least sollte das Ganze am Ende auch noch schmecken, und zwar jeden Tag ein bisschen anders, damit sich auf dem Speiseplan keine Monotonie breit macht. Schließlich gilt auch unterwegs die altbekannte Volksweisheit »Essen hält Leib und Seele zusammen.«

FAST FOOD FÜR “DRAUSSEN”

Perfekt auf die Bedürfnisse von Wildnistouren abgestimmt sind die speziellen Outdoor-Fertiggerichte, die in bunt bedruckten (Leichtmetall-)Tüten im Trekkingladen hängen. Die Auswahl ist dabei so groß wie nie. Firmen wie Simpert Reiter GmbH (Travellunch), Farmer´s Outdoor, Katadyn (Trek`n Eat), Adventsire Food und Lyo Food bieten eine breite Palette von gefriergetrockneten Lebensmitteln, die vom Früstücksmüsli über Hauptgerichte mit Fleisch ebenso wie vegetarische Eintöpfe bis hin zu Snacks, Desserts und Früchtehappen reicht. Laut eigenen Angaben stellen die Hersteller die einzelnen Gerichte dabei nach den aktuellen Kenntnissen der Ernährungswissenschaft zusammen und verwenden hochwertige, z.T. biologische Zutaten, die alle wichtigen Nährstoffe und Mineralien enthalten und so selbst auf längeren Touren eine ausgewogene Ernährung sicherstellen.

So funktioniert die Gefriertrocknung

»Sublimation« lautet das Zauberwort bei der Herstellung von Trekkingnahrung. Das sagt Ihnen nichts? Um das Prinzip hinter der Gefriertrocknung zu verstehen, ist eine kurze Rückbesinnung auf den Physik- oder Chemieunterricht in der Schule erforderlich: Im Vakuum geht Wasser direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Die Lebensmittel werden daher schockgefroren und anschließend im Vakuum erwärmt. Durch die Trocknung im luftleeren Raum schmilzt dann das in den Lebensmitteln enthaltene Wasser nicht, sondern entweicht in Form von Wasserdampf und den Lebensmitteln wird so um bis zu 95 Prozent des Wassers und damit ein Großteil des Gewichts entzogen.

Tüte auf, Heißwasser drauf

Durch den Wasserentzug werden die Lebensmittel nicht nur leichter, sondern sind auch ohne Kühlung lange haltbar. Die Zubereitung ist dann denkbar einfach: Man gießt lediglich die entsprechende Menge an kochenden Wasse über den Beutelinhalt und rührt während der Quellzeit von etwa zehn Minuten ab und zu um. Fertig ist das Trekkingdinner und kann, wie es auf der Lyo Food-Verpackung so schön heißt, »serviert« werden. Einige Gerichte benötigen dabei nicht einmal heißes Wasser, sondern lassen sich im Notfall auch mit kaltem Wasser oder sogar Schnee in den verzehrfertigen Zustand bringen.

Das Verfahren der Gefriertrockung ist sehr schonend, denn außer dem Wasserentzug findet keine weitere Veränderung der Nahrungsmittel statt. Vitamine und Mineralien bleiben erhalten, es sind weniger Geschmacksverstärker erforderlich und die Hersteller können auf zusätzliche Aromastoffe und Konservierungsmittel verzichten. Die Qualität hat ihren Preis: Die Trekkinggerichte sind zwar hochwertiger, allerdings auch deutlich teurer als herkömmliche Fertiggerichte aus dem Supermarkt und grob über den Daumen gepeilt erleichtert jedes Hauptgericht die Reisekasse um 6 bis 8 Euro.

Eine Frage des Geschmacks

Übe Geschmack lässt sich bekanntlich (nicht) streiten. Selbstverständlich gilt das auch oder gerade für Trekking-Fertiggerichte. Jeder Anbieter setzt auf eigene Rezepte und so schmecken selbst »typische« Standardgerichte wie z.B. Chili con Carne je nach Hersteller etwas anders. Vor der eigentlichen Tour ist daher schon zu Hause oder auf einer Wochenendtour vorab eine Probeverkostung Pflicht. Vergleichen Sie unterschiedliche Produkte von verschiedenen Herstellern, um herauszufinden, welche Geschmacksrichtung Ihnen am ehesten zusagt. Die Auswahl an Fertigmahlzeiten für die Trekkingtour ist zwar riesengroß, trotzdem wird die Speisekarte bei längeren Touren recht schnell eintönig.

Bei meinen Trekkingtouren kommen daher auch immer »normale« Lebensmittel wie Reis und Nudeln (sehr gut geeignet ist auch Couscous) mit in den Rucksack. Zusammen mit ein paar Gewürzen und dehydrierten Lebensmitteln (wie Quellgemüse, Milch- oder Eipulver), die es z.T. in größeren Supermärkten gibt, lassen sich daraus leckere Gerichte -zaubern« — eine willkommene Abwechslung, z.B. für Ruhetage, wenn etwas mehr Zeit zum Kochen ist. Abgerundet wird die Outdoor-Speisekarte durch süße Schmankerl. Das gefriergetrocknete Mousse au Chocolat z.B. genießt in Trekkerkreisen zu Recht einen legendären Ruf. Es liefert nicht nur ausreichend Extra-Kalorien, sondern ist auch eine leckere Belohnung für eine besonders anstrengende Etappe.

Anbieterübersicht und Auswahl an Gerichten

Nach einem anstrengenden Trekkingtag hängt der Magen ganz schön in den Kniekehlen. Gut, wer dann ein Outdoor-Fertigmenü im Rucksack hat. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der Anbieter für den deutschsprachigen Markt und eine Auswahl an verschiedenen Fertiggerichten, die selbst an den entlegensten Plätzen gelingen, vorausgesetzt es steht Wasser zur Verfügung.

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