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SCHICHTARBEIT

Wenn es so etwas wie die perfekte Funktionsjacke gibt, dann sollte sie in diesem Testfeld zu finden sein: Dreilagenjacken sind die Flaggschiffe der Hersteller und die erste Wahl von Expeditionsbergsteigern. Profialpinisten und ambitionierten Wanderern. Sie trotzen Wolkenbrüchen, Stürmen und rauem Fels, kein anderer Jackentyp bietet so viel Wetterschutz und Robustheit bei so wenig Gewicht.

Der Trick: Die Hersteller kleben das Futter schon bei der Materialherstellung auf, anstatt es wie bei Zweilagenmodellen lose in die Jacke einzuhängen. Dadurch entsteht ein dreilagiges Sandwich (Dreilagenlaminat), das den hauchdünnen wasserdichten, atmungsaktiven Film (Membran) optimal schützt, der zwischen Außenstoff und Futter liegt. Außerdem verstärken sich die drei Schichten – so bilden schon leichte Stoffe erstaunlich strapazierfähige Laminate.

NICHT NUR TOPMODELLE ÜBERZEUGEN

Zwölf aktuelle Dreilagen] ticken hat outdoor in den Labor- und Praxistest geschickt, von der Fjällräven Eco-Trail für 300 Euro bis hin zur Alpha SV vom kanadischen Edelhersteller Arc’teryx, die mehr als das Doppelte kostet. Sie wiegen im Schnitt gerade einmal 515 Gramm, ihr durchschnittliches Packvolumen liegt bei 1,8 Liter.

Schnell zeigt sich: Nicht alle Materialien sind so haltbar wie erwartet. Die für die Langlebigkeit so wichtige Abriebfestigkeit einiger Außen- und Innengewebe könnte höher sein. So wies der Oberstoff bei vier Kandidaten nach wenigen Scheuerzyklen Abnutzungserscheinungen auf; ein Futter geht sofort in die Knie. Acht Jacken, darunter auch die beiden günstigsten, überstehen die Tortur im outdoor-Labor aber ohne Blessuren. Trotzdem gibt es zwischen ihnen Unterschiede: »Die Dicke des Oberstoffs variiert«, verrät Testredakteur Boris Gnielka.

Da sind zum einen Arbeitstiere wie die Alpha SV, die sich für den täglichen Einsatz unter härtesten Bedingungen eignet. Ihr dicht gewebter Oberstoff ist nicht nur enorm abrieb- und reißfest, er verhindert auch, dass sich feinste Sandpartikel auf der Membran ablagern und sie mit der Zeit durchscheuern. Selbst Details wie die Klemmverschlüsse am Saum hat der Hersteller auf maximale Haltbarkeit getrimmt: Schaumstoffpolster reduzieren beim Gehen die Reibung der Verschlüsse auf dem Stoff. Trotzdem wiegt die Alpha SV nur 485 Gramm – und meldet schon einmal Anspruch auf die Krone als Königin der Funktionsjacken an.

VIELSEITIG UND KOMFORTABEL

Doch die machen ihr die fünf Allrounder im Testfeld streitig. Sie sind nicht ganz so robust, fühlen sich durch die etwas dünneren Materialien aber spürbar weicher an und rascheln weniger. »Sie dürften für die meisten Anwender die beste Wahl sein, denn längere Trekking- oder Bergtouren überstehen auch sie problemlos«, sagt Boris Gnielka. Sehr gute Noten für den Tragekomfort bekommen unter anderem die Kangchenjunga von Berghaus, das günstige Eco-Trail Jacket von Fjällräven und die Zero von The North Face, weil sie durch ihre hervorragenden Schnitte selbst beim Klettern nicht einengen.

Noch geschmeidiger als diese beiden Modelle trägt sich das Leichtgewicht im Test, das Guide Jacket (380 Gramm) vom tschechischen Bergsportspezialisten Directalpine – ein weiterer Titelaspirant? Wenn es um Tages- und Wochenendtouren geht, dann schon, denn da kommt es auf ein möglichst geringes Gewicht und Packmaß des Wetterschutzes an. Für wo- • chenlange Treks eignet sich die Guide, 4— eine der preiswertesten Jacken im Test, durch ihren sehr leichten Oberstoff aber weniger. Auch im Alltagseinsatz hat sie nichts verloren – er beansprucht Jacken über die Jahre hinweg ähnlich stark wie die harschesten Expeditionen.

KLIMASCHUTZ: DIE LEISTUNG PASST

Im Klimatest gibt sich keine der Jacken Blößen. »Das gesamte Feld liegt auf einem erfreulich hohen Niveau: Es gibt kaum Schwächen, sondern nur mehr oder weniger ausgeprägte Stärken«, fasst Boris Gnielka die Ergebnisse zusammen. Alle Materialien punkten im outdoor-Labor mit einer sehr guten bis überragenden Atmungsaktivität.

Zusätzlich besitzen sämtliche Testmodelle gut funktionierende Belüftungen, die für einen kühlenden Luftaustausch sorgen. Top: Das Mentor Jacket von Outdoor Research – es zeigt, was in Sachen Belüftung möglich ist. Ventilationsreißverschlüsse, die vom Oberarm über die Achseln bis zum Saum laufen, das ist schon edel, bei Bedarf lässt sich die Jacke fast so luftig wie ein Poncho tragen. Zusätzlich bietet die Mentor Taschen mit Netzfutter. »Sie dienen nicht allein zur Belüftung«, erklärt Boris Gnielka, »sondern eliminieren auch übereinanderliegende Materiallagen, die die Atmungsaktivität mindern würden.«

Ebenfalls gut fürs Klima: möglichst wenig Tapes. Die Hersteller setzen sie ein, um Nähte regendicht zu halten, allerdings kann über sie auch keine Feuchtigkeit von innen nach außen entweichen. Kein unerheblicher Faktor, denn selbst bei der Directalpine Guide, der Jacke mit dem wenigsten Tape, kommt eine Fläche von 2,5 DIN-A4-Blättern zusammen – und damit liegt sie gut 30 Prozent unter dem Durchschnitt. Auch eine möglichst dauerhafte Imprägnierung hat großen Einfluss auf die Atmungsaktivität, denn sie bleibt erhalten, wenn der Oberstoff sich nicht vollsaugt. Hier setzt die Arc’teryx Alpha SV neue Maßstäbe. Doch auch bei den meisten anderen Modellen perlt Wasser selbst nach zehn Wäschen noch gut ab.

TROCKENBAU: SIND DIE JACKEN DICHT?

Nach der Wetterschutzprüfung im outdoor Regensimulator, der einen sturmgepeitschten Wolkenbruch auf die Jacken niederprasseln lässt, schrumpft die e Menge potenzieller Titelkandidaten auf gut die Hälfte. Zwar überstehen alle die Powerberegnung, ohne baden zu gehen. Doch weil es hier und da ein paar Stellen gibt, an denen Feuchtigkeit nach innen zieht (Saugeffekte), bleibt nur ein halbes Dutzend Topperformer. Zu denen gehört die Kangchenjunga von Berghaus. Sie schützt nicht nur perfekt gegen Nässe, ihr mächtiger Kragen und der große versteifte Schild bilden zudem ein Bollwerk gegen eisigen Wind. Dicht auf den Fersen folgen unter anderem die Jacken von Arc’teryx, Outdoor Research, Fjällräven und Directalpine sowie das Damenmodell von The North Face.

Fazit: »Den einen Alleskönner gibt es nicht aber einige Topmodelle für unterschiedliche Einsätze«, bringt es Boris Gnielka auf den Punkt. Wer eine extrem robuste Jacke sucht, die beim Dauergebrauch nicht in die Knie geht, greift zur Arc’teryx Alpha SV Die Allrounder von Berghaus, Outdoor Research und Fjällräven sowie die Damenjacke von The North Face sind nicht ganz so hart im Nehmen, bieten aber mehr Komfort – und kosten deutlich weniger. Das Leichtgewicht von Directalpine wiederum ist für alle ideal, die einen funktionellen, sehr komfortablen Wetterschutz für Tages- und Wochenendtouren möchten.

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