12 Gaskocher im Test

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SICHERER STAND

Wie stabil steht Ihr Kocher? Kippt er beim kleinsten Wackler? Braucht er viel Brennstoff? Wir haben uns zwölf Gaskocher der neuen Generation vorgenommen und dabei die wichtigsten Kriterien überprüft.

Kocher

mit einem umfangreichen Einsatzfeld hatten wir bei den Herstellern angefordert, also Allrounder, die nicht nur eine Tasse Instantsuppe oder Expeditionsnahrung heiß machen können, sondern mit denen man auch Nudeln mit Soße oder einen Pfannkuchen zubereiten kann. Kocher für die Tour und den Campingplatz.

Es gibt bei Gaskochern zwei unterschiedliche Systeme: Kocher, die direkt auf die Kartusche geschraubt werden, und Modelle, bei denen Kartusche und Brenner getrennt voneinander sind. Ein Schlauch führt das Gas zur Düse. Erstere sind meistens deutlich leichter, da sie weder eine Kraftstoffleitung noch eigene Füße haben. Letztere haben den Vorteil, dass sie einen niedrigen Schwerpunkt haben und ihre drei Beine eine hohe Standfestigkeit verleihen. Außerdem ermöglicht die Trennung von Brenner und Kartusche, dass man diese auf den Kopf stellen kann und so mehr Leistung zur Verfügung hat. Das macht Sinn, wenn es besonders kalt ist oder die Kartusche relativ leer ist und man den letzten Rest Gas nützen möchte. Eine Weiterentwicklung dieses Systems sind Kocher, die wie der Klassiker von Trangia oder der EtaPower EF von Primus einen festen Windschutz integriert haben.

Gaskocher haben gegenüber Benzinkochern einige Vorteile: Sie sind wartungsarm, leicht, gut regulierbar, produzieren keinen Ruß und das Gas ist geruchlos. Zudem hat Gas einen sehr hohen Energiegehalt und vergleichsweise geringen Verbrauch. Üblicherweise befindet sich in den Kartuschen eine Mischung aus Butan- und Propangas, manchmal ist auch noch Isopropan (Siedepunkt minus 12,5 Grad) beigemischt. Diese Mischung ist nötig, da Butangas seinen Siedepunkt bei minus 0,5 Grad hat. Kühlt sich das Gas auf diese Temperatur ab, wird es nicht mehr gasförmig und verbrennt nicht mehr. Daher mischt man Propan, das einen Siedepunkt von minus 42 Grad hat, dazu und senkt so die Betriebstemperatur.

Natürlich interessierte uns vor allem der Verbrauch der Geräte. Denn ob das Nudelwasser nach fünf oder sieben Minuten kocht, ist in den meisten Fällen nicht so wichtig. Viel entscheidender ist, wie viel Nudelwasser man pro Kartusche zum Sieden bringt. Sehr sparsam sind der Flash von Jetboil, der EtaPower EF von Primus, der Micro Regular Stove von Soto, Crux von Optimus und der Express Spider von Primus. Sie sind für rund 20 Liter kochendes Wasser pro Kartusche gut. Verwendet man beim Flash oder dem EtaPower EF die mitgelieferten oder zukaufbaren Töpfe mit Wärmetauscher, kann man fast 30 Liter zum Kochen bringen. Alle anderen Kocher schafften zwischen 16 und 17,5 Liter. Die Koch-Zeiten selber differierten allerdings erheblich. Eindeutig die langsamsten Geräte waren der Express Spider von Primus und der Flash von Jetboil, die sich für anderthalb Liter Wasser achteinhalb bzw. acht Minuten Zeit ließen. Wesentlich schneller waren der Utra light von Trangia und der EtaPower von Primus. Sie blieben locker unter sechs Minuten. Der Trangia verbrauchte dafür aber auch viel Brennstoff. Beide Modelle sind mit festem Windschutz ausgestattet und nützen die darin entstehenden heißen Rauchgase aus, was ihren Wirkungsgrad deutlich erhöht. Vor allem der EtaPower EF überzeugte die Tester in jeder Hinsicht. Er war zwar mit rund 125 Euro das zweitteuerste Modell im Test, punktete aber hinsichtlich Standfestigkeit, Verbrauch und Leistung sowie der Bedienbarkeit und holte sich den Testsieg. Das beste Allround-Modell lieferte Optimus mit dem Dreibeinmodell Vega. Mit ihm lässt sich nicht ganz so aufwendig kochen, aber er ist leichter und kleiner als der EtaPower EF, hat gute Verbrauchswerte und macht auf Rucksack-, Rad- oder Kanutouren eine hervorragende Figur.

Wer wissen will, wie viel Gas er auf Tour mitnehmen sollte, muss das zu Hause ausprobieren. Einfach mal Wasser, eine Portion Nudeln oder ein Schnitzel kochen oder braten und das Gewicht der Kartusche vorher und nachher mit einer Briefwaage ermitteln und den Verbrauch hochrechnen. Für den Verbrauch spielen natürlich die Meereshöhe. die Temperatur, der Wind und der Druck in der Kartusche eine große Rolle. Sind die Kartuschen fast leer, kann man bei den Brennern mit exter- ner Kartusche wie dem Vega von Optimus und dem Windpro von MSR die Kartusche auf den Kopf stellen. Jetzt gelangt das Gas in flüssiger Form zum sogenannten “Pre-Heating-Tube”, einem Rohr, das durch die Flammen verläuft. Dort wird es erhitzt, gasförmig und weiter in den Brenner geleitet. Diesen Modus kann man auch bei kühlen Temperaturen einsetzen, um die Leistung zu erhöhen. Allerdings steigert das den Verbrauch um rund 15 bis 20 Prozent. Wer Gas sparen will, verwendet den mitgelieferten Windschutz und benutzt einen Topfdeckel. Die Regulierbarkeit, die zumsparsamer Kochen notwendig ist, war bei fast allen Kochern hervor- ragend. Die meisten Geräte ließen sich von Vollgas bis zum kleinsten Flämmchen herunterregeln. Nur der Flash von Jetboil und der Crux von Optimus nicht. Hier ist wenig Spielraum zwischen eins und null.

Auch wenn es uns beim Test nicht so sehr auf das Gramm ankam, seien doch die leichtes- ten Kocher erwähnt. Mit 70, 75 und 85 Gramm sind der Micro Regular Stove von Soto, der Micro Rocket von MSR und der Crux von Optimus Aufschraubkocher für die Hosentasche. Am besten gefiel uns der Micro Rocket, der sehr leistungsstark ist und sich mit einem Preis von knapp 60 Euro der Preis-Tipp sicherte. Der Micro Regular Stove von Soto ist mit einem Ventil ausgestattet, das sich bei sinkendem Gasdruck öffnet und den Durchfluss erhöht. Dadurch ist bis zum Schluss konstant Gas vorhanden. Er holte sich den Gewichts-Tipp, leichter geht es fast nicht mehr.

Wer es schlicht will und vor allem nicht viel Geld ausgeben möchte, ist mit dem F1 Spirit von Coleman oder dem Twister Plus PZ von Campingaz gut beraten. Für großartige Kochaktionen sind sie zwar etwas zu wackelig, bieten aber für rund 40 Euro ein gutes Leistungs-Verbrauchsverhältn is. Eben zum Dabeihaben, sollte die Pizzeria schon zu sein. Noch ein Wort zum Kochgeschirr. Auf dem Markt sind Produkte aus Aluminium (mit und ohne AntiHaft-Beschichtung), Edelstahl und Titan. Für den Brennstoffverbrauch ist das verwendete Material unerheblich. Töpfe und Pfannen aus Alu sind sehr leicht und preiswert. Haben sie eine AntiHaft-Beschichtung (Non-Stick), sollte man nur Besteck aus Holz oder Kunststoff verwenden, da die Beschichtung relativ dünn und wenig widerstandsfähig ist.

Edelstahl dagegen ist mehr oder weniger unverwüstlich und sehr hygienisch. Leider ist er relativ schwer. Am leichtesten ist Geschirr– aus Titan, das extrem haltbar ist und daher über sehr geringe Wandstärken verfügt. Dumm nur, dass ein kleiner Titan-Topf schon mal 70 Euro und mehr kosten kann.

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