12 robuste Trekkinghosen im Test

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EINE HOSE FÜR ALLES

In Sachen Tragekomfort sind leichte Berghosen sicherlich die beste Wahl. Allerdings ist der dünne Stoff recht empfindlich. Wer in felsigem Gelände oder mehrere Tage am Stück unterwegs ist, sollte daher besser zu einem robusteren Modell greifen, das nicht so leicht einreißt oder aufgerieben wird. Dies ist dann der Fall, wenn die Hose aus entsprechendem Material besteht oder Verstärkungen aufweist.

Material und Verstärkungen

Für ein optimales Verhältnis zwischen Gewicht und Abriebfestigkeit bestehen robuste Outdoorhosen fast nur noch aus Nylon (High-Tenacity-Polyamid). Dieses Material lässt sich gut dehnen und mit Gummifasern (Elastan/Spandex) vermischen. Hosen für Bergsteiger, die insbesondere im Kniebereich stark beansprucht werden, sind dadurch sehr dehnbar (Adidas, Mammut) und gleich- zeitig weniger anfällig.

Einige reine Trekkinghosen sind zwar noch robuster, dafür aber auch schwerer und weniger dehnbar, was beim Bergsteigen von Nachteil ist. Ripstop-Webung, die bei geringem Gewicht der Hose zusätzliche Stabilität verleiht, ist nur noch bei dünnen oder unelastischen Hosen nötig. Hosen aus Polyester transportieren Schweißdampf etwas besser als Hosen aus Nylon (Mammut; Meru plus kühlende Baumwolle). Der Stoff von Vaude ist bluesign-zertifiziert (nach bluesign-zertifizier Effizienz- und Umweltstandard hergestellt), der von Patagonia recyclebar. Haglöfs besitzt eine winddichte und wasserresistente Membran, die aber die Durchlässigkeit von Dampf herabsetzt.

Eine sinnvolle Kombination aus hoher Atmungsaktivität und hoher Robustheit lässt sich durch Verstärkungen oder den Einsatz widerstandsfähiger Stoffe an den neuralgischen Stellen erreichen: den Hosenbeinabschlüssen (genauer: innere Unterschenkel gedoppelt), dem Gesäß (zur Gewichtsersparnis und besseren Atmung ist hier teils robusterer Stoff eingesetzt) und erst drittrangig den Knien (nur bei Kletterhosen wichtig). Bei Berghaus ist alles eingesetzt, bei Schöffel gedoppelt und bei Adidas die halbe Hose inklusive Oberschenkel aus stärkerem Stoff. Letztere sind eigentlich Hochtourenhosen — die Allround-Hose Schöffel mit Fixirungshaken, Adidas mit leichtem Wärmeffekt.

Gewicht und Passform

Nur ein Teil der Hosen lässt sich mit einem Gewicht bis 350 Gramm (Gr. 52) noch als leicht bezeichnen (Outdoor Research 310 g). Hosen, die mehr als 400 Gramm wiegen, sind hingegen deutlich spürbar. Dafür sollten jene Modelle auch viel aushalten. Berg  hat mit 380 Gramm das wohl beste Verhältnis zwischen Schutz und Gewicht. Bei gleicher Größenangabe ist die Bundweite der Hosen sehr unterschiedlich. Schöffel, Vaude (Oberschenkel schlanker), aber auch Mammut, Haglöfs und Hosen amerikanischer Hersteller fallen weiter aus. Schlanke oder größere  Bergsteiger sollten auf Sondergrößen (Patagonia, Berghaus) oder die Modelle von Adidas, Tatonka (beide anpassend), Northland zurückgreifen, die etwas enger sitzen. Der Bereich des Oberschenkels bis zum Knie ist meist schlanker und das untere Hosenbein bis zum Abschluss wieder weiter.

Hüftabschluss

Entscheidend für den Tragekomfort einer Hose ist der Hosenbund. Ein breiterer Bund (Outdoor Research) liegt besser an der Hüfte an. Dies gilt vor allem dann, wenn Abschnitte elastisch sind (Tatonka; Adidas komplett, Schöffel, The North Face symbolisch). Schweißabsorbierendes Trikotfutter im Bund sorgt ebenfalls für mehr Tragekomfort.

Immer mehr Berghosen werden in Überlänge angeboten (Maier Sports sogar Unterlängen), was nach der neuen DIN-Berechnung mit weiteren Hüftumfängen bitter nötig ist. Über dem abgedeckten Reißverschluss (RV)-Schlitz befindet sich ein Druck- oder Metallknopf oder ein Häkchen, welches aber nur mit Hintersicherung (Schöffel mit Klett) geschlossen bleibt. Da ein Druckknopf zerbrechen kann, liefern einige Hersteller Ersatznieten mit (Mammut); andere hinterkletten ihn (Vaude) oder befestigen gleich zwei Druckknöpfe am Hüftabschluss (Tatonka, Adidas, Haglöfs).

Ein Gürtel ist fast immer erforderlich. Vor allein bei den robusteren Modellen ist er häufig Bestandteil der Hose. Teilweise ist er häufig in einem Schlauchband eingezogen, sodass er sich kaum rausziehen lässt. Der Vorteil: ein solcher Gürtel sitzt perfekt und kann nicht nach oben verrutschen. Er besteht in der Regel aus einem leichten Nylonband mit Kunststoffverschluss (je nach Breite 25 bis 40 g). Die Längenverstellung leiert mit der Zeit etwas aus. Bei Northland ist die Verstellung mühsam.

Hosenbein-Abschlüsse

Bei warmem Wetter mag ein weites Hosenbein luftiger und damit angenehmer sein (z. B. Mammut). Bei unwegsamen Steigen oder beim Klettern sieht man allerdings weniger oder verhakt sich eher. Bei tiefem Schnee oder kaltem Wind sind Abschlüsse mit Gummizügen hilfreich. Diese sind in der Regel innen gut verstaut, aber umständlich und nur zweihändig zu verstellen (Vaude sehr kompliziert). Der Außenzug von Tatonka funktioniert perfekt, kann sich aber leicht verhaken. Mit robusteren Waden-Reißverschlüssen lässt sich die Weite zwar einfach, aber nur eingeschränkt verstellen. Sie er-leichtem darüber hinaus den Einstieg in klobige Schuhe (Schöffel auch Skitourenstiefel). Simple und dabei effiziente Klettverschlüsse hat leider keine der Hosen. Haglöfs hat aber immerhin drei Verstell-Druckknöpfe. Die Hosenbeine von Mammut lassen sich aufkrempeln und in Dreiviertelhöhe fixieren.

Taschen

Die meisten robusten Hosen haben, statt der üblichen drei, bis zu sechs Taschen. Einschubtaschen ohne RV sind bequemer, allerdings kann aus ihnen leicht etwas herausfallen. Sie eignen sich daher nur zum Einschieben der Hand — es sei denn, sie sind nicht seitlich, sondern frontal senkrecht angebracht wie bei Patagonia, Vaude und Outdoor Research. Mit Netzfutter ausgestattet lüften diese permanent, was die Hosen untauglich für regnerisches Wetter macht (abh. von der Jacke). Die Gesäßtaschen sind dagegen immer verschließbar (Patagonia leichterer Zugrifft.Zugriff. Die Oberschenkeltaschen mit RV sollten groß genug für Karten sein (am größten Mammut, Tatonka, Haglöfs; Meru Volumentasche). Sie können ebenfalls luftdurchlässig sein (v. a. Schöffel), während Berghaus stattdessen effektivere seitliche Lüftungs-RVs hat.

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