12 Tourenrucksäcke im Test

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Mehr muss nicht sein

Einen 30-Liter-Allroundrucksack zu bauen, ist keine Kunst. Besonders, da etliche gute Modelle auf dem Markt sind, an denen man sich „orientieren“ kann. Demnach war unser Testfeld an Rucksäcken zwischen 25 und 30 Liter Volumen (lt. Hersteller) ein recht homogenes. Auf den ersten Blick ließen sich kaum signifikante Differenzen ausmachen. Vorab und erfreulich: Es war kein Modell dabei, das nach den ersten Testdurchläufen echte Schwächen aufzeigte. Unsere Objekte der Begierde waren Tagesrucksäcke, die man für alle Arten der bergsportlichen Betätigung verwenden kann. Wandern sollte genauso ins Portfolio passen wie Bergsteigen oder Klettern. Für die meisten Hochtouren werden Rucksäcke mit einem Volumen von maximal 30 Liter zu klein sein, zumindest dann, wenn man mehrere Tage auf Tour unterwegs ist. Für Tagestouren oder Wochenend-Hochtourentrips reichen sie bei sparsamer Packweise sicherlich aus.

Was an einen Rucksack drangehört oder nicht, ist in hohem Maße auch Geschmackssache. Extrem schlichte, reduzierte Rucksäcke waren in den letzten Jahren für ernsthafte Alpinisten ein Muss! Der Vorteil: wenig Riemen, weniger Gewicht, oftmals (nicht immer) ein geringerer Preis. Aktuell scheint der Trend wieder zu Modellen zu gehen, die etwas umfangreicher ausgestattet sind. Wobei man bei den 25- bis 30-Liter-Modellen noch ohne Gebrauchsanweisung klarkommt. Das ist bei größeren Rucksäcken heute häufig nicht mehr der Fall.

Ein Unterscheidungsmerkmal bei den Testmodellen war die Rückenlänge bzw. die Größe der Rucksäcke. Einige Hersteller bieten die Rucksäcke in unterschiedlichen Rückenlängen an, um den unterschiedlichen Körpergrößen gerecht zu werden. Das ist beispielsweise bei Black Diamond der Fall (drei verschiedene Größen). Deuter bietet eine Herrenversion an und eine auch im Volumen etwas reduzierte Damengröße. Andere Hersteller gehen den Weg, dass man auch bei diesen kleinen Rucksäcken die Rückenlänge verstellen kann. Von den Testmodellen war das bei Northland und Osprey der Fall.

Ein anderer augenscheinlicher Unterschied liegt in der Rucksacköffnung. Neben der klassischen Öffnung mit Schnellverschluss und mehr oder weniger langem Schneelatz bzw. Extension gibt es vereinzelt Rollverschlüsse. Exped und Black Diamond setzen darauf. Bei Exped soll der Rollverschluss bei schlechtem Wetter vor allem dafür sorgen, dass der Rucksack dicht ist. Bei Black Diamond dient der Rollverschluss auch als Volumenerweiterung. Neben dem Rollverschluss hat der Speed 30 von Black Diamond noch einen sehr langen Schneelatz. Fährt man den aus, hat man fast einen Seesack vor sich. Zum Suchen im Hauptfach ist das nervig. Aber man kann den Schneelatz ja auch in den Rollverschluss einfalten.

Tatonka wartet mit einer dritten Verschluss-Version auf, die man immer häufiger sieht. Es ist eine abgewandelte Tropfenform, bei der der Deckel mittels Reißverschluss heruntergeklappt wird. Das ergibt in geschlossenem Zustand zwar einen sehr cleanen Rucksack, ist zum Packen aber etwas mühsamer. Es lässt sic keine Jacke unter das Deckelfach stecken wenn man sie schnell loswerden will. Im Testfeld waren darüber hinaus zwei Modelle, die auf „leicht“ getrimmt waren der Millet Respiration und der Tatonka Spot 30. Mit annähernd gleichem Gewicht knapp unter einem Kilo sind sie um ca. 250 Gramm leichter als der Durchschnitt der anderen Modelle. Dabei erweisen sie sich als ordentliche Rucksäcke, selbst wenn man etwas mehr Gewicht reinpackt. Abzüge gibt es da vor allem in der Haltbarkeit. Im Gegensatz zum Bach Altitude, der aber auch nur 930 Gramm wiegt. Allerdings ist der Bach noch etwas kleiner als die zwei Mitbewerber und sehr spartanisch ausgestattet. Mit seinem Außenmaterial und der soliden Machart ist der Altitude dafür aber sehr robust. Ein super Kletterrucksack für nicht zu viel Zuladung. Große Tester haben eine Lastriemenverstellung vermisst, mit Gewicht im Rucksack zog der Bach stark nach hinten.

Eine Ausnahme im Test war Deuter. Aufgrund der Tatsache, dass die „technischen“ Rucksäcke von Deuter in Herrengröße entweder zu groß oder zu klein waren (24 1 bzw. 32 1), hatten wir den Spectro im Test. Er ist der einzige Rucksack mit Netzrücken und schlägt sich dafür sehr gut. Er ist ein guter Kompromiss für alle, die auf Netzrücken schwören, die aber trotzdem einen Rucksack haben wollen, der kompakt am Körper sitzt.

Ein anderes Alleinstellungsmerkmal bietet Black Diamond mit dem Reactive Tragesystem. Die Träger sind miteinander verbunden und die Hüftpolsterung ist beweglich gelagert. Damit macht der Rucksack die Bewegungen seines Trägers mit. Wen das stört, der kann das mit einem Festziehen der Riemen am Hüftgurt quasi „ausschalten“. Wir fanden es zum Aufsteigen sehr angenehm.

Und unser Testsieger? Dass Osprey weiß, wie Rucksäcke gebaut werden, ist kein Geheimnis. Der Kestrel 28 hat uns für den Einsatzzweck, den wir angedacht haben, am besten gefallen. Hier passte die Mischung von Ausstattung. Details, Materialien und Preis. Das Tragesystem vermittelt einen guten Kontakt, ist aber gleichzeitig recht luftig. Das Gewicht von 1285 Gramm ist akzeptabel und der Preis mit 120 Euro ebenso. Nur als echter Kletterrucksack taugt der Kestrel aufgrund des breiten und sehr weichen Hüftgurtes nicht. Aber einen solchen hatten wir auch nicht angefordert.

 

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