9 Leichte Wanderschuhe im Test

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Wanderschuhe Light

Der richtige Schuh macht’s! Die Wandersaison 2012 steht vor der Tür. Wir haben uns im Vorfeld für Sie bei den namhaften Bergschuhspezialisten umgesehen und die zehn Topmodelle der Kategorie Leichtwanderschuhe in der Praxis getestet— über Stock und Stein.

Das Anforderungsprofil für unsere Bergschuhe light  war schnell zusammengestellt. Unsere Testkandidaten sollten nicht zu viel Gewicht auf die Waage bringen, auch bei Matsch, Schnee und Regen die Füße trocken halten und über einen guten Grip verfügen. Halbhohe Schuhe sind multifunktionell einsetzbar. „Leichte Wanderschuhe sind heute Tagesschuhe – für die Stadt, die Arbeit, für den täglichen Gebrauch. Mit der entsprechenden Ausstattung, z. B. einer Gore-Tex Membran, sind diese auch bestens für den Wintereinsatz geeignet.“ So Lukas Meindl, Geschäftsführer des Bergschuhspezialisten Meindl. Die Obermaterialien unserer getesteten Modelle, inklusive der beiden Kinderbergschuhe, sind aus Leder, Leder-Mix oder Kunstfaser. Nimmt man z. B. den Adidas Terrex Fast X GTX Mid, hat man einen superleichten Wanderschuh mit Trailrunning-Wurzeln. Der Schuh aus 100 Prozent PES (Polyester) ist komfortabel wie ein Hausschuh und verleitet zum Fast-Walk. Unser Adidas Schuh ist der Einzige mit rein synthetischem Obermaterial und Trailrunning-Ambitionen. Die Hersteller Columbia mit dem Modell Talus Ridge Mid (verschiedene Lederarten), Scarpa mit dem Kailash GTX (Veloursleder), La Sportiva mit denn X Mid (Sämischleder) und Lowa mit dem Renegade GTX Mid (Nubukleder) schicken reine Ledermodelle auf Wanderschaft.

Diese Bergschuhe fühlen sich in allen Terrains wohl und scheuen auch den Einsatz an leichten Klettersteigen nicht. Ausnahme: der Schuh des amerikanischen Herstellers Columbia. Hier liegt der Fokus auf Stadt, Land und Forstwegen. Die weiteren Siebenmeilenstiefel für Jung & Alt sind mit Lederanteil im Obermaterial gearbeitet. Den Anfang macht das überarbeitete Modell SL Trek GTX von Aku, ein Velourslederschuh mit Nylon und TPU (Thermoplastisches Polyurethan), als nächstes reiht sich der legendäre Banks GTX aus dem Hause Hanwag in die Mixed-Runde ein. Hier wurden Nubuk- und Sportvelours mit Cordura verarbeitet. Ein langlebiger Schuh, der dank des weichen Nylonmaterials am Schaft schön bequem ist. Unsere zwei Kids-Modelle kommen von den deutschen Schuhherstellern Lowa mit dem Modell Kody II GTX Mid Junior, einer Nubukleder-Cordura-Kombination, und dem Magic Hiker Junior GTX aus dem Hause Meindl. Als Obermaterial wurde bei letzterem Veloursleder mit Mesh kombiniert. Die Runde der robusten „Multitooler“ beschließt das Modell Comet 3D GTX von Salomon. Der formschöne Leichtwanderschuh ist im Obermaterial aus Nubukleder mit Gummikappe als Zehenschutz gearbeitet und dankbarer Begleiter für Ein- oder Mehrtageswanderungen.

Grundsätzlich ist zu bemerken: Schuhe sind sehr individuell, genau wie Füße. Das geht schon mit der Frage los, ob man einen schmalen oder breiten Fuß hat und zwei einigermaßen gleichgroße Füße sein Eigen nennen kann. Senk-, Spreizfuß oder hoher Rist kommen  dann noch on top dazu. Wer eine Fußfehlform hat, wird zwangsläufig den einen oder anderen Schuh einfach ins Abseits stellen. Im Großen und Ganzen sind die von uns vorgestellten Modelle für Sportlerfüße gemacht. Dank der heute standardmäßig herausnehmbaren Innensohle können die Schuhe durch orthopädische Einlagen noch individuell angepasst werden. Orthopäden und Schuhmachermeister für passende Einlegesohlen finden Sie im örtlichen Telefonbuch oder online z.B. unter www.die-fussexperten.de.

Auch im 21. Jahrhundert schwören Wanderer und Bergsteiger auf die guten Eigenschaften von Lederschuhen. Das Naturprodukt ist äußerst strapazierfähig, langlebig (bei guter Pflege) und gibt stabilen Halt ohne aus der Form zu gehen. Wie aber wird aus der Tierhaut Leder? Welche Lederarten eignen sich besonders für Berg- und Wanderschuhe? Wie hat sich das Handwerk des Gerbers verändert?

Thomas Heinen, Ledertechniker und Geschäftsführer in 4. Generation der Heinen Lederfabrik:

„Leder wird aus Haut gemacht und Gerben ist das Haltbarmachen der sonst verderblichen Haut. Grundsätzlich kann aus allen Häuten Leder gemacht werden. Allerdings haben die Tierrassen unterschiedliche Hautqualitäten. Die daraus entstehenden Ledertypen entscheiden über die weitere Verarbeitung. Dicke Schuhoberleder, wie man sie für Bergschuhe verwendet, brauchen in der Gerberei eine dicke Haut wie sie z. B. Rinderbullen haben. Die Tierhaut unterteilt sich in verschiedene Schichten. Das Unterhautbindegewebe wird beim sogenannten Entfleischen entfernt. Danach wird die Blöße (geäscherte Haut) horizontal in zwei Teile getrennt. Der dann anfallende Spalt (Teil zwischen Oberhaut und Unterhautbindegewebe) wird im Endzustand als Velours bezeichnet. Fachlich fällt Velours unter Raubleder oder Spaltleder“ so Thomas Heinen. „Die Hautoberseite wird entweder zu vollnarbigem Leder oder Nubuk weiterverarbeitet. Nubuk entsteht, wenn man oberflächlich verkratzte oder vernarbte Häute wieder schön gleichmäßig macht, um Hautfehler zu entfernen. Diese Lederart ist kratzunempfindlicher und atmungsaktiver als vollnarbiges Leder und damit ideal für Berg- und Wanderschuhe.“

Die Lederfabrik Heinen besteht seit 1891, ist ein reiner Familienbetrieb und produziert ausschließlich in Deutschland. Nachhaltigkeit, Ökologie und soziale Verantwortung werden großgeschrieben. Punkte, die auch den Bergschuhhersteller Meindl überzeugen. Der bayerische Schuhfabrikant bezieht seine Leder ausschließlich bei der Heinen Lederfabrik.

www.heinen-leather.de

Das Gerben zählt zu den ältesten Handwerksberufen weltweit. Die Ausbildung zum Gerber dauert drei Jahre. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Ledertechnik zu studieren bzw. den Meistertitel zu erwerben. Der Beruf ist heute bei weitem nicht mehr so körperlich anstrengend wie früher. Die Knochenarbeit erledigen heute Maschinen, handwerkliches Geschick ist aber nach wie vor gefragt. Die größten Gerbereien stehen heute in Asien und Südamerika. Die hochwertigsten Leder kommen aus Europa.

Bei der Herstellung von Veloursleder wird die Fleischseite veloursartig geschliffen. Es entsteht eine faserige Oberfläche. Besondere Merkmale von Veloursleder sind der sehr samtartige Griff und der Schreibeffekt.

 

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