GPS Tracker – Wo bist du?

  • August 13, 2012
  • GPS
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Sei vorsichtig, riskiere nichts! So oder so ähnlich lautet man­cher Rat, wenn die Partnerin bzw. der Partner alleine in den Bergen unterwegs ist. Abseits aller Eifersuchtsaspekte kann es durchaus sinnvoll sein, den jeweils aktuellen Aufenthaltsort aus der Ferne abzurufen.

Nein, es geht keineswegs darum, permanent alle Familienmitglieder zu überwachen. Schließlich sind die Kinder noch vor zehn Jahren ohne Handy zur Schule gegangen. Und doch gibt es Situationen, in denen die Fern­ortung von Personen sinnvoll oder gar lebensrettend sein kann — gerade wenn man sich alleine im alpinen Gelände bewegt. Als im Herbst des vergangenen Jahres ein Wanderer im Allgäu nach fünf Tagen intensiver Suche lebend gefunden wurde, sprach mancher von einem Wun­der. Tagelang hatten Bergwacht, Hunde­führer und Hubschrauber zuvor vergeblich nach dem Vermissten gesucht, der schwer verletzt im Gelände lag und sich nicht mehr fortbewegen konnte.

Hier hätte vermutlich schon ein Handy gereicht, um den Verletzten schneller zu finden. Noch einfacher und genauer wäre die automatische Ortung gewesen: Entweder hätte der Verletzte selbst per SOS-Knopf seine Position durchgegeben. Wäre er dazu nicht mehr in der Lage gewesen, hätten spätestens am Abend Hüttenwirt oder Angehörige Alarm schla­gen können, als der Wanderer nicht wie verabredet zurückgekehrt war. Mit einem kleinen GPS-Tracker ausgerüstet, hätte das Senden einer einzigen SMS ausgereicht, um den Unglücksort bis auf fünf Meter genau zu bestimmen. Der Verunglückte selbst hätte gar nichts tun müssen, so lassen sich selbst Schwerstverletzte ein­fach orten.

GPS-Tracker mit SIM-Karte zur Personen­suche sind nicht teuer, es gibt sie bereits ab 50 Euro. Diese Geräte bestehen aus einer Kombination von GPS- und Mobil­funkempfänger, in die sich eine normale SIM-Karte fürs Handy einschieben lässt. Das Ortungsprinzip ist einfach: Die Posi­tion ermittelt das GPS-Modul auf wenige Meter genau und übermittelt es per SMS an einen oder mehrere vordefinierte Emp­fänger. Partner oder Familienmitglieder können ihrerseits per SMS an den GPS­Tracker die Position abfragen, die sie als Textnachricht mit den genauen Koordina­ten auf ihr Handy beantwortet bekommen. Viele Tracker senden mittlerweile gleich einen Positions-Link für den Online-Kar­tendienst Google Maps mit, so dass ein weiterer Mausklick den genauen Standort direkt im Internet-Browser anzeigt.

Für nur 20 Euro mehr gibt es zudem Geräte mit einer SOS-Taste. Dabei genügt es, im Notfall diese Taste zu drücken, die Position wird dann wieder per SMS an eine festgelegte Handynummer verschickt. Der Vorteil der SMS-Methode gegenüber Ortungsdiensten, die in aller Regel einen über mehrere Monate oder gar ein Jahr laufenden Vertrag verlangen, sind die geringen Kosten von wenigen Cent pro Peilung. Ortungsdienste (z.B. www.gpsvisi­on.de, www.inanny.de oder www.trackyour­kid.de) erlauben bei monatlichen Gebühren zwar eine Vielzahl von Ortsbestimmungen und sind zudem übers Internet direkt am Computer etwas bequemer, für die gele­gentliche Nutzung sind sie aber zu teuer. Bei den zuvor genannten Geräten beschränken sich die Kosten auf die ein­malige Anschaffung und die gelegent­lichen SMS-Gebühren, monatliche Gebüh­ren fallen dagegen nicht an.

IN DER PRAXIS funktionieren die GPS-Tra­cker gut, zudem sind die Geräte in der Grö­ße eines Kartenspiels mit rund 50 Gramm sehr leicht. Der Akku hält zwei bis fünf Tage. Voraussetzung für die Positionsermitt­lung und -weitergabe sind natürlich GPS- und Handyempfang, beides kann im Ein­zelfall problematisch sein. So hat man in abgelegenen Gebieten unter Umständen kein Mobilfunknetz, ohne das gar nichts geht. Fehlt es, wie in Gebäuden, dagegen nur am GPS-Signal, verschicken viele Empfänger entweder die letzte gespei­cherte Position oder ermitteln sie aus der Funkzellenortung. Die ist zwar ungenauer als die GPS-Ortung, grenzt die Position aber immerhin ein.

Die Ortsbestimmung von Personen ist in Deutschland nur mit deren Einverständnis erlaubt. Wer sie ohne Kenntnis der Betrof­fenen einsetzt, macht sich strafbar. Auf Bergtouren aber sollte dies kein Problem darstellen. Wer alleine unterwegs ist, bekommt im Notfall schnelle Hilfe. Und die Daheimgebliebenen haben einfach ein „besseres Gefühl”. Die sozialen Netzwerke wie Facebook oder Google+, die vor allem von jungen Menschen genutzt werden, bie­ten solche Funktionen ohnehin: Darin sieht man, wer gerade wo mit wem unterwegs ist — die perfekte Überwachung!

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