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Eine Zeit lang sah es so aus, als wäre das Fleece ausgestorben, verdrängt von übermächtigen Konkurrenten namens Softshell. Langsam erobern sich die weichen Kuscheljacken ihren Stamm­platz zurück. Zu Recht, wie wir nach diesem Test befunden haben.

Zur Geburtsstunde des Fleeces hieß das Material noch Faser­pelz. Was einiges über das Produkt aus­sagt. Denn die Konstruktion und Beschaf­fenheit des Materials gleicht einem echten Naturprodukt: dem Pelz eines Eisbären. Schließlich überlebt der Eisbär auch ohne zusätzliche Kleidung und steigt sogar zwi­schendurch noch ins Wasser. Sein Geheim­nis: Die Haare seines Pelzes sind innen hohl. Und genau das haben sich die Tech­niker in den Chemie-Labors abgeschaut. Denn damit wird ein doppelt positiver Effekt erreicht. Zum einen wird das Gewicht reduziert, gleichzeitig wird aber die Wärmeleistung gesteigert. Denn Luft­polster (eingeschlossene Luft) bieten die beste Isolation.

DER SIEGESZUG der Faserpelze oder spä­ter des Fleeces war ab Ende der 70er Jah­re nicht mehr aufzuhalten. Wenngleich die Produkte von damals mit denen von heute nicht mehr viel gemein haben. Sie waren, verglichen mit den heutigen Fleecen, noch sehr schwer, ziemlich steif und haben vor allem gepillt. Beim Pillen drehen sich klei­ne Härchen an der Oberfläche zu Knoten zusammen. Das tut der Funktion kaum einen Abbruch, sieht aber unschön aus. Erst die Softshell-Welle vor etwa zehn Jah­ren hat die Fleece für einige Zeit in den Schatten gestellt. Kaum ein Hersteller hat­te noch ein „klassisches“ Fleece im Sorti­ment. Seit ein paar Jahren bekommt man es jetzt wieder, das gute (alte) Kuschelfleece. Nur dass die Produkte noch besser geworden sind.

WAS ABER KANN ein Fleece und was kann es nicht? Das hohe Maß an Lufteinschluss in den Fasern sowie zwischen den feinen Härchen sorgt für eine sehr gute Isolation — solange die Luft dort bleibt. Fängt sie an zu zirkulieren, ist schnell Schluss mit lustig. Und das tut sie bei Wind (oder Fahrtwind). Bei windigem Wetter ist ein Fleece als oberste Schicht daher sicherlich nicht das Mit­tel der ersten Wahl. Da muss dann noch eine dünne, wind­dichte Hülle, also eine Hard-shell drüber, die den Wind abhält. Mit dem Problem, dass diese Kombination dann schon wieder sehr warm ist.

Auf der anderen Seite haben Fleece keine Membrane wie beispielsweise Softshells. Das wiederum macht sie sehr atmungsaktiv, Wasserdampf kann sehr gut von innen nach außen diffundieren. An einem kühlen, fast windstillen Herbst­tag in den Bergen ist ein Fleece somit ein perfekter Begleiter. Oder beim Skifahren unter einer Hardshell. Oder auf der Hüttenterrasse, wenn es kühler wird. Oder im kühlen Winter­raum — oder auch nur im küh­len Wohnzimmer vor dem Fern­seher.

FÜR DEN VORLIEGENDEN TEST wollten wir ausdrücklich Kuschelfleece haben. Dass die Interpretation von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich ist, beschert uns Verbrauchern eine breite Vielfalt an Produkten.

Ein Kuschelfleece kann 620 Gramm wiegen (Salewa) oder auch nur 375 Gramm (Berg­haus). Das schwere ist dichter vom Material her und hält den Wind besser ab. Das leichtere kuschelt eindeutig mehr, schon alleine weil es geschmeidiger ist, man spürt aber auch einen leichten Windhauch deutlich durch. Ein Fleece kann eine super-kuschel-Außenseite haben wie Vaude oder aber ein Hardface wie das Modell von Arc’teryx. Vaude liegt in der Kuschelskala ganz vorne. Will man aber eine zusätzliche Jacke über das Fleece ziehen, tut man sich schwer, weil die vielen Härchen einen hohen Widerstand bilden und schlecht gleiten. Arc’teryx kuschelt ein­deutig nur innen, ist dafür aber robuster, winddichter, wasser­abweisender und es fällt deut­lich leichter, eine weitere Jacke darüber zu ziehen. Durch das etwas höhere Maß an Winddich­tigkeit und auch, weil die Hyl­lus von Arc’teryx bei Schneefall nicht nass wird, ist das eine tolle Jacke als äußere Lage für kühle bis kalte Bedingungen. Mit einem anderen Nachteil, den fast alle Fleece mit sich bringen: das Packvolumen. Denn zusammengepackt neh­men die Jacken im Rucksack schon ein gehöriges Maß an Volumen ein. Nur gut, dass sie (meist) nicht wirklich schwer sind — zumindest solange sie trocken sind.

SCHWERER WERDEN sie hin­gegen, wenn sie nass werden. Aber jeder, der schon mal eine Fleecejacke aus der Waschma­schine genommen hat, weiß: Sie fühlt sich nach dem Schleudern nahezu fast trocken an. Und so waren auch fast alle Testmuster zwei Stunden, nach­dem

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