Verschiedenste Seiltypen im Test

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EIN SEIL FÜR ALLE FÄLLE

Seile sind heute derart ausdifferenziert, dass man beim Kauf schon mal ins Grübeln kommen kann: Brauche ich ein Hallenseil, ein Seil fürs Alpine, ein Eis-Seil, ein Work-Out-Seil oder eins für den ultimativen Rotpunktversuch, ein Einfachseil, das zugleich auch Halb- und Zwillingsseil ist, oder ein Halbseil, das auch als Zwillingsseil verwendet werden kann?

EINFACH NUR KLETTERN

Wer nur zum Sportklettern in den Mittelgebirgen geht, hat es leicht: Ein Einfachseil genügt. Der Sportkletterer braucht sich auch um die oft preistreibende „Ausrüstung” – darunter versteht man die Imprägnierung und andere chemische Behandlungen des Seils – keinen großen Kopf zu machen. Zwar trägt eine gute Ausrüstung immer auch etwas zum besseren Handling und zu einer längeren Lebensdauer des Seils bei, wirklich notwendig ist sie zum Sportklettern, wo das Seil selten nass wird, aber nicht.

Der Seildurchmesser ist dagegen einige Überlegungen wert. Ganz generell gilt: Je dünner, desto leichter, desto geringer aber auch die Lebensdauer und die Sicherheitsreserve des Seils. Dies spiegelt sich auch in der Zahl der gehaltenen Normstürze wieder (wobei die nicht nur vorn Durchmesser, sondern auch von der Konstruktion und Ausrüstung des Seils beeinflusst wird).

Wer häufig Routen ausbouldert und dabei ständig stürzt und hängt, greift besser zu einem etwas dickeren Seil ab io Millimeter aufwärts, während Experten für den entscheidenden Rotpunktversuch vor allem in langen Ausdauerrouten schon mal in der 9-Millimeter Klasse unterwegs sind. Da ist dann auch der Sicherer gefordert, denn die dünnen Seile erfordern passende Sicherungsgeräte und manchmal Tricks – wie einen zweiten Schrauber im Tuber -, damit alles sicher bleibt.

Wer nur in der Halle klettert, kann ein Hallenseil wählen. Die sind dank erhöhtem Mantelanteil besonders strapazierfähig, nicht zu dünn und werden auch in hallentauglichen Längen von 3o und 4o Metern angeboten. Dennoch gehen die meisten Hallenseile direkt an die Hallenbetreiber und seltener an den Endkunden, den Kletterer. Wohl, weil Vielkletterer dazu neigen, drinnen alte Seile vollends aufzubrauchen, und Einsteiger mit einem Seil, das sie auch draußen gut verwenden können, einfach besser bedient sind.

DOPPELT HÄLT BESSER

Wer alpin klettert, hat die Oual der Wahl. Alpine Routen, bei denen man nicht längere Strecken abseilen muss, sind auch mit einem Einfachseil zu machen. Allerdings bedeuten zwei Seile mehr Sicherheit. Beim alpinen Sportklettern mit gebohrten Zwischensicherungen sind Zwillingsseile in ihrem Element. Sie sind im Handling noch relativ einfach. Im hochalpinen Gelände oder wenn die Absicherung kompliziert ist und der Routenverlauf nicht wirklich gerade, sind dagegen Halbseile das Mittel der Wahl.

Bei Seilen für den alpinen Einsatz ist die Imprägnierung ein wichtiger Faktor, da im Gebirge immer mit Nässe gerechnet werden muss und die Seile dort ohnehin stark strapziert werden. Was für Einfachseile gilt, ist auch bei zwei Strängen richtig: Je dünner, desto leichter, je dicker, desto höhere Sicherheitsreserven. Wer in einer Dreierseilschaft unterwegs ist, wo jeder Nachsteiger an nur einem Strang nachklettert, sollte zumindest ein Halbseil und auch hier am- besten nicht das allerdünste wählen. Für Dreierseilschaften sind auch die dreifach zertifizierten Seile (siehe Seite 68) zu empfehlen, während Zwillingsseile für diesen Zweck tabu sind. Eine Kennzeichnung der Seilmitte ist in jeder Spielart des Kletterns günstig. Bicolor-Seile weisen die dauerhafteste Art der Markierung auf: einen Designwechsel im Mantel. Edelrid hat dazu ein neues Verfahren entwickelt, es nennt sich Duotec. Dabei wird ein flaches, zweifarbiges Band in den Mantel eingeflochten, das in Seilmitte gedreht wird. Die Maschine muss dazu bei der Mantelherstellung nicht mehr wie bisher gestoppt werden.

NEUE KONSTRUKTIONEN

Auch Beal hat sich mit dem Mantel weiter beschäftigt und das sogenannte UniCore-Verfahren entwickelt, bei dem Mantel und Kern verwoben sind (siehe Kasten rechts). Keine neue Technologie, sondern ein Ausreizen der bestehenden Technik ist bei den dreifach zertifizierten Seilen zu beobachten. Fast jeder Hersteller bietet inzwischen ein solches Seil an.

Und jetzt stelle ich euch eine Auswahl interessanter Seile vor und gebe dazu noch Hinweise zur Verwendung und zur Lebensdauer von Seilen.

                                                                                                                      

 

Einfach aber gut

Beim Sportklettern drinnen und draußen sind Einfachseile Standard. Mit dem Einzelstrang fällt das Einbinden, Einhängen und Sichern leichter, und die Sicherheitsreserven sind allemal ausreichend. Wer sein Seil stark beansprucht und lange nutzen will, sollte einen Durchmesser um die 10 Millimeter wählen – wir haben hier Modelle von 9,5 bis 10,2 Millimeter ausgewählt. Zum Draußenklettern ist eine Länge von 70 Metern zu empfehlen, das reicht auch in südlichen Gefilden beim Umlenken fast immer bis zurück zum Boden.

 

Mehr Reserve

Wer im alpinen Gelände unterwegs ist, nimmt lieber zwei. Zwei Seile bieten nicht nur höhere Sicherheitsreserven, sie lassen sich auch im Zu- und Abstieg ganz gerecht auf zwei Rucksäcke verteilen. Den Trend zur Multi-Zertifizierung gibt es auch hier: Viele Hersteller bieten Seile an, die sowohl als Halbseil als auch als Zwillingsseil eingesetzt werden können. Wobei sich Alpinisten wohl nie so streng an diese Einteilung gehalten haben.

 

Schlanke Alleskönner

Dreifach (als Einfach-, Halb- und Zwillingsseil) zertifizierte Seile bieten maximale Flexibilität. Inzwischen hat fast jeder Hersteller eine solche Wundertüte im Programm.

 

 

SPEZIALISTEN

Manche Seile sind anders als andere. Mammut und Millet kehren bei ihren Modellen den Umweltschutz–Gedanken hervor, Beal und Sterling ziele auf die Eisfreaks unter den Kletterern.

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