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LEICHTE WAHL

Weniger ist mehr. Das gilt nicht nur für Autokonzerne, die ihre Karossen immer leichter bauen und damit sowohl Verbrauch als auch Dynamik verbessern. Auch viele Rucksackhersteller sparen an jedem Gramm. Nicht nur bei Ultraleichtmodellen, sondern auch bei normalen Daypacks. Kein Wunder, trägt sich doch ein leichtes Modell erst einmal bequemer als ein schweres – allerdings nur, solange der Sparzwang nicht zu Einbußen beim Tragesystem oder wichtigen Ausstattungsdetails fuhrt. Schließlich müssen die Kleintransporter vielfältige Aufgaben meistern und auf Spaziergängen ebenso punkten wie auf sportlichen Wander- oder mehrtägigen Hüttentouren. Geht das gut?

Im outdoor-Test treten zehn Tagesrucksäcke zwischen 80 und 120 Euro gegeneinander an. Sie bieten zwischen 20 und 30 Liter Stauraum, wiegen aber nur rund 1000 Gramm. Dennoch geizen sie nicht mit Ausstattungsdetails, wie Trinksystemaufnahmen, Außen- und Innenfächern, Halterungen für Bikehelm, Wanderstock  und Eispickel. Vor allem Deuter, Grepory und Osprey führen die Ausstattungsliste an, sie sind für jede Aktivität bestens gewappnet. Am sparsamsten bestückt sind  hingegen Black Dia- mond und Ortlieb. Sie wenden sich eher an Turisten, die zum Wandern keine Eispickel mitnehmen und ihre Habseligkeiten lieber in den Rucksack packen, als in diversen Außenfächern und -taschen zu verteilen. Dennoch: Details wie ein Heimnetz oder eine Trinksystemaufnahme fehlen auch ihnen nicht.

Viel mehr als die Ausstattung entscheidet aber das Trageverhalten und der Sitz am Rücken darüber, wie breit das Einsatzspektrum eines Rucksack sich fächert. Vor allem für ambitionierte Mehrtages-Touren braucht es ein kräftiges Tragesystem, das auch Lasten von bis zu acht Kilo bequem auf Schultern, Rücken und Hüfte verteilt. Allerdings darf es dabei nicht steif wie ein Brett die Bewegungsfreiheit einschränken, was vor allem beim flotten Wandern oder Kraxeln hinderlich wäre, sondern muss flexibel, dabei aber kontrollierbar und fest am Rücken sitzen. Eine Herkulesaufgabe! Doch die zehn Testrucksäcke schlagen sich tapfer – ebenso die sechsköpfige Testcrew. Sie hat sämtliche Probanden beim Kraxeln, Speedhiking und Radeln über zwei Wochen lang miteinander verglichen und ist mit der Leistung der Rucksäcke sehr zufrieden.

Vor allem mit dem Deuter Pace 30, der in jeder Hinsicht Topleistungen zeigt: Obwohl er mit 890 Gramm das leichteste Testmodell ist, trägt er selbst Lasten von zehn Kilogramm und zwar komfortabel, kontrolliert und mit viel Bewegungsfreiheit. So machen mit dem Pace Spaziergänge und sportlich-flotte Tageswanderungen genauso viel Spaß wie Klettersteige oder mehrtägige Hüttentreks. Fast genauso komfortabel, fast ebenso leicht und sogar noch geräumiger, aber auch etwas anspruchsvoller im Handling zeigt sich der Gregory Fury 32. Er ist eine top Wahl für Leichtgewichtsfreaks und eignet sich dank bester Lastkontrolle und hoher Flexibilität für vielfältige Unternehmungen.

Sie wollen lieber einen echten Schwerlaster? Einen, mit dem Sie auch den Proviant der ganzen Familie mit ins Grüne tragen können? Dann ist der frisch überarbeitete Osprey Kestrel 28 wie geschaffen für Sie. Zwölf Kilogramm trägt der reichhaltig ausstaffierte Frachter locker, dafür sorgen sein fester Hüftgurt und die stabile, gut belüftete Rückenplatte. Beides spendiert ihm zudem eine Extraportion Kontrolle, wenn auch etwas auf Kosten der Flexibilität: Klettereien, sportliche Wanderungen oder Nordic-Walking-Trips sind nicht so sein Metier.

Für diese Aktivitäten eignet sich der puristisch anmutende Black Diamond Sonic. Er trägt , sich überaus flexibel, Schultergurte und Hüftflossen folgen Bewegungen widerstandslos. Kein Tragesystem im Test trägt sich unbeschwerter – zumindest bis acht Kilo –, und auch die Rückenventilation stimmt. Wanderer, die sehr hohe Ansprüche an die Belüftung stellen, dürfte das noch nicht genügen. Sie sollten den Tatonka Skill 30 in die engere Wahl nehmen. Sein in der Wölbung einstellbares Tragesystem führt dem Rücken bei. Bedarf extrem viel Frischluft zu – und trägt sich auch sonst sehr bequem. Allerdings nur dann, wenn es richtig passt. Um die Anprobe im Fachgeschäft kommen Sie also nicht herum –bei keinem Modell, denn das hat der Test wieder einmal gezeigt: Der beste Rucksack kann sich immer nur so gut tragen, wie er auch passt.

 

 

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