12 leichte Daunenschlafsäcke im Test

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LEICHTGEWICHTE

Der schwerste Schlafsack ist der wärmste. Verwunderlich? Nein, sicherlich nicht. Aber ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es dann doch nicht.

Carinthia gibt für den Airpack 600 ein Gewicht von 950 Gramm an. Wir haben auf unserer geeichten Waage 1076 Gramm gewogen. Eine relativ „normale“ Abweichung, da bei den Gewichtsangaben häufig durch eine optimistische Brille geschaut wird. Ist das fair? Immerhin kauft der Endverbraucher einen Schlafsack, der laut Hersteller nur 950 Gramm wiegt. Bei Carinthia bekommt der Käufer mit dem zusätzlichen Gewicht zumindest auch zusätzliche Wärmeleistung in Form von 64 Gramm Überfüllung. Auch ohne die extra Daunen liegt der Airpack 600 mit seinem Füllgewicht um mehr als 100 Prozent über dem Füllgewicht von Lafuma (266 g) und dem Jack Wolfskin (286 g). Auch Therma-Rest füllt nur mit fast halb so viel Daune (329 g). Im Gesamtgewicht liegen die Produkte dann wieder nicht ganz soweit auseinander, was an Maßen, Konstruktion und Materialien liegen kann.

Dabei muss Therm-a-Rest in diesem Test als ein Sonderfall betrachtet werden. Der Schlafsack ist so konzipiert, dass er auf einer Isomatte fixiert wird. Das heißt: Er ist unten komplett offen, wodurch sich der Hersteller natürlich viel Gewicht und Füllmaterial spart. Bei gemäßigten Temperaturen (über ca. 15 Grad Schlaftemperatur) funktioniert das nach unseren Tests sehr gut. Bei kälteren Bedingungen hingegen  (für die der Daunenschlafsack eigentlich gemacht ist) entstehen sehr schnell Kältebrücken und Lücken zwischen Schlafsack und Isomatte, sobald man sich dreht oder bewegt. Bei dem von Therm-a-Rest ange- gebenen –1 Grad empfehlen wir nicht mehr, mit diesem Schlafsack unterwegs zu sein.

TEMPERATURANGABEN sind ein leidiges Thema bei Schlafsäcken. Temperaturangaben werden nach der EN Norm 13537 gemessen. Die von Herstellern angegebenen Temperaturen sind allerdings in den meisten Fällen unrealistisch. Wir empfehlen nach wie vor in diesem Punkt sehr vorsichtig zu sein und ca. fünf bis sieben Grad zu den Komforttemperaturen der Hersteller dazuzuzählen. Vergleicht man auch einmal die angegebenen Füllmengen mit den Temperaturangaben, stellt man erstaunliche Unterschiede fest. Carinthia füllt 600 Gramm Daune ein und gibt eine Komfort-Limit-Temperatur von –4 Grad an.

Marmot füllt 500 Gramm ein und gibt eine Komforttemperatur von –8 Grad an. Auch Mammut kommt mit 500 Gramm Füllung auf –6 Grad. Mountain Equipment und Rab haben eine Füllmenge von 400 Gramm, ME gibt eine Komfort-Limit-Temperatur von +1 Grad an, Rab erreicht laut Hersteller –4 Grad.

BEI UNSERER THERMOGRAFIEMESSUNG hat Rab tatsächlich besser abgeschnitten als der ME-Schlafsack. Das erklärt sich durch die tatsächlich eingefüllten Daunenmengen: Mountain Equipment hatte 27 Gramm weniger Daune drin als angegeben, Rab 37 Gramm mehr. Macht eine Differenz von 64 Gramm, die das Thermografie-Resultat erklärt. Neben der Füllmenge spielt natürlich auch die Füllqualität eine Rolle. Allerdings bewegen wir uns da auf einem hohen Niveau, so dass die Unterschiede kaum messbar sind. Daune kann zur Messung der Rauschkraft (Loft angegeben in cuin) vor dem Messen bedampft werden. So ergibt sich ein höherer Wert als unter normalen Bedingungen. Bei Werten von 800 cuin oder darüber kann man sicher davon ausgehen, dass die Daune bedampft wurde. Aber selbst unter dem Gesichtspunkt sind 900+ cuin, wie Marmot sie angibt, Extremwerte, die eine sehr spezielle Behandlung der Daune voraussetzen. In einem 1:1-Vergleich der Daune unter identischen Messvoraussetzungen wäre die Füllqualität zwischen Marmot und den anderen Herstellern garantiert nicht so groß. Und dass diese Daune keine Wunder bewirkt, erkennt man an den Thermografie-Messungen. Hier schneidet der Marmot-Schlafsack nicht besser ab als seine Mitbewerber.

ERFREULICH IST,dass bei der Überprüfung der Füllmenge, die wir im Institut Hohenstein haben durchführen lassen, kein grober Ausreißer dabei war wie beim letzten Mal. Lediglich die 64 Gramm Überfüllung von Carinthia sind auffällig. Auch die 34 Gramm zu wenig Füllung im Lafuma-Schlafsack fallen leicht auf, entsprechen sie doch immerhin 11,3 Prozent der gesamten Füllung. Für diese geringe Füllmenge schneidet der Lafuma-Schlafsack bei der Thermografie jedoch noch erstaunlich gut ab. Offensichtlich befindet sich die Daune an einer für die Messung günstigen Stelle. Auch die angegebenen Gewichte liegen näher an dem tatsächichen Gewicht als es früher der Fall war. Nichtig ist nur, darauf zu achten, ob die lersteller das Gewicht mit oder ohne Packsack angeben. In den allermeisten Fällen ist es ohne Packsack angegeben. Das finden wir zwar weniger sinnvoll (wer nimmt seinen Schlafsack schon ohne Packsack mit), aber es macht die Angaben zumindest vergleichbar und solange diese Angaben korrekt sind, ist das in Ordnung.

FÜR DEN SCHLAFSACK-KAUF sollte man sich Zeit nehmen. Die zwei oder drei Modelle, die in die engere Wahl kommen, sollte man im Geschäft auslegen, minde3tens eine halbe Stunde dort liegen lassen und zusehen, was sich tut. Liegen sie schlaff und platt da oder bauschen sich die Schlafsäcke schön auf und liegen prall or einem? Zumindest sollte man sich icht von Fotos im www täuschen lassen. Da sehen die meisten Modelle toll aus. Bei uns hat sich oft ein anderes Bild ergeben. Lieber also zum Fachhändler vor Ort und sich nicht nur einen virtuellen Eindruck verschaffen.

 

 

 

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