8 freistehende Zwei-Personen-Zelte im Test

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Die Nacht kann kommen

Egal ob für eine Bergübernachtung, eine Weitwanderung, oder eine Expedition: Empfehlenswert ist für all diese Zwecke ein freistehendes, also möglichst ohne Abspannung stehendes Koppelzelt, das leicht, stabil und klein verpackbar sein sollte. Gleichzeitig sollte es sich schnell und unkompliziert aufbauen lassen und ausreichend Raum bieten. Eine Quadratur des Kreises, der am ehesten längliche Semi-Kuppelzelte mit Skelettgestänge gerecht werden. Diese bestehen aus einem einzigen zerlegbaren Aluminiumgestänge mit einem Kreuzungspunkt (plus zwei Abspannungen am Zeltboden; Jack Wolfskin, Nemo hingegen mit vollwertiger Kuppel).

Zeltaufbau und Material

Bei modernen Koppelzelten werden Innenzelte in das aufgebaute, extrem flexible Aluminiumgestänge (durchwegs von DAC) gehängt oder geklippt (hier nur bei Skelettkonstruktionen, evtl. plus Firststange). Tratitionell werden mindestens zwei Gestänge erst eingeschoben (Totonka, Exped Textilhüllle, Ortik Schlingen), und nachdem sie fixiert sind, an den Bodenlaschen einzeln aufgebogen. Gute Skelettzelte sind in sich stabiler und einfacher aufzubauen (am besten Nemo) als normale Koppelzelte (Hybridzelt von Ortik kompliziert).

Innenzelte besitzen meist mehr (für Sommer) oder weniger (Übergangszeiten) große (Moskito-)Netze (bei Totonka variabel) für eine gute Belüftung. Wichtig: ein imprägniertes Nylon-»Dach« gegen Tau bzw. bei Überzeltbenutzung Kondenswasser (Jack Wolfskin, MSR, Exped). Reine Winter-/Expeditionszelte bestehen durchgehend aus imprägniertem Nylon (Vaude atmungsaktiveres Polyester) mit kleinen Lüftungen (Ortik ohne Moskitonetz).

Überzelt und Wasserdichtigkeit

Bei Regen, Kälte oder Sturm wird ein wasserdichtes (1500 bis 3000 mm Wassersäule) Überzelt aus Nylon mit Polyurethane- (PU)(schwerer, mit der Zeit brüchig) oder Silikon-Beschichtung (haltbarer, sonnenanfällig) über das Innenzelt gezogen. Es wird mit Abspannungen an Profil- (Tatonka ideal für weiche Böden) oder sogar Dreikant-Heringen im Boden fixiert. Der PU-beschichtete Zeltboden sollte mindestens eine Wassersäule von 5000 Millimetern aufweisen, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann (Vaude unkaputtbare PU-Membran). Bei den Zelten für extremere Einsätze von Vaude, Exped sind Innen- und Überzelt bereits zusammengehängt (»Kombizelt«), damit es beim Auf bau nicht nass werden kann und gleich komplett steht. Allerdings sind sie ohne Abspannung sehr instabil. Hängt man das Innenzelt aus, ergibt sich ein leichtes, wasserdichtes Tarp (wörtlich Plane) ohne Boden (Exped auch ohne Überzelt verwendbar). Bei starkem Wind müssen auch stabile Kuppelzelte an ihren Überzelten fest- und sicher abgespannt werden, damit sie sich  möglichst wenig verwinden bzw. flattern. Wegen vieler Abspannungen und einer günstigen Form sind Vaude, MSR, Ortik, Exped sogar sturmfest. Die Standard-Überzeltfarbe dunkelgrün fügt sich zwar farblich gut in die Umgebung ein. Für extremere Touren sollte das Zelt aber zur Sicherheit eine Signalfarbe wie orange besitzen.

Gewichte, Innenmaße und Vorzelt

Vollwertige, trapezförmige Leichtzelte sind bereits ab 1,7 Kilo zu haben (Vaude; leichtere Testmuster von MSR, Nemo hatten unvollständigen Heringssatz). Einziges Manko:  der engere (70 — 90 cm; Nemo 100 cm!) und niedrigere Fußbereich. Im hinteren Bereich (entgegen dem Eingang) ist das Zelt niedrig und schmal. Dadurch ist es sehr stabil bei Wind (MSR nur bei guter Abspannung), allerdings  ist die Liegefläche sehr eng für zwei Isomatten (Breite je 50 — 60 crn). Geräumige Zwei-Personen-Zelte sind weniger windstabil und wiegen teilweise das doppelte (geräumigstes Tatonka 3,1 kg; Jack Wolfskin, Exped nur 2,4 kg!). Dafür sind sie durchgehend breiter, länger und höher als das Standard-Bergzelt mit 2 x 1,20 Metern Fläche und 1 Meter Höhe.

Hinzu kommt bei allen Zelten die Apsis, der meist abgetrennte Zeltvorraum. Dort lassen sich Rucksack oder Schuhe lagern. Die Apsis befindet sich am Ausgang bzw. an zwei praktischen seitlichen Ausgängen (Nemo, Jack Wolfskin, Exped). Vaude, Exped besitzen unter der Firststange einen richtigen Vorraum, in dem man notfalls kochen kann (Achtung Brandgefahr!). Ortik lässt sich mit weiteren Zelten an ein Messezelt andocken, ist aber kompliziert aufzubauen und nicht freistehend.

Ausstattung und Packsäcke

Zur guten Ausstattung eines Bergzelts gehören zwei windgeschützte Überzeltlüftungen, bei Nemo durch die Eingangs-Reißverschlüsse (Extremzelte Vaude, Ortik eine Öffnung). Die Reißverschluss-Zipper und die Schlaufen der Zeltfixierungen bzw. Überzelt-Abspannpunkte sollten reflektieren oder sogar phosphoreszieren (Zippen Exped), um nachts im Stirnlampenlicht gut erkennbar zu sein. Ein Muss sind innen zwei Werttaschen am Kopfende bzw. vier Taschen bei rechteckigen Zelten mit zwei möglichen Liegerichtungen. Bei Expeditionszelten sollte man Nassgewordenes zum Trocknen aufhängen können (Vaude, Exped Wäscheleine, Ortik Seiten- und Fensternetze).

Nur Exped und Jack Wolfskin verfügen über ein komplettes Reparaturset mit Flicken, Gestänge-Reparaturhülse und Silikonkleber. Provisorisch reichen aber auch Aluhülsen und Textilklebeband aus. Die Packsackrollen sind ausreichend dimensioniert und wasserdicht beschichtet, aber an den Nähten durchlässig. Häufig verfügen sie über Rollverschlüsse zum leichteren Komprimieren und Tragen. MSR hat einen verschleißfreien Tankaverschluss (Klemmverschluss) erfunden. Der Nutzen des Packpakets von Tatonka ist dagegen nicht erkennbar.

 

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