12 Winterwanderschuhe im Test

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KAMPF DEN KALTEN FÜSSEN!

Es war Herbst und die Testbedingungen für Sandalen, Leichtjacken oder Badehosen waren sensationell. Nicht allerdings für Winterwanderschuhe. Testobjekt waren Modelle, die für Wanderungen bei winterlichen Verhältnissen konzipiert sind. Auch der Einsatz mit Schneeschuhen stand auf der Agenda. Als auch Spätherbst und Winteranfang keinen Temperatursturz mit Schnee brachten, stieg die Nervosität der ALPIN-Testredaktion. Die Lösung brachte schließlich die Zugspitze. Fast 3000 Meter sind quasi eine Schneegarantie. Zunächst ging es jedoch in die große Halle des Eissportzentrums Garmisch-Partenkirchen die den ALPIN-Testern komplett zur Verfügung stand. Thermografische Aufnahmen sollten Aufschluss über die Isolationseigenschaften der Schuhe geben. Zwei Testpersonen trugen die Schuhe vor der Messung zweieinhalb Minuten lang mit mitteldicken Wintersocken ohne sich damit zu bewegen. Die Thermo-Kamera machte die Schwachstellen gnadenlos sichtbar. Am besten schnitten hier die Modelle von Adidas, Hanwag, Jack Wolfskin und Salomon ab. Dicht gefolgt von Zamberlan und The North Face. Am meisten Wärme nach draußen ließen die Schuhe von Kamik, Keen, Lizard, Northland und Timberland. Was nicht bedeutet, dass diese Modelle gar keine Isolation bieten. Aber je mehr helle Farbanteile das Thermobild hat, desto schlechter ist die Isolation. Zum Praxistest fuhr das Test-Team – acht erfahrene Wanderer und Bergsteiger – auf das Zugspitzplatt. Hier konnten alle Modelle endlich bei realistischen winterlichen Bedingungen ausprobiert werden. Hartgefrorene Wege, Tiefschneehänge und verschneite felsige Bereiche boten beste Bedingungen für den Test.

Füße sind sehr unterschiedlich. Daher muss nicht nur der Fuß zum Schuh, sondern auch der Schuh zum Fuß passen. Am besten kamen die Tester mit dem Torne GTX von Hanwag und dem Vioz Top GT von Zamberlan zurecht. Beide Schuhe waren sehr bequem, warm und boten sehr guten Halt und Gehkomfort. Der Torne ergatterte in allen Bereichen Bestnoten. Der eher breite Schuh schmeichelte auch schmäleren Füßen und ließ sich durch die weit nach vorne gehende Schnürung sehr gut anpassen. Sehr hohe Rutsch-festigkeit brachte seine sogenannte „Icegrip-Sohle”, eine Sohle, in die mikroskopisch kleine Glaspartikel eingearbeitet sind. Beide Schuhe sind sauber verarbeitet und kommen mit wenigen Nähten aus. „Ein Zeichen dafür, dass die Hersteller nicht am Material gespart haben”, so Orthopädie-Schuhmacher-Meister Stefan Riedl, „und damit ein Zeichen für Qualität.”

Hier tat sich der Vioz Top hervor: Mit hochwertigem Glatt-Leder, ohne viel Schnickschnack verarbeitet, das im unteren Bereich durch einen hochgezogenen Gummirand geschützt wird, bot er mit der festen, aber gut dämpfenden Sohle die besten AllroundEigenschaften und brachte ihm den entsprechenden ALPIN-Tipp ein.

Hat ein Schuh viele Nähte, so sind viele kleinere Einzelteile verarbeitet worden. Damit halten die Hersteller den Materialausschuss geringer und die Produktion wird billiger. Da jede Naht aber auch gleichzeitig eine Schwachstelle in Sachen Wasserdichtigkeit und Isolation ist, bedeutet das oftmals Qualitätsverlust. Für Schwachstellen sorgt auch immer die Kombination von Mesh-Gewebe und Leder. Der Schuh wird dadurch zwar leichter, hat aber auch mehr Nahtstellen. Sehr gut abgeschnitten hat auch der Nytro GTX von Salomon. Der leichteste Schuh im Test war der heimliche Favorit der Frauen. Vielleicht lag es an dem warmen Fell, mit dem er gefüttert ist? Er bot ausgezeichneten Komfort, sehr gute Isolation und hohe Rutschfestigkeit. Für Schneeschuh-Touren ist er allerdings zu weich. Mit knapp 160 Euro bei hoher Qualität sicherte er sich den Preis-Tipp. Auch der Winter Trail von Jack Wolfskin überzeugte die Tester. “Endlich mal ein schmaler Schuh”, hieß es. Und einer, dessen Tragekomfort und Wärmeeigenschaften nichts zu wünschen übrig ließen.

Gut bewerteten die Tester auch den Terrex Conrax von Adidas und den Lioda LTR GTX von Aku. Aus unterschiedlichen Gründen. Während der Terrex mit ausgezeichneten Isolationswerten, einem sehr einfachen und gut funktionierenden Schnürsystem und der „Spritzdecke” über dem Mittelfuß punktete, überzeugte der Lioda mit dem Merkmal „unverwüstlich” und hoher Verarbeitungsqualität. Der Terrex drückte allerdings nach längerer Gehzeit unabhängig vom Tester vorne am Schienbein. Der Lioda dagegen hatte am Knöchel eine Druckstelle durch zu viel Material an den seitlichen Zungenfalten. Der Arctic Hedgehog von The North Face war zwar leicht und kuschelig, bot aber wenig Halt und handelte sich Abstriche wegen der geringeren Material-Qualität ein.

Alle anderen Schuhe mussten mehr oder weniger deutliche Minuspunkte hinnehmen. Ihre Schwachstellen lagen beim geringen Halt und zu vielen Knickfalten. Diese entstehen vor allem im Vorfußbereich, wenn bei der Herstellung zu viel Material verwendet wird. Der Revel von Keen ist als niedrigster Schuh im Test, dessen Schaft gerade bis über den Knöchel reichte, kein Winterwanderschuh, sondern etwas für die Übergangszeit. Für Kälte und Schnee ist er nicht geeignet. Zu viele Teile und Nähte störten beim Patriot von Kamik. Der sehr voluminöse Stiefel bot keinen Kraftschluss und somit Halt für den Fuß, wie sehr man auch die Schnürung bemühte. Der Yukon Leather von Northland hat einen hohen Schaft, gut bei viel Schnee. Eine massive Querfalte störte allerdings beim Abrollen im Vorfußbereich. Bequem, warm und fast kniehoch ist der X-Spin des italienischen Herstellers Lizard. Sein Schnürsystem besteht aus einem Klettriemen um den Rist und einem schwer zu erreichenden Schnürzug zwischen Außenmaterial und Futter. Beides reichte nicht, um dem Fuß genügend Halt zu geben.

 

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