10 Klettergurte im Test

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BITTE ANSCHNALLEN!

Ende September bei einem Klettertrip ins Elbsandsteingebirge, bekam ich sie von Bernd Arnold wieder mal gezeigt, die Fotos der Kletterhelden einer Epoche, in der man sich einfach das Seil um den Bauch band und los-kletterte. Bei dem Anblick bin ich dann doch immer froh ob der modernen Gurtkonstruktionen, die heute Seil und Körper verbinden und Sicherheit und Komfort versprechen. Im Laufe des Winters und zum Frühjahr kommt wieder ein Schwung neue Gurte in den Handel. Wir haben uns zehn davon im Detail angeschaut. Die Palette reicht dabei vom ultraleichten Sportklettergurt bis zum Alpingurt mit verstellbaren Beinschlaufen und Doppelschnalle am Bauchgurt. Der Punkt Sicherheit ist schnell erledigt. Alle Gurte müssen die EN-Norm 12227 erfüllen und sind daraufhin geprüft. Zudem sind alle hier vorgestellten Gurte mit Schnellverschluss-Schnallen ausgestattet, so dass das Gurtband nicht mehr umständlich zurückgeschlauft werden muss. Einige Hersteller statten ihre Modelle aber noch mit sinnvollen, zusätzlichen Sicherheitsfeatures aus. Bei Mammut und Edelrid findet sich an den Beinschlaufen ein Abriebschutz aus Plastik. Mammut verarbeitet zudem in der Anseilschlaufe und im oberen Einbindepunkt einen roten Kern, der zum Vorschein kommt, wenn der Verschleiß zu hoch ist. Andere Hersteller verwenden einfach verschiedenfarbiges Material für den Abriebschutz und das tragende Gurtband. Cassin näht in die Anseilschlaufe eine zusätzliche Öse ein, die den Sicherungskarabiner fixiert.

KOMFORT STEHT AN ERSTER STELLE

Ein Gurt hat natürlich zunächst einmal die Aufgabe, bei einem Sturz die auftretende Bremskraft möglichst schonend auf den Körper zu übertragen. Doch am häufigsten wird ein Gurt heute beim Abseilen, Ablassen oder beim Auschecken einer Route belastet. Dementsprechend sind der Hängekomfort und die Hängeposition entscheidende Kriterien für einen Gurtkauf. Vergleicht man die Gurte von Arc’teryx, Edelweiss oder Skylotec, so wird sichtbar, dass ein hoher Komfort auf unterschiedliche Weise erreicht werden kann: durch High-Tech-Mate- rial, ein ausgeklügeltes Design oder mit Hilfe von üppigen Polstern. Für den, der nur kurze Zeit im Gurt hängt, bieten alle Modelle einen guten Komfort. Nur vereinzelt drückt eine harte Kante. Wer längere Zeit in Schlingenständen verbringt oder in Projekten arbeitet, ist mit den Gurten der drei bereits erwähnten Hersteller gut beraten. Ergänzt wird das Trio noch vom Flight von Black Diamond.

Ein Gurt bringt nur den vollen Komfort, wenn er richtig passt. Die Passform hat dabei auch Einfluss auf die Hängeposition. Der Hüftgurt sollte nicht zu hoch und nicht zu tief sitzen, sondern auf der Hüfte beziehungsweise den Hüftknochen aufliegen. Sehr aufrecht hängt es sich in den Gurten von Black Diamond, Edelweiss, Edelrid und Skylotec. Bei den anderen Modellen fällt die Position flacher (weniger aufrecht) aus oder es ist eine leichte Tendenz zum Nachhintenkippen spürbar.

DAS GANZE DRUM UND DRAN

Nicht nur der Hängekomfort macht einen guten Gurt aus, auch Schnallen, Materialschlaufen und andere Details müssen alltagstauglich sein. Die Schnallen müssen gut laufen und das restliche Gurtband sollte sich verstauen lassen. Die Materialschlaufen sollten symmetrisch und nicht zu weit hinten sitzen. Dazu sollten sie ausreichend Platz für Karabiner und Co. bieten sowie eine Form haben, die einen schnellen Zugriff erlaubt und bei der sich die Exen nicht verheddern. Keine Probleme mit der Symmetrie haben natürlich die Gurte von Petzl und Rock Empire mit doppelten Verschlussschnallen. Bei allen anderen ist die Symmetrie mehr oder weniger gegeben, bei manchen Modellen nur bei komplett geschlossenem Gurt. Am praktischsten sind Materialschlaufen mit geraden Stegen. Läuft dieser noch leicht schräg nach vorn, rutschen die Karabiner immer in eine günstige Position. Nicht alle Gurte verfügen über optimale Materialschlaufen, dringend verbesserungswürdig sind sie bei Skylotec und Edelweiss. Letzterer weist auch die schwergängigsten Schnallen auf und das Restmaterial an den Beinschlaufen lässt sich nicht verstauen. Schade bei dem Top-Komfort. Beim Gros der Gurte laufen die Schnallen allerdings gut. Spitze ist da unter anderem der Gurt von Edelrid, was auch am seitlich angebrachten Schnellverschluss liegt.

FAZIT UND EMPFEHLUNGEN

Wer den gebotenen Komfort zum Gewicht in Relation setzt, kommt am R 275 LT von Arc`teryx nicht vorbei. Besten Komfort und eine pfiffige Beinschlaufenanpassung bietet der Flight von Black Diamond. Wer nicht zu lange im Gurt hängt und Wert auf perfektes Handling und eine aufrechte Hängeposition legt, sollte zum Creed von Edelrid greifen. Der Corax von Petzl überzeugt als Alpingurt und der Crux von Singing Rock bietet Komfort zu einem günstigen Preis.

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