12 funktionelle Winterstiefel im Test

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SOLIDES SCHUHWERK

Bei funktionellen Winterstiefeln hat man die Qual der Wahl. Entscheidend sind vor allem Einsatzbereich und Temperatur, damit der Winterausflug in die Berge zum unvergesslichen Erlebnis wird. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

 

Winterstiefel lassen sich grundsätzlich in zwei Modellgruppen unterteilen: Besonders warme und besonders funktionelle Schu-
he. Die einen sind normalerweise etwas klobiger, dafür aber angenehm zu tragen, bieten dem Fuß oft aber weniger Halt. Die
anderen  ähneln teils den klassischen Bergschuhen und sind entsprechend geländetauglich. Generell aber müssen Winterstiefel zumindest stark wasserresistent und robust sowie je nach Einsatz mehr oder weniger isoliert sein.

Obermaterial, Verstärkungen und Gewicht

Das Obermaterial von Winterstiefeln besteht einerseits aus stark wasserabweisenden (hydrophorbierten) und robusten Leder. Das Modell von Mammut ist am gesamten Vorderfuß nahtfrei und somit nahezu wasserdicht. Andererseits sind die Schuhe aus weitaus leichterem und flexiblerem Textilstoff, der am Schuhrand und an den Schnürungsansätzen mit Leder verstärkt ist.

Eine hohe Atmungsaktivität erreichen aber nur der superleichte Softshellschuh von Coltimbia (1130 g/Paar) und der membranlose Volllederschuh Hanwag Fjäll (mit Wollfilz-Innenschuh.). Eine sinnvolle Mischung aus Leder und Textil zeigen der Hanwag Ivalo und das Modell von Northland. Gut isolierte Winterstiefel wiegen generell in Größe 46 1500 bis 1800 generell robuste Modelle mit hohem Schaft bringen teilweise fast zwei Kilogramm auf die Waage (Kamik, Icebug, Mammut).

Fast alle getesteten Schuhe sind am Rand rundum (Vaude, Hanwag ,Ivalo nur vorn und hinten) durch einen Besatz aus Gummi, gummiertem Leder oder nur Leder ver-  stärkt. Klassische Winterstiefel (Kamik in Reinform, Northland unisoliert) besitzen eine um den gesamten Fuß gezogene, geräumige Gummigalosche. Bei La Sportiva sorgt ein dichter Schutzfilm bis zum Spann für den nötigen Schutz gegen Abnutzung durch Schnee und Eis.

Isolierung und Innenfutter

Warm, wärmer am wärmsten. Wie stark ein Schuh isolieren soll, kommt  natürlich auf den Kältegrad und Einsatzbereich an. Generell ist die Atmunusaktivität  bei isolier- ten Schuhen geringer. Modelle  aus festem Oberleder oder die mit wasserdichter Membran ausgestatteten Textil- und Mixedschuhe sind jedoch meist nach außen ausreichend atmungsaktiv. Die Dampfaufnahme

der zusätzlichen Isolation aus Kunstfasern (v. a. Thinsulate, Primaluft) oder eines luftigeren Filzfleete-Innenfutters sowie die Schweißweiterleitung über die Strümpfe spielen jedoch für ein angenehmes Fußklima eine weitaus größere Rolle. Gore-Tex entwickelte z. B. eine Membran mit dünnerer Isolation aus offenzelligem Schaumstoff, die mehr Luftbewegung zwischen den einzelnen Materialschichten, aus denen der Schaft zusammengesetzt ist, erlauben. Fleece-Innenfutter sowie Naturisolationen aus Loden (Wollfilz) oder weichem Lammfell sind für durchschnittliche, winterliche Temperaturverhältnisse in den Bergen normalerweise völlig ausreichend, fühlen sich kuschelig an und bieten ein gutes Fußklima. Künstliche Isolationsmaterialien wärmen aber auf längeren Touren effektiver (Kamik bis — 50 Grad). Ihr Innenfutter besteht meistens aus schweißleitender und schnell trocknendem Material wie Gestrick bei Kamik oder Wabentextil bei NortWand.

Schafthöhe und Schnürung

Ein hoher Schaft sollte Halt und Schutz vor Umknicken (Mammut, Vaude) und ausreichend große Seitenbeweglichkeit (Northland, La Sportiva) bieten. In der Regel ist er 20 Zentimeter hoch und oft für einen komfortableren Abstieg auf der Rückseite zusätzlich eingekerbt. Wer einen Imapp über dem Knöchel endenden Schaft (z. B. Columbia) bevorzugt, sollte diesen je nach Einsatz mit Gamaschen ergänzen. Die ideale Lösung für Schneeschuhwanderungen bietet das Model1 von La Sportiva, hier sind die Gamaschen im Miniformat eingebaut. Sehr hohe Schäfte wärmen mehr (Hanwag Fjäll, Kamik 28 cm), sind aber bewegungsunfreundlicher (außer Icebug). Eine Schlaufe am Schaftabschluss erleichtern das Einsteigen (v. a. Jack Wolfskin, Salomon,Columbia).

Letztlich ist aber die Schnürung ausschlag- gebend für den Sitz des Stiefels. Am häufigsten findet die Variante mit Ösen unten und Haken oben ihren Einsatz. Die Schlaufen der Modelle von Columbia, La Sportiva, Han-wag und Salomon können leicht und doch effizient geschnürt werden. Der Schuh von Adidas schützt seine Schnellschnürung mit einer Abdeckung. Auch bei Winterstiefeln ist ein Tiefzug über dem Rist nützlich, der den Fuß an die Schuhferse drückt. Idealerweise lässt sich damit auch die Schnüreng fixieren, um Stärke und Verteilung wunschgemäß anzupassen (z. B. bei Mammut, Icebug, Salomon). Die Variante von Kamik arbeitet ohne Tiefzug, bietet keinen Fersenhalt und ist deswegen auch nicht geländetauglich.

Sohlenisolierung und Einlage

Wenn es um den perfekten Winterstiefel geht, ist die entsprechende Kälteisolation über der Sohle ein unerlässlicher Bestandteil. Je dicker die Sohle (»Standhöhe«), desto besser die Isolation (»Standardmaß«: 2,5 Zentimeter). Extrem gut isolierte, Winterstiefel besitzen spezielle Thermo-Zwischenlagen (Icebug, Kamik). Bei den meisten Winterstiefeln wurde die Isolation durch Einlagen aus Schaumstoff verbessert, auf denen meist weiches Fleece oder schweißabsorbierendes Gestrick (Kamik) geklebt ist. Mammut bedient sich einer Zwischensohle aus Alufolie, La. arbeitet mit einer Textil-Einlage, die zusätzlich Schweiß abtransportiert.

Da die meisten Winterstiefel mit einer relativ hohen Sohle ausgestattet sind, kann hier der Fuß auch leichter umknicken. Hier wirken die Hersteller durch Stützung des Fußes gegen Pronation (Innenknick Ferse) und Supination (Außenknick Vorderfuß; Mammut, Vaude) entgegen.

Sohlenhärte, Absatz und Profil

Mittelharte bis harte Sohlen lassen sich bei eingetretenen Wegen sowie beim Spuren und Queren viel besser in den Schnee schlagen und sind schneeschuhkompatibler als weichere Sohlen. Für Steigeisen mit Korbbindung bieten die Modelle von La.Sportiva und Mammut geeignete Lösungen. In puncto Profilsohle unterscheidet man zwischen eistauglichen Schneeprofilen mit mitteltiefem (5 mm), aggressivem oder grobstolligem Profil (Northland 6 — 7 mm) und Eisprofilen mit flacheren Stollen und eistauglicher Gummimischung (Mammut, Kamik). Die Sohlen von Hallwag und Vaude mit Einsätzen aus Glasstaub sind optimal für unwegsames, eisiges Gelände, besser halten nur die Spikes im Modell von Icebug. Adidas verwendet spezielle Kunststofflamellen, die sich bei Kälte verhärten. Größere Abstände zwischen den Profilstollen schaffen Abhilfe bei anhaftendem Schnee (am besten Kamik). Profilabsätze, die lästiges Rutschen im Abstieg verhindern, sind bei den Modellen von La Sportiva (Absatz), Jack Wolfskin und Mammut zu finden.

 

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