26 TOURENSKI IM TEST

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TOURENSKI

Wer meinte, nach der Carving-Revolution sei die Ski-Entwicklung zu Ende, wurde in den letzten zwei Jahren eines Besseren belehrt. Tolle Tourenski mit und ohne Rocker hatten wir beim diesjährigen Skitest unter den Füßen – insgesamt 26 Paar.

Es geht voran! Die Entwicklung steht nicht still. Und besonders im Bereich der Tiefschnee- und Tourenski ist wieder Musik drin. Rocker heißt das Zauberwort, das mehr und mehr im Tourenbereich zu finden ist. Teilweise sogar bei traditionellen, schmalen Ski. Was aber ist ein Rocker?

Ein „normaler“ Ski ohne Rocker hat eine negative Vorspannung. Legt man den Ski unbelastet auf den Boden, biegt er sich leicht auf und berührt nur vorne und hinten den Boden. Bei Ski mit Rocker ist die Kontaktfläche verändert. Die Ski sind vorne mehr aufgebogen (die Schaufel ist quasi länger). Es gibt sogar Ski, die auch hinten aufgebogen sind. Aber was soll das bringen?

 

Es bewirkt, dass der Ski im Tiefschnee leichter aufschwimmt, also nach oben kommt. Viele Tourengeher kennen das Problem. Ihnen fällt es im Tiefschnee sehr schwer zu drehen. Warum? Weil sie „im“ Schnee fahren und nicht „auf“ dem Schnee. Erst ab einer gewissen Geschwindigkeit schwimmt der Ski auf. Diesen Speed muss man sich aber zu fahren trauen. Wer das nicht kann oder will, tut sich eben schwer. Und genau da setzten die Rocker an. Der Ski kommt früher aus dem Schnee heraus, wird von der hochgezogenen Schaufel quasi nach oben gezogen.

 

Eine ähnliche Wirkung kann aber auch eine weiche Schaufelkonstruktion haben. Daher kann man nicht ultimativ sagen: Ski mit Rocker sind toll im Tiefschnee und Ski ohne Rocker sind schlecht. Es kommt auf die richtige Abstimmung an.

WAS EIN ROCKER BEWIRKEN KANN, haben die beiden K 2-Modelle Back Up und Wayback in den letzten Jahren gezeigt. Der Wayback hat zur Saison 2010/11 einen Rocker bekommen und ist im Test gleich ganz oben gelandet. Der Back Up hat zur Saison 2011112 einen Rocker bekommen und schafft es damit auch ganz nach oben. Nur noch überflügelt von einem „Fast-Neuling“: dem Kästle. Der TX 87 hat uns auf ganzer Linie überzeugt – ohne Rocker. Oder zumindest ohne sichtbaren Rocker. Der Ski ist wendig und laufruhig, relativ leicht (aber auch keiner der extra-leichten Ski) und daher auch noch sehr gut, wenn es unter dem Ski hart wird. Selbst auf extrem harter Piste war der TX 87 für einen Tourenski überraschend griffig. Das ist interessant, da der kleine Bruder Kästle TX 77 die Tester nicht überzeugen konnte. – Was mal wieder die These widerlegt, dass wir Tester voreingenommen in den Test gehen. Denn sonst hätten beide gut oder beide mäßig abschneiden müssen (je nachdem, welches Modell zuerst gefahren wurde). Dass auch leichte Ski ein hohes Maß an Fahrspaß vermitteln können, beweist Völkl.

Der Inuk ist ein wirklich leichter Ski (leichter als viele Ski, die sich „Leichtski“ nennen) und bringt dabei eine Menge Fahrspaß. Hier macht sich die Erfahrung der Straubinger Skibauer bemerkbar. Und die „schmalen“ und leichten Ski unter 80 Millimeter Breite? Naturgemäß tun die sich im Tiefschnee schwerer. Die Formel ist einfach: weniger Fläche gleich weniger Auftrieb. Aber das heißt nicht, dass die Ski nichts taugen oder man keine Fahrfreude haben kann. Und dass es nicht immer nur die Breite ist, beweist einmal mehr Stöckli. Der Stormrider Tour Light ist einer der schmalsten Ski (72 mm unter der Bindung), kann sich bei den schmaleren und leichteren Ski aber gut behaupten.

EINE NEUHEIT BEIM SKITEST, dass wir die „echte“ Länge der Ski nachgemessen haben (also nicht die „abgewickelte“ Länge der Lauffläche). Der Unterschied scheint nicht groß, doch zwischen einem 170er Völkl (gemessen: 170,5 cm) und einem 170er Elan (gemessen: 167,2 cm) sind halt über 3 Zentimeter Differenz. Das spürt man –spätestens wenn man versucht sein 170er Fell auf den neuen Ski aufzuziehen. Außerdem macht es natürlich beim Gewichtsindex (Gewicht geteilt durch Skilänge) einen nicht unerheblichen Unterschied. Und wir wollen ja so gut wie möglich Fakten miteinander vergleichen.

Fazit

Rocker sind gut, müssen aber nicht sein. Der TX 87 von Kästle zeigt, dass im Bereich der Tourenski ein homogener und ausgewogener Ski auch (noch) ohne Rocker auskommt. Aber die Rocker sind ihm dicht auf den Fersen. Sowohl der K2 Back Up als auch der Völkl Inuk haben einen leichten Rocker. Der Völkl überzeugt trotz seines geringen Gewichts mit super Fahreigenschaften.

Bei den traditionellen Ski konnte sich der schmalste Vertreter den Spitzenplatz sicher: Der Stöckli Stormrider Tour Light zeigt, dass Fahrspaß auch unter 80 Millimeter Mittelbreite möglich ist.

 

 

 

 

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