10 Softshells für kalte Tage im Test

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WEICH GEWINNT

 

Klassische Softshells eignen sich vor allem für wechselhaftes Wetter. Doch diesen Winter kommen vermehrt wasserdichte Modelle auf den Markt. Welches Konzept geht auf? outdoor hat zehn sehr verschiedene Softshells auf Tour und im Labor getestet.

Klirrende Kälte. Reif bedeckt das Gras, an den Zeltwänden klebt stellenweise Eis. Kein wärmender Sonnenstrahl durchdringt den dichten Frühnebel – das richtigeWetter, um noch ein Weilchen im mollig warmen Schlafsack vor sich hin zu dösen. Doch das Outdoor-Team hat noch einiges vor: Zehn Softshells will es testen, und jedes Modell wird, in unterschiedlichen Größen für Damen
und Her­ren ausprobiert. Denn nur wenn eine Jacke optimal passt, kann jeder fundierte Aussagen über den Trage- und
Klimakomfort treffen. Kurze Zeit später fauchen die Kocher, Kaffeeduft wabert über der kleinen Zeltstadt – und mit jedem
Schluck heißem Kaffee kommt etwas mehr Leben in die zehn dick vermummten Gestalten.

SCHNELL SIND DIE RUCKSÄCKE GEPACKT, verschwinden Schlafsäcke, Isomatten, Kocher, Töpfe und Verpflegung in den großen Trekkingruck­säcken. Weil Jeder der Tester natürlich nur eine Softshell trägt, wer­den die restlichen Jacken ebenfalls eingepackt – darunter viele recht leichte Modelle, aber auch eines mit einem dicken, fellartigen Fleece auf der Innenseite. Bei dreien wird sogar ein wasserdichtes Material verarbeitet. Dank abgeklebter Nähte sollen diese drei so gut vor Nässe schützen wie klassische Funktionsjacken. Damit verlassen sie allerdings schon fast den klassischen Einsatzbereich der Softshell, denn im
Normalfall eignen sie sich vor allem für windige, wechselhafte Bedingungen mit kurzem Nieselregen.

DIE TESTTOUR FOLGT DEM STEILABBRUCHam Rand der Hochfläche (Alb­trauf). Ein eisiger Wind pfeift heute – typisch für den Trauf und ideal, um die Winddichtigkeit der Softshells zu prüfen. Alte Jacken halten der steifen Brise stand, nur bei zweien spürt man einen minimalen Luftzug, der aber nicht unangenehm ist. »Achtet außerdem darauf, wie gut die Kapuze und der Kragen Wind abhalten«, ermahnt Testre­dakteur Boris Gnielka die Crew. Doch auch in diesem. Punkt gibt sich das Feld keine Blöße, Bestnoten bekommen zum Beispiel Arc’teryx oder Adidas: Sie bieten hohe Kragen und feste, große Kapuzenschilde. Unterschiede zeigen sich dagegen beim. Tragekomfort: Die wasserdichten Softshells sind rascheliger und fühlen sich nicht so weich an wie die sieben anderen Modelle im Test. »Eher wie eine Funktions­jacke«, fasst Testei Johannes Hutseher die Meinungen zusammen. Bei einigen Testjacken spannen die Kapuzen, sobald man den Kopf bewegt. Wie es richtig geht, demonstrieren beispielsweise die Hersteller Montane, Arc’tervx oder Outdoor Research: Hier lassen sich die Kapuzen nicht nur exakt anpassen, sie folgen auch jeder kalt ist, wird es in der Sonne richtig warm. Im stetigen Wechsel führt die Route in Seitentäler hinab und wieder hinauf auf die Hochfläche. »Reinste Schwerstarbeit«, findet Fotograf Jens Mönnich. Für den Test sind die ständigen Temperaturwechsel und die mal große, mal. geringere Anstrengun aber Gold wert, denn so lässt sich der Klimakomfort optimal beurteilen. »Irn Idealfall steckt eine Softshell solch unter­schiedliche Bedingungen weg«, sagt Redakteur Boris Gnielka. Doch nicht
alle Kandidaten kommen damit klar: In den drei wasserdichten Modellen wird es spürbar schneller stickig als in der Konkurrenz, die auf unterschiedlichste Weise für effektive Ventilation sorgt.

HERSTELLER WIE ZUM BEISPIEL ARC’TERYX UND MONTANEsetzen auf etwas luftdurchlässigere, extrem atmungsaktive Materialien wie etwa Power­shield Lite. So können sie fast ganz auf Belüftungsöffnungen verzichten. Adidas und Millet verarbeiten dagegen Gore Windstopper, das winddicht ist, aber nicht ganz so luftig, weshalb lange Reißverschlüsse in den Achseln bei Bedarf für Luftzufuhr sorgen»Funktioniert hervorragend«, lobt Heißsporn Ralf Wildermuth, der schnell schwitzt und deshalb auch die dünnen Testjacken bevorzugt. Verfrorene Naturen dagegen wollen das kuschelige Northwall
Jacket von Patagonia gar nicht mehr ausziehen – das mit Abstand wärmste Modell im Feld.

Kurz vor Feierabend wird es dann noch mal richtig anstrengend. Weil es auf der Hochfläche kaum Wasser gibt, muss es von unten im Tal hochtransportiert werden. Das katapultiert das Gewicht der Ruck­säcke auf einen Schlag um fünf bis sechs Kilo nach oben. »Zähne zusarnmenbeißen, bald haben wir es geschafft«, motiviert Redakteur Gnielka das Team. Mit dem vorab ausgewählten
Zeltplatz wird es dann allerdings nichts – hier weidet eine Schafherde. Doch rund ei­nen guten Kilometer weiter findet sich eine geeignete Stelle.

FÜR DEN BEWEGLICHKEITSCHECK zieht das Team am nächsten Tag zur Gustav-Jakob-Höhle, der längsten bekannten Durchgangshöhle auf Durchgangshöhle der Schwäbischen Alb. In der Nähe des Höhlenausgangs wartet eine Höhlenausgangs gut fünf Meter hohe Steilstufe, an der eine Stahlleiter hochführt – eine gute Gelegenheit, um zu prüfen, wie die Softshells mit weit ausgrei- fenden Bewegungen klarkommen. Fast alle Modelle meistern den Check mit Bravour, nur bei zwei Modellen spannt das Material, wenn man den Arm hebt oder weit nach vorne greift.

WIE GUT DIE SOFTSHELLS vor Nässe schützen, klärt outdoor im Labor, wo ein spezieller Duschkopf sie sprühberegnet. Nun schlägt die Stunde der drei wasserdichten Kandidaten: Selbst nach 20 Minuten Beregnungsdauer fühlt
sich das Innere bis auf minimale Saugeffekte knochentrocken an – das entspricht Funktionsjackenniveau. Auf Rang zwei landen mit gebührendem Ab­stand die Modelle von Tatagonie und Jack Wolfskin, dann folgt der Rest des Felds – das aber immer noch ordentlich abschneidet. »Der Wetterschutz der drei wasserdichten Softshells setzt tatsäch­lich Maßstäbe,« lobt Boris Gnielka.
»In puncto Trage- und Klimakom­fort können sie mit den klassischen Modellen im Feld aber nicht mit­halten, deshalb bleiben die Klassiker die bessere Wahl.« Vor allem vier Modelle sind besonders zu empfehlen: Das Sabretooth Jacket von Mon­tane bietet eine sehr gute Leistung und kostet mit 180 Euro erstaunlich wenig für die Arc’teryx MX Hoody, ein weiteres Highlight im Test, muss man über 100 Euro mehr ausgeben. Dafür ist sie noch einen Tick wärmer und etwas robuster. Wer eine winddichte Softshell sucht, greift am besten zum Adidas Terrex Jacket – oder zum Patagonia Northwall  Jacket, dem wärmsten Testmodell. Letztere ist die richtige Wahl für ver­frorene Personen oder für Touren bei extremer Kälte.

 

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