10 Softshell Jacken im Test

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asserdichte, atmungsaktive Funktionsmaterialien haben das Outdoorleben revolutioniert. Plötzlich gab es Kleidung, in der Gore-Produktmanager Timothy Smith. Dazu trimmten, die Entwickman auf Tour wirklich trocken blieb und sogar auch Berge hinauf kam ohne gleich im eigenen Saft zu schmoren. Zwar ließ die Atmungsaktivität anfangs noch zu wünschen übrig, doch Gore & Co. haben sie ständig weiterentwickelt und bieten den Kleidungsherstellern mittlerweile eine riesige auswahl hochfunktioneller Materialien.

Der größte Schritt gelang BHA im Jahr 2003 mit dem Material Event, dessen Klimakomfort Maßstäbe setzte. Doch jetzt wollen neue Herausforderer den bisherigen Champion vom Thron stoßen. Im aktuellen outdoor-Test von zehn dreilagigen Funktionsjacken finden sich neben Material-Klassikern wie etwa Gore-Tex Pro Shell oder Event gleich vier extrem vielversprechende neue Materialen, die Event entthronen könnten: Active Shell, Neo Shell, Dermizax NX und Dry.Q Elite. Am stärksten im Testfeld vertreten ist Gore-Tex Active Shell. „Wir wollten ein leichtes, höchst atmungsaktives Material für Outdoor-Sportler, die leicht und schnell unterwegs sind“, erklährt Gore-Produktmanager Timothy Smith. Dazu trimmten die Entwickler nicht nur die Membran auf Höchstleistung, sie schafften es auch, das Futter ohne die sonst übliche Kleberschicht aufzubringen – was die Atmungsaktivität weiter verbessert. Auf Active Shell setzen im Test die Hersteller Adidas, Berhaus und Haglöfs.

 

Weitere verheißungsvolle Materialneuheiten

Die englische Outdoor-Schmiede Rab verwendet bei ihrem Stretch Neo Jacket das Material Neo Shell vom Fleece- und Softshellpionier Polartec, der nun den Funktionsjackenmarkt aufmischen möchte. Was durchaus gelingen könnte. Polartec verspricht Bestwerte bei der Atmungsaktivität. Die norwegische Firma Berans wiederum verarbeitet bei ihrer Testjacke Isogaisa Dermizax NX vom japanischen Materialspezialisten Toray. Es soll doppelt so atmungsaktiv sein wie der auch schon sehr überzeugende Vorgänger Dermizax EV. Außerdem hat Mountain Hardwear ein heißes Eisen im Feuer: das Material Dry.Q Elite. »Wir verwenden die gleiche Membran wie bei Event. Oberstoff, Futter und die Klebetechnik konnten wir aber nach unseren Vorgaben entwickeln, um Dry.Q Elite noch leistungsfähiger zu machen«, sagt Chef-Entwickler Ted Ganio.

Die Probe aufs Exempelzehn Jacken im Härtetest

Erfüllt das hochkarätige Feld. (Preislage zwischen 250 und 566 Euro) wirklich die vollmundigen Versprechen? Im outdoor-Praxistest steht für den Klima-Check bei Wanderungen auf der Schwäbischen Alb ein besonderer Wegabschnitt auf dem Programm: ein steiler Aufstieg von rund 300 Höhenmetern hinauf zum Zellenhorn, den jeder im Team in den nächsten Tagen zigmal mit unterschiedlichen Testmodellen und in zügigem Tempo bewältigen muss. Die Strecke führt durch dichten Wald. Das verhindert, dass direkte Sonneneinstrahlung die Ergebnisse beeinflusst.
Außerdem bleiben sämtliche Belüftungsöffnungen an den Jacken verschlossen, denn nur so lässt sich herausfinden, wie leistungsfähig die Materialien wirklich sind.

Ergänzend bestimmt das outdoor-Labor die Atmungsaktivität. Tat­sächlich schneiden Active Shell, Neo Shell., Dermizax NX und Dry.Q Elite hervorragend ab – und ziehen mit Event gleich, das beim Air Jacket von Montane verarbeitet wird. Überflügeln können sie den Klassiker aber nicht. Doch auch die drei anderen Materialien Testfeld liegen auf sehr hohem Niveau.. Und wenn es wirklich anstrengend wird, kommen die meistenTester auch in der atmungsaktivsten Jacke ohne zusätzliche Ventilation nicht aus. »Ich brauche trotzdem Belüftungsöffnungen«, sagt Texter Ralph Wildermuth, der auf Tour schnell heiß läuft. Vor allem über lange Reißver­schlüsse in den Achseln (Pitzips) wie etwa bei der Alpha LT von Arc’teryx lässt sich ganz hervorragend auf Durchzug schalten.

Am Ende liegen drei Modelle mit Pitzips beim Klimakomfort ganz vorne, zu denen unter anderem, das Mountain Hardwear Victorlo Jacket und die R1 Light von Rady´s gehören. Insgesamt liegt das Feld aber dicht beisammen. Mullich sieht es beim Trage komfort aus: Kein Modell engt ein, nichts scheuert, und die Kapuzen. sitzen wie angegossen.. Auch die Bedienung klappt gut, nur die Reißverschlüsse könnten größtenteils etwas besser laufen.

 

Wolkenbruch in der Regenkammer: nicht alle sind dicht

Für die Wetterschutzprüfung geht es in die outdoor-Regenkam mer. Nur so lassen sich die Ergebnisse wirklich vergleichen selbst über Jahre hinweg. Übersteht eine Jacke den simulierten, mehr­stündigen, sturmgepeitschten Wolkenbruch, lässt sie Sie auch bei extremen Witterungsbedingungen, nicht im Stich. Zuvor wandern alle Testmodelle aber für zehn Wäschen in die Waschmaschine. Diese Tortur entspricht dein Dauergebrauch vieler Monate und schonungslos Verarbeitungs- und Materialschwächen auf. So wie bei den Active-Shell-Jacken:
Hier lässt das Material bei der outdoor,-Powerberegnung punktuell etwas Feuchtigkeit durch was zunimmt, wenn Rucksackgurte und der Rucksackrücken scheuern. »

Das Ergebnis überrascht uns sehr: Intensive Labortests sowie ein viermonatiger Praxistest mit 30 Athleten und mehreren hundert Stunden Tragedauer zeigten, dass Gore-Tex Active Shell Jacken dauerhaft wasserdicht sind.«, erklärt Gore-Pressesprecher Hans-Peter Rudolf. »Wenn ein Kunde unzufrieden sein sollte, tauschen wir die Jacke aus.« Die anderen sieben Testmodelle trotzen den Wassermassen und zeigen nur kleine Schwächen: Mal könnte die Imprägnierung noch besser sein, ein anderes Mal der Kapuzen­schild etwas größer oder steifer ausfallen.

 Unterm Strich bietet das Testfeld für jeden etwas: Wer eine Leicht­jacke mit top Klima und hohem Wetterschutz sucht, greift zum Mon­tane Air Jacket (310 Gramm.). Die Arc’teryx Alpha LT wiegt nur 50 Gramm mehr, zählt jedoch zu den robustesten Kandidaten. Sie be­sitzt mehr Taschen und Pitzips, kostet aber auch fast doppelt so viel. Die Jacken von Rab und Rady’s sind feine Allrounder zum fairen Preis, während Mountain Hardwear mit der Victorio das strapazier- fähigste Testmodell liefert – ideal für alle, die ihre Ausrüstung richtig  hart rannehmen. Womit bewiesen wäre: Die neuen Materialien sorgen für frischen Wind auf dem Bekleidungsmarkt.

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