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Noch atmungsaktiver, noch komfortabler – innovative Membrane sorgen für mehr Funktionalität. Zehn nagelneue Funktionsjacken unter der Lupe. Welches Konzept geht auf?

Vor einem halben Jahr wurden sie auf der „is-Po“ in München vorge­stellt, jetzt kommen die neuen Membrane von Gore-Tex und Co. in die Läden. Oder zu­mindest demnächst — manche der vorgestellten Modelle sind erst ab November erhältlich.

Wir wollen euch zeitnah zum  Erscheinen der Jacken einen Überblick über die Einsatzbereiche und Verarbeitungsoptionen der neuen Membrane geben und die Stim­migkeit der einzelnen Konzepte beurteilen. Deshalb haben wir auch einige Vorserienmuster ins Feld aufgenommen. Alle Modelle haben wir hinsichtlich der Bewe­gungsfreiheit mit und ohne Gurt oder Helm getestet, alle Jacken be­regnet und die Funktionalität der Kapuze geprüft, genauso wie die Bedienbarkeit der Reißverschlüsse

und Regulierungen sowie die Abriebfestigkeit des Außenmate­rials. Aussagekräftige Praxistests zur Atmungsaktivität der einzel­nen Modelle waren in der Kürze der Zeit allerdings nicht möglich.

KLEINE MEMBRANKUNDE Unter die Lupe genommen haben wir Membrane fünf verschiedenes Hersteller. Beginnen wir mit den luftdichten Membranen: Vier Ja­cken sind mit Gore-Tex Active Shell bestückt, einer sehr dünnen Membran, die mit ebenfalls dün­nen Geweben dreilagig laminiert wird. Im Vergleich zu Pro Shell kommt durch eine neue Laminati­onstechnik weniger Kleber zum Einsatz, was Dampfdurchlässig­keit und Geschmeidigkeit des Ma­terials erhöht. Gegenüber dem 2,5-lagigen Paclite wird die kör­pereigene Feuchtigkeit zudem besser auf der Innenseite der Ja­cke verteilt und dadurch schneller nach außen abtransportiert.

Active Shell ist als moderat elas­tisches Laminat verarbeitbar.

Die zweite luftdichte Membran kommt von der japanischen Firma Toray. Wie der Vorgänger Dermi­zax EV ist auch Dermizax NX aus PU gefertigt, durch molekulare Veränderungen wurde nach Her­stellerangaben aber ein doppelt so hoher Feuchtigkeitstransport er­reicht. Allerdings ist unwahr­scheinlich, dass diese Verdopp­lung des Laborwerts eins zu eins am eigenen Leib zu spüren ist.

Kommen wir zu den nicht kom­plett luftdichten, mikroporösen Membranen. Da wären zwei mini­mal luftdurchlässige Produkte, beide basierend auf einer Mem­bran von General Electric: einmal die bekannte Event-Membran, da­zu Dry.Q, eine Weiterentwicklung von Mountain Hardwear. Bei letz­terem sorgt das innen laminierte Gewebe für eine sehr gute Vertei­lung der Feuchtigkeit, gleitet sehr gut und ist ziemlich abriebfest.

Noch luftdurchlässiger mit grö­ßeren Poren ist Neo Shell von Po­lartec. 99,9 Prozent des Windes werden trotzdem geblockt — dazu wird eine Wassersäule von 10.000 Millimeter erreicht, ab der Gewe­be als wasserdicht gelten. Neo Shell ist als stark stretchendes La­minat verarbeitbar.

Im Falle der Modelle von Mar­mot und Mammut führt dies zu Jacken, die eher regendichte Soft-shells als Hardshells sind. Außen ein textiles Obermaterial, innen ein Trikotstoff oder ein Microflee­ce, das ganze bei Mammut mit starkem, bei Marmot mit mode­ratem Stretch. Die Neo Shell Jacke von Rab kommt dagegen als ast­reine Hardshell daher. Bei allen mikroporösen Membranen ohne PU-Schutzschicht oder ein schüt­zendes Stofflaminat innen lehrt aber die Erfahrung, dass sie öfters gewaschen werden müssen. Denn wenn Hautfette, Öle oder Dreck durch das dünne Innenlaminat in die Membran gelangen, wird die Oberflächenspannung herabge­setzt und die Membran früher oder später wasserdurchlässig.

RESOMEE UND EMPFEHLUNGEN Beim Mammut Gipfelgrat Jacket bekommt man eine superrobuste, wärmende, wasserdichte und at­mungsaktive, allerdings schwere Softshell — das Richtige für Leute, die ihre Jacke bei kühleren Tempe­raturen in Fels und Eis schinden und hier Softshell und absoluten Wetterschutz in einem Modell komfortabel vereint bekommen.

Als federleichte, aber nicht sehr robuste Notfalljacke hinterließ das Mountain Equipment Firelite Jacket einen durchweg stimmigen Eindruck. Angetan waren wir auch von der Dry.Q-Verarbeitung von Mountain Hardwear. Wer ei­ne vollwertige Hardshell sucht, sollte aber statt des Drystein Ja­ckets eher das Vittorio Jacket wählen, von dem die Kollegen bei unserem Schwestermagazin out­door ganz begeistert sind.

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