11 WASSERDICHTE FUNKTIONSJACKEN IM HÄRTETEST

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Wasserdichte, atmungsaktive Funktionsjacken sind Bestseller. Kein Wunder, dass jedes Jahr zig neue Modelle auf den Markt kommen.

Ohne eine wasserdichte, atmungsaktive Funktionsjacke kommt kein Outdoorer aus. Doch wer gerade erst ins Thema einsteigt, wird von der riesigen Auswahl an Modellen fast erschlagen: In den Läden hän­gen Dutzende Jacken dicht gedrängt auf meterlangen Kleiderstangen. Um die Aus­wahl zu erleichtern, hat outdoor unter den aktuellen Funktionsjacken die elf interessan­testen Neuheiten zum Test angefordert. Sie kosten zwischen 130 und 500 Euro, das Spek­trum reicht vom spartanischen Leichtgewicht bis hin zum üppig ausgestatteten Komfort­modell. Auch in puncto Materialkonstruktion unterscheidet sich das Testfeld: Es besteht aus einer Zweilagenjacke, drei 2,5-Lagenjacken und sieben Dreilagenjacken.

Alle elf Testkandidaten durchlaufen zunächst den outdoor-Waschmarathon. Zehn Wäschen simulieren den Gebrauch mehrerer Monate. Erst danach geht es in die Regenkam­mer, um die Wasserdichtigkeit der Jacken zu prüfen. Die Kunst der Hersteller liegt darin, die vielen Einzelteile zu einem regendichten Ganzen zusammenzufügen – das Mate­rial an sich lässt in der Regel keinen Tropfen durch. Traditionelle Schwachpunkte sind zum Beispiel Reißverschlüsse, Kapuzenzüge oder sich lösende Nahtbänder (Tapes), die zum Abdichten von innen auf die Nähte geklebt werden. Diese Mängel bringt die Powerberegnung, die einem mehrstündigen, sturmgepeitschten Wolkenbruch gleicht, gnadenlos ans Licht. Bis auf eine Ausnahme übersteht das Testfeld die Tortur aber ohne ernsthafte Wassereinbrüche, allenfalls punk­tuell dringt durch Saugeffekte etwas Nässe ein oder Bündchen werden feucht. Acht Modelle gehen selbst bei Dauerregen nicht baden, mit zwei übersteht man zumindest ein heftiges Gewitter schadlos – mehr brau­chen die meisten Wanderer nicht.

Der Klimakomfort auf dem Prüfstand

Auch die Atmungsaktivität stimmt – so das Ergebnis der outdoor-Labormessungen. Alle Materialien bieten gute bis sehr gute Werte, eines schneidet sogar überragend ab. Aller­dings kondensiert auf der Innenseite der drei 2,5-Lagenjacken trotz guter bis sehr guter Messwerte mehr Feuchtigkeit als bei den ähn­lich leistungsfähigen Zwei- und Dreilagen­materialien – eine Beobachtung, die der Pra­xistest auf der Schwäbischen Alb und in den Allgäuer Alpen bestätigt. Grund: die innen­liegende Beschichtung (0,5-Lage) der 2,5-La­genjacken, die kaum Feuchtigkeit aufnimmt. »Deshalb kaufe ich mir kein 2,5-Lagenmo­dell«, sagt outdoor-Redakteurin Kerstin Rotard.

Trotzdem haben 2,5-Lagenjacken ihre Berechtigung: Als extrem leichter, kompakter und preiswerter Regen- und Windschutz für Touren bei vorwiegend schönem Wetter. Dann steckt die Jacke die meiste Zeit im Rucksack und kommt nur in den Pausen zum Einsatz – oder wenn man von einem Gewit­ter überrascht wird. Vor allem die Helium von Outdoor Research (135 €, 190 Gramm) sticht heraus. Das preisgünstige, minimalis­tische Federgewicht trotzt den Elementen und trägt sich ordentlich.

Sucht man einen möglichst leichten, klein verpackbaren (Not-)Wetterschutz, der sich nicht nur zum Wandern eignet, sondern auch fürs Klettern oder für Klettersteige, kauft man das 2,5-Lagenmodell von Vaude. Das Mischa-bel Jacket (200 €, 240 Gramm) punktet mit hohem Wetterschutz und top Bewegungsfrei­heit, die Kapuze passt über einen Kletterhelm. Für wochenlange Treks in Schlechtwetterge­bieten oder den Alltagsgebrauch eignen sich die 2,5-Lagenjacken allerdings weniger — ihre dünnen und extrem leichten Materialien sind nicht robust genug und werden schneller undicht als Zwei- und Dreilagenmodelle, bei denen in den meisten Fällen dickere, aber auch schwerere Materialien verarbeitet werden.

Dreilagenjacken: vielseitige Topmodelle Wer etwas Robusteres sucht, greift am besten zu einer der drei empfehlenswertesten Drei­lagenjacken im Testfeld. Sie sind echte All­rounder, die sowohl auf Wanderungen und )Treks überzeugen als auch auf Klettersteigen oder Bergtouren. Sie vereinen Strapazierfähigkeit und geringes Gewicht mit Komfort und Wetterschutz. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Modellen. Der minimalistische Berghaus-Schlupfer etwa wiegt kaum mehr als die Leichtjacken und glänzt mit perfektem Wetterschutz: Er hält nicht nur dicht, sein mächtiger Kragen und der ausladende, versteifte Kapuzenschild bilden zudem ein Bollwerk gegen eisigen Wind.
Die Falketind Mountain Light von Norrona und das The North Face Half Dome Jacket halten einem ebenfalls Wind und Wet
ter vom Leib, sind allerdings etwas schwerer als die Berghaus-Jacke. Dafür bieten sie aber ein noch besseres Klima: Über lange Pitzips kann man bei großer Anstrengung zusätzlich Dampf ablassen. Außerdem glänzt das geschmeidige The-North-Face-Modell mit noch höherem Tragekomfort als die Konkurrenz – es kostet aber auch am meisten.
Der aktuelle outdoor-Jackentest bietet somit für jeden Geschmack etwas: sowohl günstige 2,5-Lagenjacken für Sommertouren als auch robuste, extrem vielseitig einsetzbare – und teurere – Dreilagenmodelle.

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