Reepschnüre und Schlingen – Anwendung und Vergleich

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MATERIALVERGLEICH

Die Eigenschaften von Polyamid (Nylon), Polyethylen (Dyneema) und Aramid (Kevlar) im Vergleich

POLYAMID (NYLON):

  • Hat eine Zugfestigkeit von 260 N/mm2.
  • Wiegt 1,14 g/cm3.
  • Hat einen Schmelzpunkt von 260°C.
  • Ist elastischer als Polyethylen oder Aramid, kann dadurch mehr Energie aufnehmen. Die Bruch­dehnung bei Bandmaterial liegt bei 30 Prozent.
  • Weist eine hohe chemische Beständigkeit auf.
  • Ist gut verarbeitbar und färbbar.

POLYETHYLEN (DYNEEMA):

  • Hat eine extrem hohe Zugfestigkeit von 900 N/mm2 (höher als Stahl).
  • Wiegt 0,97 g/cm3.
  • Hat einen sehr niedrigen Schmelz­punkt von 144°C.
  • Ist deutlich weniger elastisch als Polyamid. Die Bruchdehnung bei Bandmaterial liegt bei 7 bis 9 Prozent.
  • Weist eine hohe Schnittfestigkeit auf.
  • Ist extrem glatt, lässt sich deshalb nicht einfärben, nicht sicher knoten und ist schwierig zu vernähen.

ARAMID (KEVLAR):

  • Hat eine sehr hohe Zugfes­tigkeit von 740 N/mm2.
  • Wiegt 1,45 g/cm3.
  • Hat einen sehr hohen Schmelzpunkt von 400°C.
  • Weist eine sehr hohe Schnittfestigkeit auf.
  • Ist weniger UV-beständig als Polyamid und Polyethylen.
  • Wird im Bergsport nur noch von wenigen Anbietern geführt.

KNOWHOW REEPSCHNÜRE

KONSTRUKTION

Reepschnüre bestehen wie ein Kletter­seil aus Kern und Mantel — und wer­den generell auch nur von den großen Seilfirmen hergestellt. Allerdings sind Reepschnüre nicht dehnbar, nehmen also keine Energie auf, sondern dienen nur der Lastübertragung. Die im Ar­tikel angegebene Formel zur Berech­nung der Mindestfestigkeit gilt erst für Reepschnüre ab vier Millimeter Durchmesser. Alles, was dünner ist, darf nur zum Wäscheaufhängen oder als Schnürsenkel benutzt werden. Die dicksten Reepschnüre haben einen Durchmesser von neun Millimetern, üb­lich sind vier bis acht Millimeter. Grundsätzlich kommen Reepschnüre als offene Meterware in den Handel (zum Teil von der Rolle, zum Teil bereits auf bestimmte Längen vorkonfektio­niert, rechts von Singing Rock oder Mammut), müssen also vor Gebrauch zu einer Schlinge geknotet werden. Ein Sackstich oder Achter in Ringform ist dazu geeignet. Ausnahme ist die reine Dyneema-Reepschnur, wie sie Be­al im Angebot hat. Hier empfiehlt Beal einen dreifachen Spierenstich als Verbindungsknoten. Gegenüber Bandschlingen haben Reepschnüre den Vorteil, dass sie durch UV-Licht weniger geschädigt wer­den. Auch wenn beide, Reepschnur und Bandschlinge, aus dem gleichen Ma­terial sind (Polyamid), ist die Wirkung der Sonnenstrahlung bei den runden Reepschnüren eher oberflächlich, wäh­rend das flache Bandmaterial stärker geschädigt wird.

VERWENDUNG

Reepschnüre sind in vielen Situationen ein­setzbar. Ihre gute Knot­barkeit macht sie sehr vielseitig. Allerdings ist das Kraft-/Gewicht­verhältnis im Vergleich zu Bandschlingenma­terial weniger güns­tig, und die dünneren Reepschnüre sind zur Zwischensicherung und am Stand nur bedingt geeignet.

Im Elbsandsteingebirge wer­den Reepschnüre als Knoten­schlingen wie Klemmkei­le eingesetzt: Der Knoten kommt über eine Rissveren­gung, anziehen, hält (wenn man”s kann). Zum Fädeln von Sanduhren sind sie ebenfalls gut geeignet, weil sie etwas steifer sind als Bandschlingenmaterial. Noch besser funktionieren hier Kevlar Reepschnüre. Beal und Tendon bietet solche Reepschnüre an.

Reepschnüre kommen auch als Prusik­schlingen bei der Selbstrettung zum Einsatz. Und auch für Rückzüge aus lan­gen Routen sind Reepschnüre oft nützlich, da sie zum Ein­richten von Abseilständen gut zu verwenden sind.

INTERESSANTE PRODUKTE

Mammut hat mit der Pro-Cord eine Reepschnurkon­struktion im Angebot, bei der der Kern und der Mantel der Reepschnur fest miteinander verwoben sind. Dadurch er­höht sich die Bruchkraft bei einzelnen Durchmessern etwas.

Beal ist der einzige Hersteller, der Dyneema-Reepschnüre führt. Es gibt eine reine Dyneema-Schnur mit 5 Mil­limetern Durchmesser (Bruchlast: 12 kN) und eine Reepschnur mit PA-Mantel und Dyneema-Kern (5,5 Millimeter, 18 kN). Beide liegen in der Bruchlast sehr deutlich über vergleichbaren PA­Reepschnüren.

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