Wetterfeste Doppelzimmer – Testbericht Alpinzelte

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Als besonders sturmsicher gelten Zelte mit mehrfach ge­kreuztem, geodätisch angeordnetem Gestänge. Die bei­den Zelte von The North Face und Marmot können zu­sätzlich mit einem Spannsystem im Zelt versehen wer­den, was die Stabilität nochmals erhöht. Allen drei Zelten attestierte unser Schwestermagazin outdoor im Test mit einer Windmaschine extrem hohe Stabilität.

Die vorgestellten Modelle verwenden Polyamid (Nylon) als Material für das Überzelt. Der Vorteil von Polyamid ge­genüber Polyester liegt in der höheren Reißfestigkeit und im geringeren Gewicht. Diese Überzelte sind entweder PU-beschichtet und besitzen getapete Nähte, oder die Be­schichtung besteht aus Silikon. In diesem Fall sind die Nähte mit einem Tape abgeklebt und sollten mit einem Nahtdichter zusätzlich versiegelt werden. Der Boden ist aus PU-beschichtetem Nylon. Um richtig dicht zu sein, sollte er mindestens 800o mm Wassersäule abkönnen und möglichst nahtfrei wie beim Exped Orion sein.

Ob Südfrankreich oder Himalaya: Alpinzelte trotzen Sturm und Regen. Wir haben drei tragbare Schutz­hütten für euch rausgesucht.

Auch wenn Single-Wall-Zelte auf Expeditionen und wenn es ums Gewicht geht gerne her genommen werden; am vielseitigsten einsetzbar, auch im alpinen Bereich, sind Doppelwandzelte. Das Überzelt schützt dabei vor Wind und Wetter, das Innenzelt vor lästigen Insekten, und im Spalt zwischen den Stoffwänden kann Frischluft zirkulie­ren. Bei vielen Modellen kann in warmen Regionen auch das Innenzelt allein verwendet werden. Verfügt das Zelt über außenliegende Gestänge, kann gegebenenfalls auf das Innenzelt verzichtet und so einiges an Gewicht ge­spart werden.

Standfestigkeit und ein schneller Aufbau sind Grundan­forderungen an Alpinzelte. Dabei werden zwei Prinzipien unterschieden. Bei Zelten mit innenliegendem Gestänge wird zunächst das Innenzelt errichtet und dann das Über­zelt darübergespannt. Bei den Modellen mit außenlie­gendem Gestänge ist das Innenzelt ins Überzelt einge­hängt und somit beim Aufbau vor Regen geschützt.

EXPED ORION EXTREM

Beim Orion Extrem verlaufen die Gestänge, anders als bei den beiden anderen Modellen, in flachen Kanälen am Außenzelt. Dadurch lässt sich das Zelt mit eingehängtem Innenzelt zusammen aufbauen. Das Innenzelt ist so vor Regen geschützt. Das Orion Extrem hat zwar die kleinste Liegefläche der drei Zelte, macht das aber durch sitzfreundli­che, steile Wände wieder wett. Die großen Eingänge ermöglichen ei­nen bequemen Zugang. Die beiden Apsiden bieten viel Stauraum. Das Orion extrem steht auch ohne Heringe. Durch zusätzliche Schlaufen am Innenzelt kann dieses auch separat aufgestellt werden.

GEWICHT: 3300 Gramm

LIEGEFLÄCHE: 125x 215 cm

INNENHÖHE:  130 cm

FLÄCHE APSIDEN: 2,3 m2

WEB: www.exped.com

AUSSTATTUNG: 3 Alugestänge (9 mm), 2 Apsiden, 2 Eingänge, 2 ausstellbare Lüfter, Packsack (42 x 16 cm), Außenzelt: Nylon beidseitig silikonbeschichtet

PREIS: 528,90 Euro

MARMOT

Dank der fünf Gestänge, die das Innenzelt aufspannen, steht das Thor von Marmot auch ohne Abspannleinen sehr stabil. Die spezielle Ge­stängeform mit Knick sorgt für steilere Wände und einen größeren Innenraum. Das sechste Gestänge hält den Eingang in Form. Das Thor weißt die größte Liegefläche aus, dafür muss aber durch die kleine Apsis mehr Gepäck ins Innenzelt. Der Doppeleingang an der Front lässt sich auch bei starkem Regen öffnen, ohne dass das Innenzelt nass wird. Der Aufbau, bei dem das Innenzelt zuerst aufgestellt wird, nimmt durch die Gestängezahl etwas mehr Zeit in Anspruch.

GEWICHT: 3800 Gramm

LIEGEFLÄCHE: 142 x 236 cm

INNENHÖHE: 109 cm

FLÄCHE APSIS: 0,9 m2

WEB: www.marmot.eu

AUSSTATTUNG: 6 Alugestänge (9 mm), 1 Apsis, 2 Eingänge, 2 regulierbare Lüfter, Packsack (51x 20 cm), Außenzelt: Nylon Silikon/PU beschichtet

PREIS: 500,00 Euro

THE NORTH FACE MOUNTAIN 25

Das Mountain 25 ist einer der Klassiker unter den Alpinzelten. Es ist schon seit Jahren am Markt und wurde ständig weiter verbessert. Vier sich kreuzende Gestängebögen sorgen für einen extrem sturmstabi­len Stand. Bogen 5 spannt die Apsis und eine weitere kurze Stange stabilisert die großen Lüftungsöffnungen. Der Doppeleingang vorn schützt auch bei Regen. Wer ins Zelt rein oder raus will muss sich al­lerdings tief bücken. Die robusten Materialen schlagen sich etwas im Gewicht nieder. Der Aufbau ist ebenfalls etwas zeitaufwendiger. Zwei unterschiedlich große Apsiden bieten Platz fürs Gepäck.

GEWICHT: 4100 Gramm

LIEGEFLÄCHE: 137 x 218 cm

INNENHÖHE: 104 cm

FLÄCHE APSIDEN: 1,0 m2

WEB: www.thenorthface.com

AUSSTATTUNG: 5 Alugestänge (9 mm), 2 Apsiden, 2 Eingänge, 4 Lüfter, Packsack (61 x 18 cm), Außenzelt: Nylon PU-beschich­tet

PREIS: 680,00 Euro

Zelt-Knowhow auf einen Blick

1. GESTÄNGE: Gute Gestänge sind aus eloxiertem Flugzeugaluminium. Je größer der Durchmesser, desto stabiler (aber auch schwerer) sind sie. Optimal sind neun bis zehn Millimeter.

2. AUSSENZELT: Ein gutes Außenzelt spannt sich straff und faltenfrei über das Gestänge. PU-beschichtete Außenzelte sind preiswert und besitzen ab Werk wasserdicht verklebte Nähte. Silikonbeschichtete Varianten sind sehr leicht und reißfest. Ihre Nähte muss man bei Undichtigkeiten selbst abdichten.

3. LÜFTER: Effektive Lüfter reduzieren die Bildung von Kondenswasser und halten so das Innenraumklima im Lot. Für den Wintereinsatz müssen Lüfter voll verschließbar sein.

4. ABSPANNUNGEN: Sturmabspannungen sollten bereits ab Werk am Zelt montiert sein und möglichst direkt am Gestänge ansetzen. Die Leinenspanner sollten wirksam blockieren und lang genug sein (mindestens zwei Meter). Gute Zelte besitzen reflektierende Leinen (oder Schlaufen).

5. INNENZELT: Ein helles, freundliches Innenzelt erhellt nicht nur Buchseiten in der Dämmerung, sondern auch das Gemüt, wenn man ein paar Regentage aussitzen muss. Als Material optimal ist windabweisendes Nylon. Große Moskitonetzeinsätze sollte man (winddicht) abdecken können.

6.  BODENWANNE: Gute Bodenwannen sind seitlich mindestens zehn Zentimeter hochge­zogen und wasserdicht beschichtet. Der Grad ihrer Wasserdichtigkeit wird in Millimetern Wassersäule angegeben. Topwerte liegen um 10.000 Millimeter. Beim Außenzelt spielt die Wassersäule kaum eine Rolle.

7. APSIS: Sie dient als Stauraum für Gepäck, Schuhe, Klamotten und Kocher. Sie sollte so weit vorgezogen sein, dass man sie bei Re­gen öffnen kann, ohne dass es aufs Innenzelt tropft. Ideal sind zwei seitliche Apsiden — dann hat jeder eine.

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